Wednesday, July 25, 2012

MASTER - The New Elite - Cd / Pulverised Records


Eine neue Elite wird der Kauz mit dem Bart auch mit der neuen Master Rille nicht aus dem mit flüssigem Blei gefüllten Taufbecken heben. Dafür ist sein in die Jahre gekommenes Baby nie im Sinne von Anpassungsfähigkeit und Flexibilität erzogen wurden, ganz der Papa. Darauf zielt der Titel wie erwartet auch nicht ab, eher widmet sich der Meister wieder wie gewohnt ganz offen und ehrlich seiner Kritik an Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und seinem Hass gegen Blindheit und Dummheit. Da uns das alles auf ewig dominieren wird, kann er noch weiter schreiben, bis der Bart zum Fliesenpolieren taugt. Musikalisch ist das Konzept Master ebenfalls absolut berechenbar und statisch, der Herr quetscht seine Vocals unter schweißtreibender Mühe zwischen seinen Stimmbändern hervor und lässt den Bass bollern als müsse er damit noch irgendwelche dekadenten Paläste einreißen. Die Gitarre hat ebenfalls was von einem Tieflader und brennt markige und für die Band mehr als typische Riffs in den Bühnenboden. Na und der Drummer arbeitet auch mehr als das er seinen Set locker absitzt. Was nicht gelungen ist (schon wieder), ist der eine Song, der dem Album die besondere Note gibt, so wie etwa „All We´ve Become“ einst auf „ Four More Years Of Terror“. Auch wenn er mit seinem Herzen sicher noch immer voll dabei ist und er eines Tages mit geschwollen Halsschlagadern und einem Schlaganfall von der Bühne kippen wird, scheint ihm die transportierte Botschaft wichtiger zu sein, als die Musik selbst. Was nicht gleichbedeutend ist mit der Annahme, Master würde musikalisch schwach auf der Brust und an Kreativität einbüßen. Das muss Herr Speckmann gar nicht beachten, denn er hat einen ganz eigenen Maßstab, was Ansprüche in allen Bereichen betrifft. Dieser kann für andere Musiker nicht verbindlich sein, dafür steht das Geholze von Master schon immer viel zu weit am Rand und fürs ich selbst. Das was wir jedesmal auf Brot bekommen ist trocken, knarzig, rockig, gespickt mit einem Dressing aus klassischen Solos, die auch bei Motörhead Verwendung finden würden und als grüner Salatblatthöhepunkt eine dicke Portion Weltenhass, oder auch Proklamation gegen zu viel Idiotie auf dem langsam sterbenden Erdenrund. Der nimmt seinen Kriegsschrei, der vor nunmehr 30 Jahren zum ersten Mal ertönte immer noch bitter ernst. Und dass er den Zug irgendwann mal verpasst hat, sollte ihn nun eigentlich auch nicht mehr stören. Master hat sich stets allen Trend widersetzt und dass der Herr immer noch sein rüpelhaftes Unwesen treibt gibt ihm im Nachhinein irgendwie auch Recht. Auf diese Weise erfüllt auch „The New Elite“ wieder die Erwartungshaltung aller Master Jünger. Und wer sich mit dem stumpfen Gedröhn und vielleicht allzu pragmatischen Death Metal des haarigen Mannes noch nie in positiver Weise auseinander setzten konnte, der darf auch heuer keine Wunder erwarten. Master ist wie das nächste Sequel zu Freitag der 13., Fans werden jeden Messergang vergöttern! Aus dieser Sicht gibt es 7/10 Punkte.

No comments:

Post a Comment