Tuesday, July 24, 2012

FASTKILL - Bestial Thrashing Bulldozer - Cd / Pulverised Records


Nippon – Thrash mit europäischen Absichten, datiert auf den Zeitraum der 80er, als Kutte und Stretch – Jeans noch Uniform waren. Darauf basiert das pausenlose Geschredder der 5 etwas ruppig musizierenden Herren, die nicht in der Absicht schwelgen, es ruhig angehen zu lassen und offensichtlich eher glauben, auf deutschen Austobahnen unterwegs zu sein. Die toben nicht erst seit gestern mit dieser hektischen Geschwindigkeit durch Raum und Zeit, so dass es einem Wunder gleicht, dass sie sich noch nicht selbst die Füße abgesäbelt haben. So was ist bedingungslose bis riskante Heldenverehrung unter Gefahr die ganze Kiste an die Wand der Bedeutungslosigkeit zu karren. Aber so lange sie Spaß daran haben, Musik in einem Rausch zu schreiben, der wahrscheinlich fälschlicherweise nahelegt, dass das Faktotum Zeit nicht auf ihrer Seite wäre und sie unbedingt „hinne machen“ müssten, so lange sollten sie auch in allergrößter Selbstaufopferung um die Häuser rennen. Ich für meinen Teil hätte etwas mehr Ruhe und Gewichtigkeit im Songwriting zu schätzen gewusst, aber so ein teutonisch präzisierter Fokus hat nichts mit der Ruhelosigkeit eines Volkes zu tun, die aus Freundlichkeit jeden Scheiß ernst nimmt. Ganz unheimlich nervig ist bedauerlicherweise der Sänger, der in so einem unerträglichen Falsett kläfft, dass ein Köter mit einem vergleichbaren Organ hierzulande von der spießig autoritären Kleingartensparten - Nachbarschaft verklagt und vom Besitzer zum Abdecker gebracht würde. Die daraus entstandene Seife geht nach Japan und zieht die Exportschraube weiter an. Gut, irgendwie mag das ja zu der ganzen Hektik des Albums passen, aber es gibt immer einen Zeitpunkt, an dem es reicht, an dem auch das größte Jauchefass keinen weiteren Tropfen fassen kann. Dass schrille Gekeife als lediglich gewöhnungsbedürftig zu beschreiben, wäre das gleiche wie zu behaupten Zahnarztbesuche seien Garanten für eine Dauererektion. Der Kerl geht mit punktuell ganz schnell auf den Sack und beißt sich dort regelrecht fest. Das trübt dann den langsam aufkommenden Unterhaltungswert einer rastlosen Bulldozermaschinerie. Denn Riffs, Drums, das ganze Arrangement lässt bei Thrash Fanatikern ohne moderne Bezüge kaum ein Wunschtürchen offen. Bisschen mehr Bass, der knäckert etwas zu flach, das vielleicht, aber so sehr ins Gewicht fallen will es nicht, wirkt jedenfalls nicht negativ nach. Dass der Vogel am Mikro die ganze Mühe in die dunkle Ecke meckert und kaum noch Möglichkeiten offen lässt, dass sich das wirklich standfeste Instrumentarium entfalten kann, ist mehr als nur leichtfertig, das ist nahezu bescheuert. So verschenken Fastkill einiges an Qualität. Ließe sich das Manko retuschieren, bliebe zwar kein bahnbrechender aber umso ehrlicherer Thrash Metal übrig, der sich mit schnellen Gitarren und kurzen, klassischen Metalsolos durch einen sauerstoffarmen Set prügelt und nicht mehr so arg anstrengend wäre. Haut mich nun nicht aus den weißen Kunstlederknöcheln, kann man aber schon mal laufen haben, wenn das Nervenkostüm hält!
5/10

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