Friday, May 11, 2012

NAILED DOWN - Resurrection - 3 x 7 / Power It Up


Um 2003 rum muss der Stapel Platten mit schredderndem Kängurucore schon mal erschienen sein. Allerdings nicht in Vinylform, sonder als wesentlich kompaktere Version. In gewisser Weise hat die Neuauflage auf Vinyl ja was Kultiges und bestimmt ist es das Medium, wo solche anarchistisches Gewaltgetöse auf 3 Akkorde auch hingehört. Und dann gleich 3 7er daraus zu machen, ist wohl genau so ungewöhnlich wie ein Wombat im Himalaja. Nur zum hören, der, ich denke doch eigentlichen Bestimmung jeglicher Form von Musik, ist das gewählte Format mehr als ungeeignet. Da ist der Doppelbesatz von Silber und Schwarz ratsamer. Insofern ihr Platten genau so dringend braucht wie halbwegs sauberes Wasser oder einen funktionierenden Kühlschrank. Auf diese Weise lassen sich die drei niedrigzölligen Kunststoffrundlinge zu ihren Freunden ins Regal stellen und der Hardcore und Punklärm darf von der Cd gesaugt werden. Ich versuche das mal zu erklären. Habt ihr schon mal eine dieser überflüssigen und an Zahl stetig steigenden Kochshows gesehen? Die wo alle mit perverser Hektik durch falsche Küchen hetzen, jeder Kommentar mit dem Applausschild bestraft wird, wo die bekloppten Protagonisten ständig Pfannen am rühren, schleudern und wenden haben? Dort wo Amateurtopfrührer wie die Blöden in ihre Auflaufformen schwitzen und am Ende nichts von ihren überschätzten Eierkuchen haben, außer die angebrannten Rester vom Herd zu kratzen. So ungefähr fühle ich mich, wenn ich mir „Resurrection“ anhöre. Zumindest halt in der Vinylvariante. Denn der Scheiß läuft insgesamt nur so was um eine viertel Stunde. Nach Adam Riese und einem verschwommenen Blick über den Daumen, könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wie viel da auf jeder Seite drauf ist. Ich komme mir vor wie ein Pfannenwender auf Testosteron und verbringe gefühlt mehr Zeit damit, die Dinger umzudrehen, denn mit dem Hören des Krawalls. Also das ist lästig. So kam ich zu der Vermutung, dass dieses Dreierpack nicht zum konventionellen Gebrauch bestimmt sein kann. Vielleicht lässt es sich als kleines, quadratisches Platzdeckchen mit gewissem Eigengewicht zum 95en Geburtstag an den Großvater bringen, wenn ich mit der Heißklebepistole noch ein paar Antirutschnoppen auf die Unterseite klebe. Das Cover wäre für alte Herren tendenziell erbbeschleunigend. Oder ihr kauft so ein Dutzend davon und baut für die kleine Tochter eurer Schwester ein lustiges Windspiel für das rosa Himmelbett. Beschert sicher gute, der Realität einer nicht zu fernen Zukunft angepasste, Träume. Und was kann man den Plagen besseres in die Wiege legen als ranzigen und primitiven 80er Jahre Hardcore, dann schlagen sie sich beizeiten die Flausen von Individualismus und Chancengleichheit aus dem Kopf. Hat was mit verantwortungsvoller Erziehung zu tun. Aber natürlich könnt ihr „Resurrection“ auch wegen der Musik erwerben, bleibt doch jedem selbst überlassen, wie viel Arbeit er sich damit machen will. Für die ganz Abgebrühten gibt es eine limitierte Auflage auf weißem Vinyl inklusive Patch an dem sich die Käufer dann wegen des Jahrestreffens fleißiger Akkordarbeiter erkennen können.
6/10

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