Saturday, May 19, 2012

PUTERAEON - Cult Cthulhu - Cd / Cyclone Empire


Der schwedische Cthulhu – Wettstreit geht in die nächste Runde. Nachdem The Grotesquery kürzlich ihre Fortsetzung der Geschichten um Wahnsinn und Verderben unter uns Hungrigen verbreitet haben, setzen auch Puteraeon zum 2. Mal erfolgversprechend mehr als nur einen Fuß in die Tür des Universums eines H.P. Lovecraft. Schreckliche Geheimnisse werden enthüllt, und uns unter dem Gewand von im nordischen Basswahnsinn erstickten Melodien in die geheimsten Kammern unserer kleinen Seelen geschmuggelt. Puteraeon stellen das wieder ganz geschickt an, denn das was sie uns an Melodien verkaufen, ist zwar ganz offensichtlich der Fokus der Band, hat aber dermaßen viel morbiden Reiz und kranken Irrsinn im Schlepptau, dass es beinahe gar nicht auffällt, wie verspielt das eigentlich ist. Beinahe schon schnuckelig schön. Aber da sei der typische Schwedensound davor, sodass bisher keine Gefahr besteht, das Monster würde seine Klauen verlieren. Der Irrsinn bleibt angenehm vertraut in einer Nebelbank aus nicht zu sauberem Sound und fast schon zu nihilistischem Songwriting kleben, weswegen die fast noch Obacht geben müssen, nicht das Tageslicht zu verpassen. Die Leads die die Band hier flächendeckend nutzt, sind eher untote Friedhofsgeburten als Lichtgänger. Sie spritzen immer wieder mit fixen Riffs vor, um sie dann in beinahe schon tieftraurige und deprimierende Rufe nach einem Loch im nasser Erde zu verwandeln. Ähnlich wie Entrails, halten sie an der These fest, dass schwedischer Todeslärm genau so auf prägende Melodien basiert, wie auch auf knochentrockenem Sound und schartigen Riffs, dass auf keinen Fall zu viel Hektik oder gar Tempoausbrüche jenseits verträglicher Schrittgeschwindigkeit in Reichweite auftauchen dürfen. Der Scheiß muss nach Moder stinken, dem Hörer die Depression durchs´ Bierglas jagen und mit zähere Beharrlichkeit stumpfe Gewalt ausüben. Deshalb stehen sie auch mit allen Beinen, die der Gesamtmasse der Musiker entwächst, fest auf dem Boden, auf dem schon viele Leichen verrottet sind, und halten starr am Konzept der renommierten schwedischen Old School Universität fest. Im Zweifelsfalle werden die Instrumente lieber noch eine Tonlage nach unten geschraubt. Um es mit Luther so karikieren; „Hier stehe ich, ich kann nicht anders…“ Cthulhu helfe mir! Also wenn ihr, ich hoffe doch ein weiteres Mal, den Riemen auf die Orgel von Puteraeon schmeißt, dann solltet ihr wissen, dass es hier um authentisches Gemetzel geht, dass sie mit aller Macht am klassischen Vorgehen festhalten und trotzdem nichts mit Retro zu tun hat, weil es einfach echt und überzeugend ist. Das ist ein Faktum, der die Band stark macht, Überzeugungskraft! Überzeugungskraft, den auch dieses Album wieder mit jedem Tropfen Schweiß und Blut, der den Boden zu seinen Füßen tränkt, vermittelt. Überzeugungskraft ist der Schlüssel, der Puteraeon auf der Bühne zu einem echten Vergnügen macht. Melodien zum Pulsaderdurchbeißen, Riffs zum betont verzögerten Kopf abknicken, donnernde Bässe und scheppernde Drums, moderates Tempo und herzlich unterirdische Growls. Im Gesamtergebnis nicht enden wollende Gänsehaut, so klingt echter Horror!
9/10

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