Monday, July 16, 2012

DEADLY REMAINS - Severing Humanity - Cd / Deepsend Records


Deadly Remains bauen auf ihrem 2. Album ihre technische und progressive Seite aus, bringen moderne Death Metal Variationen mit Althergebrachten und Bewährten zusammen. So scheppert das Set vornehmlich brutal, meist zwischen hohem Tempo und Midtempogrooves. Obertöne treffen Beatdowns, markige Riffs lassen sich vom wüst tobenden Drummer treiben. Etwas anstrengender sind dann Bass und Gitarre , wenn die Vorliebe für beunruhigende Jazz – Eskapaden durchbricht, sie verqueren Freisinn von der verchromten Kette lassen und das nicht immer zu passender Zeit. Dieses aufdringliche Saiten Gewichse kann anstrengend werden, behält aber nur kurz wenn auch offensiv Oberwasser. Das unterstreicht wohl die progressive Note, mit der nicht jeder umgehen können wird. Im Verlaufe der Rinde nimmt der Einfluss sogar zu und gipfelt in „Psalm Of Impurity“, das sie sich aus ignoranter Sicht hätten an den Hut pfropfen können, da es die Scheibe keinen Deut voran bringt und mit seiner Klimperei eher an einen Abend mit Helge Schneider erinnert. Wirklich nervenaufreibend ist aber der Gesang, der in so unglaublich unmotivierter, immer auf gleichem Level rasselnder Tonlage vor sich hin leidet, dass es den meist flüssigen Lauf der Songs bremst wie ein Bieberdamm. Langweilig und alles andere als konstruktiv. Als würde ihm jemand mit der Klobürste im Magen rumstochern, unglaublich. Abgesehen von dem Geröchel ist auch der 2. Schlag der Amis in fast allen Belangen vertretbar, kompositorisch abwechslungsreich, immer an straffer Leine und die angestrebte, keinesfalls rigoros brutale Gangart nie aus dem Auge gelassen. Komplexere Strukturen, verschachteltes Songwriting und allseits auf Action getrimmt, so wollen sie ihre Musik wahrscheinlich verstanden haben. Zugunsten der Nachvollziehbarkeit wäre etwas mehr Gelassenheit vielleicht ganz gut gewesen, aber keine Bange, so schlimm wird’s nicht. Sonderlich engstirnig darf man sich der Geschichte allerdings auch nicht hingeben, denn einfach nur drauf los poltern liegt, wie bereits dezent angedeutet, jenseits des bandinternen Anspruchs. Dass es nicht immer einfach aber höchst interessant zugeht, könnte ebenfalls in der Absicht der Musiker liegen, die sich selbst zu immer dichter gestrickten Leistungen treiben und Gefahr laufen, irgendwann das Publikum aus den Augen zu verlieren. Für jene unruhigen Zeitgeister, die stilübergreifend denken und ticken, sind Deaedly Remains ein gefundenes Fressen und für den großen Rest bleibt hinter der ganzen Anspruchsduselei noch genug über um sich den Kopf im Selbstversuch zu amputieren. Rein technisch sind Deadly Remains auf einem beeindruckenden Kurs, ob das jedoch der einzige Weg zum imaginären Ziel ist, wird sich erst noch zeigen müssen. In erster Linie sollten sie aber unbedingt an ihrem Frontmann arbeiten, vielleicht Milch mit Honig trinken und an frischer Bergluft spazieren gehen.
7/10

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