Monday, May 21, 2012

SEXCREMENT - Sloppy Seconds - Cd / Comatose Music


Mit chauvinistischer Brille auf der zu großen Nase, bin ich in Bezug auf die Gleichberechtigung der Geschlechter, auf einen unvereinbaren Widerspruch gestoßen. Da wo der Mann in die Tittenbar geht, mindestens 2 überteuerte Getränke mit aufgeregter Gleichgültigkeit der oralen Verklappung überantwortet, das im Schweiße seiner Knechterei erbettelte Geld osteuropäischen Putzfrauen in das Strumpfband stopft, und im Sumpfe alkoholischer Inkompetenz fehlgesteuerten Träumen nachhängt, gilt er als sexistisches, von niederen Kompetenzen getriebenes altes Schwein. Wenn seine Frau mit ihren nervigen Freundinnen im Bus in die nächste Dorfschenke gekarrt wird um im kollegialen Kreischen, mit der Hysterie eines brennenden Hühnerhofes, beim Männerstrip Serienfotos als Andenken für das Familienalbum zu schießen, und gern auch mal ordentlich nach eingeölten Testosterongöttern grapscht, dann ist das aus feministischer Sicht Kultur, und wird noch Jahre lang weiter gereicht. Dass das alte Schwein aus der Tittenbar das auch noch bezahlt hat, wird nicht angezweifelt, hat aber keinerlei Bedeutung. Also wäre es nicht angebracht, jedem seine Portion Sexismus zuzugestehen und ihm somit den Hahn abzudrehen? Und wenn der bierbauchschwangere Alte seine aus der Form geratene Angegraute mit in den Tittenschuppen nimmt, und sie einen Blick auf die sich an Stangen räkelnden Fremdsprachenstudentinnen wirft, wird ihr schnell klar werden, dass der Alte weiter schön zu Hause seine Suppe löffeln wird, da ein 21 jähriger Walnussknackerbusen weit außerhalb seines Machtbereiches liegt. Geht er dann mit in den Dorfsaal (irgendwo im Schatten der hinteren Reihen), mag er neidisch auf gestählte Leiber sein, weiß aber auch, dass seine Hausfrau mit keinen von denen durchbrennen wird, wenn sie erkennt, dass die Muskelaufblähchemie anderes hat schrumpfen lassen, und Sex ohnehin überbewertet wird, wenn die Rückenwirbel ohne Bandscheibe schaben, die Knie wie bei siechen Elchen knirschen, und das Herz nach der abendlichen halben Kiste Fußballbier auf Schonung angewiesen ist.

Oder aber er tobt sich in der Midlifecrisis aus, holt noch mal die alten Alben aus dem Koffer, hustet Schichten von dickem Staub weg, und findet ein antiquiertes Gerät namens Cd Player auf dem Speicher. Da schälen sich sicher noch so einige Rillen aus der Erinnerung, die sein altes von Möpsen und Ärschen geprägtes Weltbild wiederzubeleben wissen und einige angenehme Geschichten an die Innenwand des mürbe werdenden Schädels werfen. Und eines davon wird mit einiger Gewissheit „Sloppy Seconds“ von Sexcrement sein, die sich einst mit Groove und Biss für die Richtigstellung der Geschlechterrolle eingesetzt haben. Der Hintern hat im Rampenlicht zu wackeln und der Alphaleader gibt den Takt an. Großartiges Album, damals in der alten Zeit, das hat die Oberweite richtig in Schwung gebracht und Doppel D zu Waffen deklariert. Es kann so schön sein, ein Schwein zu sein!
(aus dem Tagebuch eines Weltverbesserers Mai 2042)
7/10

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