Tuesday, July 31, 2012

UNCONSECRATED - Awakening in the Cemetery Grave - Cd / Chaos Records


Unconsecrated parken ihre Musik in Sichtweite der alten, schwedischen Klassiker und machen dabei, wie so viele andere heutzutage auch, keinen schlechten Eindruck. Wenn wir die Tatsache, dass wir das alles schon kennen, außen vor lassen und uns an roher Basskannonade weiden, wie ein fossiles Mammut an der Gänseblümchenwiese, dann gibt es keinen Grund dem Rost zu Leibe zu rücken. Unconsecrated stemmen ihren spanischen Kadaver mit aller Macht in die Gefilde Frühneunziger Elchtöter, schwören der damaligen Szene in Stil und Sound unbedingte Treue und klingen tatsächlich sehr authentisch. Schnarrende Gitarre, punkiges Schlagzeug, tief gestapeltes Soundgewand, recht primitiv gehaltenes Songwriting und die gewisse Portion an morbiden Melodien, alles da. Alles überschaubar. Sollten sich auf dieser Compilation (sie haben bisherige Veröffentlichungen zusammen getragen und neu gemastert) irgendwelche bahnbrechenden Überraschungen versteckt halten, dann tarnen sie sich ausgezeichnet unter einem mottenzerfressenen Deckmantel aus vertrauten und angegammelten Fetzen. Die Bandmitglieder bewegen sich mit maximaler Sicherheit über den Totenacker, den sie intensiv studiert haben müssen und schlurfen in gekonnten Bögen einen Schritt vor den anderen wie ein von Formaldehyd berauschter Kadaver eines unzüchtigen Geistlichen, immer mit schmutzigem Gedankengut im Fahrwasser anderer Perverser. Dass bei solch unabdingbarer Treue zu fossilen Vikingerbrigaden nur bedingt vor der Küste blühender Innovationen geankert wird, ist vielleicht nicht unbedingt schade, immer mal in Sichtweite zu kreuzen wäre aber auch nicht unattraktiv. Viel Wert legen die Musiker immerhin auf eine Grabesstimmung mit Erpelpellegarantie, ein Fakt der die rotzig rockige Komponente außen vor lässt, dem mächtig ranzig wirkenden Melodievergnügen aber Raum zur Entfaltung gibt. Somit wirken die langsamsten Parts auch am prägnantesten und in solchen Momenten darf der Muiksklave dankbar sein, dass sich die spanischen Klone unter dem Rettungsschirm hervor wagen und keine Experimente mit unsicherem Ausgang aufs Korn nehmen. Mit dieser Attitüde rumpelt und holpert das Gefährt, vielleicht nicht ganz mühelos, aber auf direktem Weg Richtung Ziel, selbst wenn die Zielgerade noch außerhalb des Bandradars liegen dürfte. Das liegt wohl auch daran, dass die Originale immer die Originale bleiben und eine Band die es zu genau wissen will, immer einige Schritte zurück bleiben wird. Wer sich damit arrangiert und wem es nicht sauer aufstößt, dass der alte Schwede schon unzählige Male mit stumpfen Werkzeugen wüst ausgeweidet wurde, der bekommt eine weitere gute Ladung staubigen und gammligen Totmetalls in den aufgeblähten Elchkadaver.
7/10

No comments:

Post a Comment