Friday, July 20, 2012

MARASMUS - Mountains Of Dead - Cd / Disgorge Media


Welch Geistes Kind, abseits subjektiver Wertungen, sich auf „Mountains Of Dead“ lautstark bemerkbar macht, bleibt nicht lange im Dunkeln. Vital Remains, Cannibal Corpse und Vile haben eine unleugbare Steilvorlage für das Debüt (nach voran gegangener Mcd) von Marasmus angeboten. Und viel mehr bedarf es dann eigentlich nicht in Worte zu fassen. Da ist nichts neu, dennoch auf gutem Niveau, gekonnt und brutal vorgetragen. Dass das Album passagenweise sehr vertraut klingt, ist nicht unbedingt negativ belegt, nur nah an den amerikanischen Klassikern. Wem die zusagen und wer davon noch nicht genug hat, dem wird Marasmus sicher gefallen, mit all seinem Doublebass, Geprügel, Technik und schweren Mid Tempo Grooves. Häufig gehört und immer wieder als gut abgehakt. Abseits eines immer prominenter werdenden Fun Charakters und/oder überzogenen Gore Geschisses, ist diesem Album nicht allein wegen seiner rigorosen Brutalität ein gewisses Maß an seriöser Ernsthaftigkeit nicht abzusprechen. Bemerkenswert dabei bleibt, dass trotz der klaren Verbindung zu CC und Co, ein relativ variables Spiel möglich ist, so darf es gern atmosphärisch düster sein, aber auch riffbetont in angenehmer, berechenbarer Eingängigkeit an die Nackenwirbel gehen. Strapazierend wird es nie, da das gesamte Feld, das die Brüder beackern mit Früchten gesäumt ist, die vielen schon lange munden und es somit keines anstrengenden Gewöhnungszeitraumes bedarf, bis der Speichel läuft und die Rübe kreist. Muss sich die Band deshalb vielleicht die Frage nach der eigenen Existenz stellen? So lange Songs gelingen, die nicht den Eindruck einer phantasielosen Kopie hinterlassen, glaube ich das nicht. Marasmus haben genug Schneid, Stücke mit persönlichem Fokus zu schreiben, und vor allem überzeugend umzusetzen. So lange die Leadgitarre Riffs vorlegt, die ohne anzuecken durchrutschen, sofortigen Mitmachspaß auslösen, und der Drummer nicht an Tempo verliert und so lange das unbestrittene Engagement , der straff gespannte Spielriemen zu hören bleibt, ist alles gut. „Mountains…“ funktioniert von Anfang an, leistet sich keine Ausfälle und hält die Tradition unverfälschten US Bleigestöbers aufrecht. Und das hat skurilerweise nichts mit dem Bandnamen zu tun, der auf einen physikalischen Energiemangel hinweist, von dem rein akustisch nichts zu bemerken ist. Oder haben die schon zu viele Leichen gefleddert, dass sie sich mit unheilbaren Seuchen die Hirnwindungen entzündlich versaut haben? Bisschen krank klingt das ideologisch und optisch beding schon, wenn die mit Bulldozer und Instrumenten Kadaver zusammen schieben, dass irgendwann nur noch ein stinkender Matschberg übrig bleibt, quasi ein verwesender Schmelzpott, bei dem die Einzelteile nach geraumer Zeit nicht mehr zweifelsfrei zu identifizieren sind. Ihr verlasst euch gern auf vertrautes und hasst allzu dünnes Eis, dann schiebt euch das Album durch den Denkkasten!
7/10

No comments:

Post a Comment