Friday, June 15, 2012

ECTOVOID - Fractured In the Timeless Abyss - Cd / Hellthrasher Productions


In Alabama muss die schwüle Luft die Lebenden in die Wohnstätten der Toten treiben und dort zu seltsamen Unternehmungen inspirieren. Mag es am Leichengift liegen, oder am Sauerstoffmangel, aber in der schummrigen Umgebung abgedunkelter Gruften kommen doch wirklich welche auf die globale Blitzidee eine Band im Stile von Autopsy zu gründen, und zu glauben ein bisschen kränklich brummeln reicht um die Weltherrschaft zu erringen. Da hat das stumpfe Messer wohl in den falschen Finger geschnitten. Sich an primitive Überklassiker zu hängen empfinde ich natürlich schon als unbedingt gangbar und allzeit immer wieder gern gehört. Aber so mittelprächtig mit bauchkranken Songideen umzugehen, das geht dann nicht unbedingt gut. Das ist dann zu fade und gewöhnlich, dass hinter bassbetontem Geknarze und grottigen Riffs, der Schlafsack der Ewigkeit zur sofortigen Ruhe bittet. ECTOVOID bieten wenig Unterhaltung im Sinne innovativer Fußnoten, oder wenigstens interessanten Songwritings. Die Stücke drehen sich mit betont gewolltem Minimalismus, wie ein Tanzbär mit kaputten Gelenken, auf der Stelle, weil die Kette in seiner Nase zu kurz ist, oder er justement nix anders kann. Welcher geisteskranke Gletscher muss da gekalbt haben, dass jemand glaubt mit solchem einlullenden Gesang, der sich zu eng an das Original zu klammern sucht, dass er scheitern muss, beim Preisgrowlen den Regenwurm im Blumentopf zu gewinnen. Aber kann auch sein, dass variationsarme Stimmbandparalyse in tieferen Oktaven auf die richtigen Rezeptoren trifft, die ein wacher Geist nicht so einfach zu deuten weiß. Tatsache ist, dass es viele Bands gibt, die der alten Schule honorieren und mit morbidem Spaß Schaaren von neuen Jüngern überzeugen. ECTOVOID gehören nicht dazu, die verkaufen sich eher selbst als schlechtere Kopie, die auf verstaubte Monotonie setzt, anstatt ihre Vorbildern richtig zuzuhören. Heraus kommt etwas, dass im Durchschnitt passabel sein mag, aber keine Ambitionen zeigt,, mehr zu wollen, geschweige denn zu können, als sie auf „Fractured…“ anbieten. Der zeitlose Abgrund ist eine selbstentworfene Falle, der die Band wie ein Magnet an Ort und Stelle hält, und individuelle Entwicklung schier unmöglich macht. Wäre aller Death Metal so verschnarcht, wäre die Musik ausgestorben wie die Dinosaurier, der Respekt vor alten Menschen oder die Intelligenz. Unscharfes Gebretter, Rumnpelschlagzeug und schlappe Leadgitarre sind nicht das Universalwerkzeug, um eine lecke Kogge auf Kurs zu halten. Mit der nostalgischen Note könnten sie vielleicht noch punkten, bringt aber auch nicht viel, denn die guten Erinnerungen an die glorreich Aufbruchsstimmung einiger Metal – Enthusiasten wird so eher getrübt. Schade, aber das Album hat so gar keine Ansatzpunkte, die Hoffnung schöpfen ließen, deshalb wird es im Morast unsichtbarer Mittelmäßigkeit stecken bleiben. Wer sich denn erbarmen will, sich mit dem Wenigen das die Amis anzubieten wissen, zufrieden gibt, der kann dafür von mir aus seine Banknoten bügeln.
4/10

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