Saturday, July 21, 2012

SAKATAT - Bir Devrin Sonu - Cd / Every Day Hate


Nach jeder Menge 7er Zeugs debütieren Sakatat endlich mit einem “Album”. So wenigstens lautet die Eigenaussage zu einer Cd, die keine 10 Minuten grindet. Mit so wenig Lärm im Rucksack hätten die Türken auch gern ein weiteres Vinylrelease ankündigen können. Mit dem Ding am Hörorgan fühle ich mich reichlich auf die Schippe genommen. Ich erzähle doch auch niemandem ich gehe Fallschirm springen und grabe mir dann heimlich ein Loch zum reinhüpfen. Zumal die Musik doch gewohnt schnell, präzise und den Grundgedanken wahren Grindcores ohne Umschweife bei den Eiern packt. Kann es denn echt so schwer sein, solch alptraumhaftes und cooles, rasiermesserscharfes Minutengebolze um weitere 20 Stücke zu verlängern, warum so überstürzt unbedingt eine Cd auskotzen, wenn die nur halbgar ist? Wenn irgendwas schneller vorbei ist als gewöhnlicher Morgensex, dann ist mir das in der Regel (auch in ihrer…) keinen Pfifferling in der kalten Pfanne wert. Warum Geld ausgeben, wenn das zusammen kratzen des Kleingeldes länger dauert, als sich das erstandene Produkt akustischer Komprimierung anheim zu führen. Das haben nicht mal Napalm Death in ihrer Frühphase hinbekommen, die haben da auch lieber eine echte Lp draus gemacht, selbst wenn´s gedauert hat. Wer sich ein Vorbild aussucht, sollte das mit Haut und Gebein machen. Die Musik stimmt schon mal, das tat sie wie erwähnt immer … irgendwie. Hektisches, chaotisches, blastendes Gewitter, klingt wie ein explodierender Elefant, dessen Knallgeräusch auf eine Cent Münze verdichtet wird. Roh und ungemein schnell, auf den ersten Blick unstrukturiert und planlos mit der Abrissbirne ins blinkernde Glashaus gedonnert. Auch der zweite Eindruck ändert die wirre Lage nicht, aber es macht Spaß und darauf kommt es an. Sakatat vögeln das Establishment, genau wie die britische Wiege des Grindcores es einst in den 80ern propagiert hat. Radau und Anarchie, Aufklärung und Wut von ganz unten. Umso enttäuschender erscheint es, wenn der Revolte schon nach 8 Minuten die Puste ausgeht, da ist so ein echter Punk noch nicht mal die Kellertreppe rauf und bis ans Tageslicht gekommen, da ist der Aufstand ohne Repeattaste schon wieder vorbei. Kann man ihn auch gleich bei Sterni aussitzen und versaufen. Es hätte klappen können, hätten sie noch eine Handvoll ihrer 2 Minuten Balladen drauf gepackt, niemand wäre auf die abstruse Idee gekommen, das Album (lach mich schlapp – mit Träne im Jackenaufschlag) wäre künstlich aufgepumpt, oder mit Füllmaterial zum Geldverdienen vollgestopft. Und wenn es ihnen nun mal stilecht eher liegt, einen Song in unter einer Minute in die Grube zu schicken und verrottete Erde darüber zu streuseln, dann hilft alles nichts, dann muss die Geduld Sieger sein. Dann müssen halt mehr authentische Kurzstreckenbomber geschweißt werden, wenn das mit dem flächendeckenden Angriff klappen soll. Fazit: niemand verarscht einen Grindcorefan, auch nicht unbeabsichtigt! Verflucht ehrlich klingende Musik und aufrichtige Überzeugung rechtfertigen keine Spielzeit einer zerkratzten Schellack – Platte. Oder nennt es halt nicht Album, das ginge auch…
6/10

No comments:

Post a Comment