Tuesday, July 3, 2012

ZOMBIEFICATION - Reaper's Consecration - Cd / Pulverised Records


Zombiefication müssen sich wohl weiter den Vorwurf gefallen lassen, ein vollwertiger Klon von Dismember und Entombed zu sein. Das mexikanische Duo macht sich zu einem erneuten, vollkomme schamlosen Raubzug durch die Gefilde wohlfeinen Elchgemetzels auf und schreckt nicht davor zurück, sich rigoros an der Theke zu bedienen. Die packen sich die Tüten voll, als wäre der Ausverkauf schon angeläutet. Wer das nicht als Manko betrachten will, merkt recht schnell, dass ihnen die Schuhe absolut nicht zu groß sind. Vielleicht wollen sie aus dem Schatten der schwedischen Urgesteine gar nicht raus, oder sie sind mit ihrem Verständnis von Inspiration für alle Zeiten in der Sunlight Schleife gefangen. Das was sie da tun, ist auf jeden Fall ein Riesenspaß im Rahmen dessen, was sie sich selbst zugestehen wollen. Und dass sie durch jede Faser den Spirit der frühen 90er schwitzen, zu melodischen Bögen ausholen, die Vocals eine freche Imitation von Matti Kärki sind, jeder Ton nach den Originalen klingt, die Gitarren genau so tief hängen und der Rhythmus der Songs gar keine Zweifel aufkommen lässt, verstehe ich gern lieber als aufrichtige Ehrerbietung denn als peinliche Ideenlosigkeit. In den Köpfen vieler spukt berechtigt das nervige Gespenst des Retrowirbels, und so mancher wendet sich bereits mit grausiger Mimik ab. Bei der Flut an Old School Releases schwingt mein vollstes Verständnis mit. Um solche Art Musik aufrichtig durchzuziehen bedarf es einer immensen Portion an Leidenschaft, und die glaube ich bei Zombiefication hören zu können. Die Umsetzung ist dabei der der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, wenn Bands ihren Faves zu nah auf den Pelz rücken. Im Falle Zombiefication sehe ich da keine großen Probleme, noch offensichtliche Ausfallerscheinungen oder gar idiotischen Dilettantismus. Ganz wie auf dem voran gegangen Debütalbum „Midnight Stench“ lebt auch „Reaper´s Consecration“ von der handwerklich sicheren Umsetzung der eigenen (oder als eigen empfundenen) Ideen, dem morbiden Charme, den sie so authentisch wie möglich zu transferieren suchen und ebenjenerLeidenschaft für gute Musik. Musik die Gänsehaut am Fließband ausspuckt, die Muskelstränge reißen lässt und wahrscheinlich auch für manch erektile Verirrung verantwortlich zeichnet. Und mit dem „Alles nur geklaut“ Slogan werden die beiden Burschen sich sicher besser arrangiert haben, als so manch anderer, können sie ihre Marschrichtung musikalisch doch vertreten. Wer heuer des omnipotenten Schwedentodes noch immer nicht überdrüssig ist, macht bei den Exoten im Soundgehege dröhnender Bässe gewiss keinen Fehler. Und wer das 2010er Album sein eigen nennt, wird diese Ep (mit beinahe einer ½ Stunde Melodiradau) auch bedenkenlos daneben schieben wollen.
8/10

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