Sunday, May 27, 2012

IBLIS - Menthell - Cd / DTM Productions


Will gar nicht wissen, was sich die Polen unter den Quark gerührt haben, weiß nur, dass die mehr Latten ab haben, als der Zaun braucht um den Fuchs von den Hühnern fern zu halten. Ich weiß nicht was das für Musik sein soll, selbst preisen sie sich als Nuklear Rock´n Roll an. Verstrahlt sind sie ja mächtig, von Rock´n Roll weit und breit jedoch keine Spur. Andere sehen da was von Black Metal oder ominöse Avantgarde Geschichten. Ich glaube eher an extrem (und zwar sehr) progressiven Death / Thrash Metal mit Vokals die Knoten in die Innereien machen und kein Lösungsheft mitschicken. Geht alles durcheinander, schlängelt sich wie der Exorzist mit mathematischer Präzision durch das geschlossene Fenster und windet sich mit abstrakten Verrenkungen die Treppe hinab. Die Instrumentierung ist sehr klar herausgearbeitet, der Bass hat eine deutliche und prägnante Spur, Gitarre ist recht hell und auch der Drummer versteckt sich nicht. Das Auffälligste sind aber die Stimmen, die teilweise so ungewöhnlich klingen, so leidend und hintergründig schmerzverzerrt, dass sich der Eindruck wie dicke Pampe an meinen Hirnstamm kleistert, es mit besessenen Flaschengeistern zu tun zu haben. Die Musik ist in ihrer irrwitzigen Gesamtheit kaum nachvollziehbar, vom spielerischen Aspekt sehr interessant, wohl aber nur sehr schwer konsumierbar. Mit Arrangements, die an entgleiste Züge und komplizierte Schlaganfallsymptome erinnern, sich mit Absicht dem Verständnis potentieller Hörer entziehen, kann man sich kaum ein Publikum erarbeiten, dass auch noch freiwillig Geld dafür hinblättert, sich ständig mit Unverständlichem auf die Füße treten zu lassen. Harte Sache, vom Niveau mehr als anspruchsvoll, sicher lassen sich mit den Augen der Band auch hochwertige künstlerische Aspekte finden, fest steht, kaum etwas ist wie gewohnt. Das muss den Typen doch einen Heidenspaß unter den Pony jagen, geistig Lahmgelegte und psychotisch Verdrehte mit Unmusik zu therapieren, die niemand mit Verantwortung freiwillig aus der Irrenanstalt entlassen würde. Musik aus der Gummizelle, Musik die Elektroschocks wieder ans Licht der Realität zerrt und Psychopharmaka wie saure Drops feilbietet. So einfach lässt der moderne Pole also keinen mehr aus seinen Klauen, hält sich selbst für unbeschreiblich, und zertrümmert alle Erwartungshaltungen die sich in der Metalwelt irgendwann mal etabliert haben. Alles in allem kommt „Menthell“ einer Teufelsaustreibung näher, mit all dem Zinnober und den gequälten Schreien des Besessenen, als alle Facetten blasphemischer Ruhestörung, die das Gros runter schlingt. Nun, beäugt man sich das Wortspiel des Albumtitels, versteht sich sofort, in welchem Gefängnis der Nervenkrieg ausgebrochen ist. Bekloppt, eindeutig bekloppt. Eine Wertung bleibt aus Angst vor schleichendem Befall von Wahnsinn und Aberkennung der Geschäftsfähigkeit außen vor. Musikalisch haben die es nämlich schon drauf, aber eigentlich finde ich das mal so richtig beschissen. Ich fürchte, durch diesen Sumpf muss jeder selbst durch, wenn denn ein Fünkchen Interesse bei euch glimmen sollte.

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