Friday, July 20, 2012

BLACK HOLE OF CALCUTTA - Same - Lp / Give Praise Records


Black Hole Of Calcutta hat wohl irgendeinen historischen Bezug zu ebenjener Stadt in Indien, wie aber eine Meute Hardcore/Punks mit gleichem Namen von der nordamerikanischen Pazifik Küste auf diesen Trichter kommen, ist mir noch schleierhaft, wenn auch passend. Das schwarze Loch war in der Kolonialzeit ein extrem beengter Knast und die Amis machen Musik, als müssten sie alle Fesseln sprengen. Beim Versuch eine Revolution loszutreten, halten sie sich auch nicht zwingend an die Vorgaben des 3 Akkord Genres, auch wenn die Horde größtenteils primitiv und direkt drauflos rattert. Als Spiegelpunkte quasi, arbeiten sie partiell auch mal mit Industrial Generve und coolen, fast doomigen Riffs und kompletten Arrangements, die verdächtig an Black Sabbath erinnern. Hauptaugenmerk liegt natürlich im beabsichtigten Unterfangen, so viel Hektik und Chaos zu verbreiten, wie es nur irgend möglich ist. Und wenn man sich als gestandener Punk einige Disharmonien und ungewöhnliche Hörerlebnisse zu Nutze machen muss, dann scheint das legitim. Wenn dann am hinteren Ende ein recht gewöhnlicher Crust und Grind Bastard heraus fällt, dann ist das auch nicht so schlimm und allerhöchstens für die Musiker etwas ernüchternd. Denn die Erwartungshaltung in dieser Richtung ist doch deutlich definiert und dagegen lehnen sie sich mit ihren wenigen untypischen musikalischen Ausflügen auch nur bedingt auf. Der größte Teil der Songs ist einfach gebautes, rohes und wenig überraschendes Seitengeschrubbe. Nicht dass das keinen Spaß machen könnte, das Gegenteil ist der Fall, aber um das eigene Kellerloch mit Sonnenlicht zu fluten, müssen noch einige Schaufeln drauf gepackt werden. Was bleibt ist sympathische, anarchische und manchmal sogar kreative Mucke, die in ihrer Art den europäischen Vorbildern in nichts nachsteht. Vielleicht haben sie sogar mehr schwarzen Humor als alle Altweltler zusammen, wie sonst könnte jemand auf die Idee kommen die heiligste unter den Heiligen, Mutter Theresa, die wahre Mutter aus Kalkutta, mit einem Facepaint zu versehen, dass blasphemische Verbindungen in die Tiefen einer widerwärtigen und menschenverachtenden Burzum – Hölle suggeriert. Ob die alte Dame das verdient hat? Oder haben ein paar Punks aus dem Land der Weltenrettung etwa Kenntnisse von Details, die sich der freien Welt entziehen? Spekulationen zur allgemeinen Unruhestiftung wären angebracht. Damit hätten die wohl ihr Ziel auch erreicht, Anarchie und Chaos zu erzeugen und wenn die Musik dafür nicht die 100 Prozent an benötigten Voraussetzungen schafft, dann werden aus der investigativen Hüfte andere Mittel zur Anwendung gebracht. Schaut euch einfach das Cover an und lasst euch nicht in die Irre leiten. Unterm Strich steht die Band immer noch für ordentlichen Crustpunk.
6/10

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