Wednesday, June 13, 2012

RESURGENCY - False Enlightenment - Cd / Hellthrasher Productions


Debütalben schießen in letzter Zeit aus dem Boden wie biologisch unverwertbare Pilzkulturen in dunklen, feuchten Bettritzen. Wo kommen nur all diese Bands her und wer geht eigentlich noch unbefangen zu Shows, wenn scheinbar jeder selbst Musik macht. So viele Death Metal Bekloppte kann es doch gar nicht geben, wer soll sich den ganzen Scheiß denn in den IKEA Expedit stapeln. Da liegt nämlich der Hund begraben, es gibt so unglaublich viele gute Alben, von neuen Bands, die kein Schwanz kennt, die aber qualitativ so ansprechend sind, dass eigentlich keiner drum herum kommen dürfte. Das gilt auch für RESURGENCY aus Griechenland. Die schütten uns so mit teuflischem, alten, amerikanischen Death Metal zu, dass dem Leibhaftigen vor Erstaunen die Suppe im Fegefeuerkessel anbrennt. Schwere und düstere Leads gehen Hand in Handschelle mit schnellen, fetten Riffs und punktgenauem Schlagwerk. Finstere Growls, morbide Grundstimmung im Songwriting, nicht zu viel Technik, aber auch nicht nur mit der stumpfen Seite der Axt auf die Kalotte, das passt alles zusammen. Die verarmten Philosophen können ihren Frust runter trümmern oder mit bleierner Präzision Friedhofserde einfrieren lassen. Wieder welche, die ihr Handwerk verstehen, welche die nicht auf der Suche nach dem einen Klassiker sind, den es noch zu schreiben gilt, eher welche die treu und hingebungsvoll neues Blut in alte Fässer füllen. Sollten wir uns doch dazu hinreißen lassen, den Griechen mit all seinen Pleiteaktionen sympathisch zu finden, dann rollen wir lieber fix ein paar Euronen über den felsigen Olymp und direkt in die löchrigen Taschen der Musiker von RESURGENCY, auf dass sie ihren Anteil ins Staatssäckel tun, anstatt anonyme Steuerverschendungspakte in spielsüchtigen Großbanken zu versenken. Also spendet, bevor dort der Strom abgedreht wird und die ihre Instrumente gegen Feldspaten und Kartoffelhacke eintauschen müssen. Das wäre pure Blasphemie, denn dann wäre der sehr durchdachte und stabil konstruierte Death Metal für den Donnerbalken, jegliches Variationsanstreben (in den Grenzen dessen was sich im Death Metal gehört, wenn man progressiv oder modern aus Überzeugung Kacke findet) umsonst vergossene Schweißbäche. Hier steht ein kleiner Haufen Überzeugungstäter, der in der unübersichtlichen Schaar Gleichgesinnter seine Fackel hell und heiß am Brennen hält und dem, auf seinem Weg zu folgen, mit Freude gelingen sollte. Denn auf diesem Trip werdet ihr (mal wieder) Death Metal in seiner reinsten Kernessenz erfahren, euch brutal misshandeln, euch mit kalten Leichenfingern im Schritt begrapschen lassen und dem Pesthauch westlicher Dekadenz ausgesetzt sein. Die griechische Todessehnsucht deckt alles ab, was im Totmetall wichtig ist, geht recht innovativ mit dem um, was an Stilmitteln zur Verfügung steht und leistet sich keine großen Ausfälle. Von meiner Seite zur nicht ganz risikofreien Verklappung freigegeben.
8/10

No comments:

Post a Comment