Wednesday, June 27, 2012

MORTAL INFINITY - District Destruction - Cd / Digital Media Records


Wie ein Komet, der die schmutzige Erde immer mal wieder umkreist, ziehen auch 5 bayrische Jungs ihre Bahn, mit noch vollen Akkus und jeder Menge Zielstrebigkeit, auf der Suche nach der Zukunft. Der erste Umlauf wird vielbeachtet sein und es werden sich so einige beflissen fühlen, ihre verbale Gülle in den grünen Klee zu kippen. Beim 2. Vorbeiflug wird dann noch nett gewunken, spätestens beim 3. Vorbeirauschen taugt es meist nur noch für marginale Kurznotizen, weil der Focus wieder woanders liegt. Das ist der Zoll der Schnelllebigkeit, hat aber auch damit zu tun, dass vieles im Metal längst ausgereizt ist. Selbst wenn es jemand voll drauf hat, was im Falle von Mortal Infinity auch zutrifft, sind die einzelnen Genres so vollgepfropft, dass selbst der Allerschlauste in den Nebeln der Durchschaubarkeit verlustiger Affe spielt. Könnte hierin der Grund liegen, dass viele Bands im Death wie Thrash Metal zurück rudern und eher nach den Anfängen suchen, als sich in die unbekannten Tiefen des Neuen unsicher und verloren zu fühlen? … und damit lediglich erreichen, dass der Sumpf noch undurchdringlicher wird. Reines Spekulatius. Fest steht aber auch, dass Mortal Infinity ihre musikalische Heimat in den 80ern haben und thrashen was die Bay Bavaria hergibt. Alles was seinerzeit Rang und Niete hatte steht auf dem medialen Speiseplan zur beschränkten Entfaltung, zum Spaß haben und betrifft doch mit der Erkenntnis, dass der Schatten von Exodus, Tankard, Acid Reign, Re – Animator, Destruction, Testament und Kreator sehr lang ist, und es schwer fallen kann, da einen Fuß ans Licht zu setzen. Das bedeutet zwangsläufig, dass sich das Debüt aus Altötting sehr vertraut anhört, aber natürlich auch, dass sich ein wohliges Schauern einzustellen vermag, wenn jemand Nostalgie ohne Staubmantel sucht. Untypisches und Außergewöhnliches für den Entdecker und Stahlschmied im rostigen Dschungel lauter Töne gibt es nicht auszubuddeln, dafür sind sie bei aller technischen Qualität zu gewöhnlich. Hohes Tempo wird gegangen, klar, immer mal wieder Chorus zum Mitgackern, normal, präsente Gitarrenriffs als zentrale Bank, was sonst, und das Schlagzeug macht einen ähnlich guten Job wie eine uniformierte Marschkapelle bei der Siegesparade. Das Songwriting folgt klaren Richtlinien, und zwar denen die vorgeben was im Thrashmetal erlaubt ist und was nicht. Natürlich gib und gab es auch Thrasher, die dreckig und unangepasst waren und eher neben der „Norm“ rebellierten, zu denen gehören Mortal Infinity aber gewiss nicht, dafür ist der Sound viel zu sauber und die Musik selbst viel zu glatt. Live funktioniert das sicher besser, als von Rille, da der Partyfaktor nur in der Gruppe einsetzt, wenn angeschickerte Langloden ihre Manneskraft in den Tanzboden stampfen. Aber eigentlich fühle ich mich überhaupt nicht beflissen, die Made im reifen Apfel zu suchen, denn wie schon angerissen, “District Destruction“ hat mehr angenehme Qualitäten als Stolpersteine. Die haben es trotzdem drauf … nur momentan eben nicht so, dass die Zukunft nach ihnen suchen würde.
6/10

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