Monday, June 18, 2012

THORNAFIRE - Eclipse Nox Coagula - Cd / Ibex Moon


Thornafire sind irgendwie so was wie eine Leprakolonie, sie ist immer mal wieder im Gespräch, keiner will sie wirklich kennen, aber ein jeder dreht sich neugierig um, wenn ein Betroffener mit abfälligen Eigenschaften unabsichtlich sein Körpergewicht reduziert und überflüssige Partikel auf den Asphalt verteilt. So verlieren auch die Chilenen mancherorts etwas, dass sie aber anderswo wieder aufheben und dran pappen. Dabei erwischen sie nicht immer die dafür vorgesehenen Stellen und deshalb humpelt das 3. Album so durch die Landschaft. Etwas ungelenk und orientierungslos, aber durchweg mit grimmiger Miene und einer unverhohlenen Sympathie für den Teufel. Für Death Metal ist zu viel Schwarz/Weiß Schminke aufgetragen (innerlich), für Thrash Metal ist zu wenig wirklich schnittiges Gitarrengeratter drin und vor allem fehlt die Aggression eines durchgebrannten Rasenmähers auf Opferjagd (kleine Nager, Gummistiefel …) Für eine Melodic Thrash/Death Band … ja für so eine geht’s. Da schwingt dann südamerikanische Überzeugung mit, auch wenn entsprechend seelenverwandte Bands (kontinenttypisch) normalerweise wesentlich mehr Geschwindigkeit hinter ihre Hooks bringen. Thornafire sind in dieser Beziehung häufig auch zu behäbig und vor allem zu verheult melancholisch. Also passt das dann auch nicht mehr so recht. Wer verkrampft nach Harmonien sucht, steuert den Kahn schnell mal gegen scharfe Klippen, dann steckt die Bude in allzu viel Wiederholungsschleifen fest und verdirbt sich selbst den ursprünglich gut gewählten Kurs durch permanente Desorientierung. Wofür die Jungs, die gerade den östlichen Teil der alten deutschen Demarkationslinie, und so ziemlich jedes kleine Open Air mit ihrer Präsenz belegen, denn nun wirklich stehen, hab ich noch nicht ausmachen können. Einfach gedacht, dann wohl für ein bisschen von allem und so gesehen stehen sie ganz gut im Fegefeuer und müssen nicht wirklich fürchten, von des Leibhaftigen Großmutter mit der hölzernen Kelle über den Pelz zu kriegen, weil sie die leckeren Knaben als Haare in der unheiligen Suppe betrachtet.

Es wird dort draußen schon noch genug Suchende geben, die sich Thronafire anschließen werden, für die Melodien und Riffs nur dann zusammen gehören, wenn die Songs nicht durchweg knüppeln. Vielleicht ist es auch völlig Schnuppe, dass die Stücke nicht immer wirklich flüssig sind, die Band ihre guten, brutalen Momente an (subjektiv) unpassenden Stellen mit zu viel schwarzem Schmalz zerbricht. Und wenn es keinen interessiert, dass ich das Songwriting, das um Lichtblicke bemüht erscheint, trotzdem fade finde, dann könnt ihr das Album auch gleich kaufen. Wenigstens vom technischen Niveau sind die nicht ganz doof, mit den Solis trotzdem zu langsam. Bewegt bei mir nicht viel, aber das muss nichts heißen, bewege mich ohnehin wenig.
5/10

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