Saturday, July 14, 2012

SUTURE - Skeletal Vortex - Cd / Soulflesh Collectors


Neuveröffentlichungen versunkener Schätze, wie auch zu Recht vergessenen Schrottes sind legitim und an Häufigkeit proportional ansteigend. Alles schick. Dass sich eine Band hinstellt und ein Album noch mal komplett neu aufs Master knüppelt, kommt da eher seltener vor, wird es da wohl in erster Linie an den Kosten scheitern. Das ist im Falle Suture offensichtlich als marginales Problem im Ordner erledigter und ignorierter Fälle abgelegt. Zumal sie vorhaben ihr erstes Album „Carnivorous Urge To Kill“, der gleichen Behandlung zu unterziehen. So eine Frischzellenkur hat ohne Zweifel auch Vorteile, kann man doch die oberflächlichen Fältchen plan bügeln, die Frisur richten und das komplette Antlitz etwas straffen. In Bezug auf „Skeletal Vortex“ unterm Strich nicht so viel rumgedoktert, die Setlist ist etwas verschoben, was sich sowohl subjektiver Nachvollziehbarkeit wie tieferer Bedeutung entzieht, ein Intro hat sich vor das ganze Geballer gezapft und hinten dran erwartet euch ein nicht ganz versteckter Hidden Track. Der Übergang zu diesem ist nach „Chaossuary“ wird mit nicht ganz so abruptem Stillschweigen erschwert, was den „Spannungsbogen“ noch etwas summen lässt. Na und sonst? Brutaler Death Metal mit griffigen Riffs, technischer Standhaftigkeit und dezenten Disharmonien. Genau das was einer amerikanischen Brutalocombo abzufordern sein muss, wenn sie sich nicht mit Slamgedöns den Proberaum zustellt. Kann sein, dass das Schlagzeug manchmal zu weit vorzieht, kann sein dass die Klampfe zu sehr an seinem Tempo sägt, kann auch sein, dass das trotzdem gut zusammen passt. Ist gar nicht so schlimm, wenn jeder ab und an sein eigenes Ding durchzieht und mit dem Kopf durch die Wand rumpelt. Chaos, das unüberschaubar wäre entspringt dem Zweikampf definitiv nicht. „Skeletal Vortex“ deckt das ganze Spektrum an rasend aggressiver Gitarrenarbeit jenseits primitiver Akkordakrobatik ab, von bangerfreundlich durchschaubar bis hin zu komplexeren Strukturen, schrägen Einwürfen und Twist tanzenden Leads. Ebenfalls ins Ensemble gehört ein Mikrosklave, der sich den Kehlkopf krebsreif grunzt und irgendwie keinen Sauerstoff braucht um sich bemerkbar zu machen, der strapaziert seine Stimmbänder pausenlos. Auch wenn das alles manchmal nach interner und positiver Rangelei kling, harmoniert das Endergebnis erstaunlich gut. Ok, das Wort Harmonie umschreibt dieses überaus brutale und geschickt getimte Album möglicherweise nicht richtig, sagen wir mal, das gibt bedingungslos auf die Fresse und jeder Einschlag macht Spaß! Doof nur, dass wer das Album bereits im Sammelschacht versiegelt hat, diese Neuauflage nicht zwingend braucht, denn ernstzunehmend neue Anreize bietet es nicht. Ist wohl eher für den Rest gedacht, der bestimmt noch hungrig genug ist. Ich für meinen bescheidenen Teil hätte mir neue Songs unterm vorgezogenen Weihnachtsbaum gewünscht.
8/10

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