Friday, August 31, 2012

DESERTED FEAR - My Empire - Cd / FDA Rekotz


“My Empire” fühlt sich an wie ungehemmt durch die Betten vögeln in der geriatrischen Abteilung des Death Metal Hospizes. Ob nun eng umschlungen mit dem fetten Kadaver von Obituary geknutscht ,mit Entombed in die 69 gegangen, mit Asphyx inspirierendes Sperma gegurgelt oder mit Dismember exzessiv gefickt, zurück bleiben ausgebrannte Strohlager und versiffte Matratzen. In einer Ecke mögen sogar eingeschüchtert und missbraucht Amon Amarth hocken und die Hände schützend über den Arsch halten. Mit einem Knall fliegt die Vordertür auf und ein selbstbewusster und überaus befriedigter Spross verlässt grinsend mit der Hand im Schritt den Salon. Nicht im Geringsten ausgepumpt, vielmehr von den Rentnern inspiriert macht er sich auf, sein Können in die Welt zu tragen. So oder ähnlich wird der Werdegang, metaphorisch selbstverständlich, von statten gegangen sein, hin zu „My Empire“. Und so ein Titel verpflichtet, baut er sich doch auf den Ruinen einstiger metallener Hochkulturen auf. Obwohl die meisten glücklicherweise noch da sind. Fakt ist, dass Deserted Fear bei den Besten gelernt und es auch nicht versäumt haben ihren ganz eigenen Stil vorn anzustellen. Es entsteht eine Old School Variante, die nicht zu sehr an Vergangenem klammert, sondern eine Symbiose aus amerikanischer Härte, skandinavischer Melancholie und brutalen Sound schafft. Midtemporiffs in Mafiosiart, mit Betongewichten in den Hafen geschmissen begeistern genauso wie attackierender Galopp mit Sporen und Knute über Berge von dahingemetzelten Leichen. Das Harmoniebedürfnis, dass die 3 Musiker irgendwo schon noch haben, sonst ließen sich die Songs nicht auf diese Weise zusammen setzen, die zudem immer einen melodiösen Teppich unter den Klauenfüßen benötigen, ist schon ein sehr krankes. Nicht zwingend erforderlich erscheint es, den betagten Todesgreisen zu intensiv ins Gemächt zu greifen, auf die Gefahr hin, nicht mehr loslassen zu wollen. Da springt im richtigen Moment der Motor an und münzt den Sound der Vergangenheit in bandinterne Innovationen um. Schiebt altes Kisten zum abspritzen, schleifen und mit selbst gemischten Farben lackieren ins Licht. Die Erkenntnis dass gestern alles besser war und es heute trotzdem schick ist macht sich bezahlt, wenn dann eine Band mit breiter Brust so ein Album produziert. Eines das gespickt ist mit brutalen Riffs, tödlicher Atmosphäre, aggressivem Melodieverständnis, meterdicken Wänden aus instrumentaler Beschallung, intelligentem Songwriting… alles vereint in einem akustischen Blutbad. Na ja, und dann hats´ da ja auch noch den Übervater perfektionierter Kopfschmerzen, Dan Swanö. Wenn der am Ende nicht weiß, wie eine messerschwingende Ode an den Death Metal zu klingen hat, dann niemand. Bestimmt hatte der lange nicht mehr so viel Spaß daran, seine Finger in Songs zu stecken und den Bastard noch etwas zu formen. Rundum gelungen und rosig ist der Kleine, glänzend wie frischer Mutterkuchen. Lasst euch anstecken von der alten Schule der Moderne, ohne verruchten Retrocharakter.
9/10

Thursday, August 30, 2012

REVOLTING - Hymns Of Ghastly Horror - Cd / FDA Rekotz


Seine Herrschaft Rogga „Ich Muss Nie Schlafen und Kriege Keinen Herzkasper“ Johansson ist ein Phänomen und so unbegreiflich mysteriös wie das Bermudadreieck. Nur dass die feuchte Falle alles schluckt und der Meister eher alles heraus sprudeln lässt, ähnlich dem Dilemma mit zu viel Schnaps und Pizza nach halbfertiger Verdauung. Alle Nase lang setzt der mit irgendeiner seiner Bands riesige Berge in die Landschaft. Wer da ohne abgucken durchblickt fährt im Parkhaus rückwärts Panzer. Revolting zum Beispiel, da liegt im Jahresrhythmus ein neuer dampfender Haufen in der verbeulten Schüssel und jedes Mal feilscht der aufsteigende Gestank um gesteigerte Aufmerksamkeit. Natürlich gehören immer mehrere Musiker dazu, so was ans Licht zu pressen, aber ich bin mir sicher, der Johansson hat einen tüchtigen Knall, so als Kreativpool für säckeweise morbide Ideen verantwortlich zu zeichnen. Auf Revolting Nummer 4 fließt wieder ein rauschender Strom an gruseligen Eingebungen aus des Meisters Unterhose und beschert allen Gestörten einen Ständer oder anderweitig feuchte Südregionen. Im ersten Moment war mir gar nicht klar, dass die melodiöse Note so ausgeprägt ist, klingt häufig nach soundtrackartigen Metalversionen alter Exploitationfilme. Ganz besonders das Instrumental „ The Thing That C.H.U.D. Not Be“ mit Filmschnipseln aus einem der albernsten Creatureflicks überhaupt, offenbart die anhaltende Vorliebe für Verknüpfung von B Horror mit Metal, von Melodie mit Groove, vom Makabren mit angenehm Eingängigen. Wichtig scheint auch eine Lead Gitarre, die Hooks setzt und trotz einiger (gewollter) Wiederholungen in den hohen Auslagen die Führung des Blutbades geschickt übernimmt. Das hat dann diesen Misfits Style. Aber auch Ghoul findet sich darin wieder und ganz hinten, versteckt unter alten Säcken und toten Ratten verbergen sich doch tatsächlich einige Slayer Riffs (Ravenous Alien Spawn…). Die Gefahr als Säcke tragendes Spaß Unterfangen missverstanden zu werden besteht aber nicht, denn Revolting treten wie üblich herzhaft ins Eingeweckte und frönen dabei der brutalen Seite der Unterhaltungskunst. Mid Tempo Grooves und bierbauchdicke Riffs sind Garanten für eine „ Fresse halten oder in die Fresse kriegen“ Mentalität, der musikalisch nichts entgegen zu setzen ist. „Hymns…“ ist bunt und launig, unterhaltend und spaßig, aber auch krank und verdorben bis in den letzten schrumpeligen Zipfel. Das ist in gewisser Weise ein Wanderzirkus der Abartigkeiten, ein Freakshow die den vormals grünen Dorfanger mit Monstern, Mumien und Mutationen verwüstet, und das Volk steht staunend an der Abendkasse., Revolting funktionieren, weil wir das Abartige so anziehend finden, die dunkle Seite ein übermächtiger Magnet ist, Mord und Totschlag mehr Einschaltquote bringt, als Blumenpflanzen mit Tante Inge im offenen Kanal. Aus dieser nicht gerade bahnbrechenden Erkenntnis hat der olle Schwede eine Begleitmusik gezaubert, die nichts offen lässt und eben alles beinhaltet, was „Kopp Ab Metal“ benötigt um richtig zu ticken. Brutalität und Virtuosität, Ernsthaftigkeit und Humor, Geschmacklosigkeit und Harmonie, zuschlagen und locker lassen. Das Teil rockt, groovt und mosht auf eine sehr funktionelle Art und sollte umgehend eingekocht, eingefroren, bzw. einbalsamiert, im Giftschrank verschlossen, in Beton und Blei gegossen und im Andreas Graben versenkt werden, bevor ernsthafter Schaden entsteht!
9/10

Wednesday, August 29, 2012

OBSCENITY - Atrophied In Anguish - Cd / Apostasy Records


Alle “Es war einmal…” Geschichten haben einen wahren Kern und ein letztes Kapitel. Ob nun die von den Erfindern intelligenter Wegmarkierungen, Hans und Grete, das von den 7 Geißlein, indem der vermeintlich Unterlegene dem Aggressor erfolgreich die Fresse poliert, oder die vom Konfektionsfachangestellten, der sich mit List von der Gosse ins Monopol sympathisiert, irgendwo glüht immer ein Funken Hoffnung. Im Falle Obscenity glaubte so mancher ebenfalls an das Es War Einmal – Syndrom, doch die Reise durch den dunklen Zauberforst währt mit einigen Unwägbarkeiten und möglichen Stolpersteinen bereits seit 1989. Nach dem letzten Album „Where Sinners Bleed“ galten sie beinahe als verschollen, offenbar aber nur, um sich wie die Bestie aus den Ketten zu schlagen und noch brutaler und grausamer zu erheben. Da kommt also noch die alte Floskel von den Totgesagten hinzu. Wie hoch der Wahrheitsgehalt von der Beinahestrandung ist, bleibt fadenscheinigen Spekulanten überlassen, oder man fragt einfach mal nach. Mit allergrößter Zufriedenheit darf aber notiert werden, dass Obscenity ihr letztes Kapitel anno 2006 noch nicht gefunden hatten und heute eine neue Seite im bleibeschlagenen und blutgetränkten Folianten öffnen. Es kann durchaus sein, dass „Atrophied In Anguish“ melodiöser und auch technischer ist, als alles was zuvor erschien, es kann sein, dass es an der aktuellen Besetzung liegt, die Langzeitobzöniker und einzig durchgängiges Mitglied Hendrik Bruns aus dem Hut gezaubert hat, fest steht aber auch, dass unter dem Banner Obscenity nie etwas erscheinen würde, dass nicht 100 % Obscenity ist. Deshalb bin ich mir sicher, dass auch diese Facette der Band, die hohes spielerisches Niveau mit ungedämpfter Brutalität vermischt wie einen feuchten Pflaumenkuchen, schon immer da gewesen ist. Jetzt ist eben Zeit, sich so zu zeigen, denn es ist doch wohl jedem klar gewesen, dass wenn die Nordlichter mit ihrer neuen multikultureller Überseestimme ein weiteres Album produzieren, dann kommt da keine Hühnerkacke raus, sondern ein nächstes, rostfreies Mordinstrument. Alles andere wäre auch eine Riesenenttäuschung gewesen. Ich für meinen Teil habe nie daran gezweifelt und war sicher, dass teutonischer Death Metal mehr zu bieten hat als aufgewärmten Brei zu verteilen, wie es sich scheinbar mancherorts auf dem Lorbeerenlager geziemt. Als eine der dienstältesten Kapellen des Landes muss der eigene Anspruch immer höher sein, als das was der Schnitt verzapft. Und der heimische Leistungsschnitt hängt ohnehin weit oben in den Bäumen. Obscenity spielen problemlos weiter in einer verdienten Spitzenposition, auch wenn ich glaube, dass sie bei uns nie die wirklich große Anerkennung gefunden haben, die ihnen gebührt. „Atrophied In Anguish“ wird daran wahrscheinlich nichts ändern können. Der 8. Longplayer ist trotzdem ein unglaublich gut geschriebenes und produziertes Album, mit viel Tiefgang, vielleicht passagenweise etwas zahmer als gewohnt, aber grundauf ehrlich, in allen Belangen im höchsten Maße ansprechend und außerdem bläst es wie ein Tropensturm das Haarimplantat von der stumpfen Glatze! Hat er gut gemacht der Henne, jetzt kann er sein Surfbrett aus dem Schrank holen.
9/10

Monday, August 27, 2012

AD PATRES - Scorn Aesthetics - Cd / Kaotoxin


Wo kommen die eigentlich alle genau her, diese Horden an Prügelkapellen, Gitarrenvernichtern und Blutsäufern, karnivore Fleischkünstler, Dreschpflegel und Weltenhasser. Sitzt da irgendwo tatsächlich der Gott des Gemetzels mit heruntergelassener Hose im kahlen Gebüsch und scheißt die eine nach der anderen aus seinem runzligen Arsch? Formt wer aus dampfenden Exkrementen und Zivilisationsabfällen Death Metal Bands am Fließband. Und warum können die meisten dann auch noch so gut spielen, so brutal die Bretter zertreten, Wände niederreißen und ganze Bierfässer in Sekundenbruchteilen atomisieren? Warum schlagen so viele Debütalben unvermittelt zielsicher in unserer Mitte ein? … Irgend jemand?... Erschreckend angenehmes Beispiel für so viel unverfrorene Frechheit tatsächlich was in der Kiepe zu haben sind AD PATRES aus der großen Nation der kleinen Männer, aus Frankreich. Von Beginn an wird deren Debüt von südamerikanischer Leichtigkeit und suffocatiöser USA Liebe bestimmt. Und zwar mit allem was sich so ein von Konquistadoren befruchteter Fremdverpflanzter bewaffnet, wenn er in die tägliche Schlacht zieht. Blast bis zum Umkippen, nach hinten wegklappen und Kinnladen ausrenken, aggressive Riffs, die Wadenbeine durchsägen, an Nervenenden reißen wie ein zugekokster Gärtner an Stangenbohnen, Blasts die laut und scharf peitschen wie die Katze einer fetten Domina auf dekadenten Börsianerärschen. Wichtig daneben sind die hohen Töne, die der 6 Saiter mit virtuoser aber immer aggressiver Melodie ausspuckt, wo Tempo eine entscheidende Rolle spielt und technisches Klein in Klein auch so seine tragende Komponente findet. Das ist Donnerwetter mit dauerrotierender Doppelfußmaschine, die das Mutantendasein des Schlagzeugers entlarvt. Mit Growls die Tote wecken, Werwölfe den bedeckten Mond anheulen und Vampire zur Zahnbürste greifen lassen, die das zusammengeflickte Monster zitternd in die dunkelste Laborecke verbannt, bleich und verängstigt. Ein ganzes verdammtes Album voll mit rasender Wut, rollenden Bässen und permanenter Wiederbeschleunigung, sollte das Teufelsmobil irgendwo mal ins Stocken geraten sein. Derb und brutal, aber auch mit prägnanten Hooks und viel abwechslungsreicher Gitarrenarbeit, zwischen Rübe ab und harmonisch den blutenden Stumpf liebkosen. AD PATRES lassen gar keine Zweifel aufkommen, dass erhöhte Geschwindigkeit ein bandeigener Rauschzustand ist, in den Schikanen aber unbedingt vom Gas gegangen werden muss, und Kurven geschickt und so eng wie machbar genommen werden. Mit so viel Schmackes und Gespür für den Fahrbahnbelag in der Todesrutsche knallen sie Zweiflern ein böses Loch ins Hemd, packen sie mit stählernem Griff an den Eiern und kauen schlaffe Schwänze zu Eiweißmus und roter Pampe. „Scorn Aesthetics“ ist als Erstling, und selbst wenn es keiner wäre, ein straffer Schuss Richtung schwarzes Zentrum und unbedingt eine Empfehlung wert.
8/10

Sunday, August 26, 2012

VALGRIND - Morning Will Come No More - Cd / Godeater Records


Na das ist doch mal was, ziemlich von Null auf Hundert ziehen 5 Italiener die löchrige Unterhose in den Schritt, bis sich der Zwickel färbt. Das ist Death Metal nach altem amerikanischem Waschzettel, da finden sich zum Beispiel Immolation wieder, mit viel Blast und blasphemisch schwabbliger Finsternis, mit starken Mid Tempo Parts, mit Melodien und generell geschickt getimten Übergängen. Vor allem die Solis vermitteln melodisches Harmonieverständnis, bevor sie pfeifend und quietschend um die nächste Ecke verschwinden. Die Leads funktionieren häufig aber genauso, düstere, getragene Riffs, die immer wieder von Prügelanfällen vertrieben werden und unbeeindruckt hartnäckig zurück schlagen. Manchmal versteckt sich noch das Gruselkeyboard im Hintergrund, für den Unheimlich – Effekt. Vielleicht auch, weil Nile eine ebenso geile Band ist und den Jungs einen Harten in der Popelinehose beschert. Ist aber durchaus passend, unterstützt die Absicht, ein paar ganz fiese und brutale Schweinehunde zu sein. Unterm Strich hat die Band ein gutes Händchen dafür, die Waage immer schön in Balance zu halten, nie nur bis zum Exzess über die Metal – Autobahn zu brettern und nie zu lang auf der Bremse den Verkehr zu behindern. Die wissen allzeit, wann es lohnt, die Pfeife auszupacken, die hohen Töne am Sack zu kitzeln und dann wieder mit Schwung in die Eingeweide zu treten. Gut geeignet um verstopfte Gehörgänge von schmalzigen Kommerzresten zu befreien. Valgrind, die bis dato völlig an mir vorbei gerauscht sind, hinterlassen Eindruck, nicht weil sie ihr Album auf nahezu eine Stunde aufmotzen, sondern weil sie mit so unterhaltsamer Ernsthaftigkeit einen Set prügeln, der keinen Raum für banale Lückenfüller lässt und das bei dieser Spielzeit. Die ziehen das scheinbar vollkommen unverkrampft durch, pegeln sich auf einem Niveau ein, dass ihnen in der so ungehemmt glorifizierten Zeit viel Ruhm und vielleicht auch ein paar Pfennige in den Keller gespült hätte. Geschuldet auch der Tatsache, dass sie zwar wissen, was gefällt und auch woran sie sich freiwillig und mit Genuss orientieren, aber dass sie auch mehr als nur in der Lage sind, die eigenen Schuhe zu tragen und zu pflegen. Valgind ist eine ganz fette Hausnummer, oder wird es zumindest, wenn sie es in der modernen Schnelllebigkeit schaffen, dem Vergessen zu entrinnen. Da die Band keine Frischlinge im Koben sind und schuldhaft viel zu lange gebraucht haben, bis das Debüt dem internen Verdauungsprozess entwichen ist, hat jetzt nur eins Priorität, nach außen Gas geben und mit der größten Glocke um die Häuser ziehen, die sich auftreiben lässt. Wenn sie sich nun wieder unterm Stein verkriechen, war die ganze Mühe umsonst. Wäre schade um solch brachialen und mit Köpfchen geschriebenen Death Metal! Das ist als würde jemand eine rosig, speckige Miss Piggy im Stall fett füttern und dann feststellen, dass er Vegetarier ist, die reine Verschwendung. Also, Schwanz raus und den Hammer geschwungen! Und für euch gilt, zupacken und kräftig rubbeln!
8/10


Saturday, August 25, 2012

ENTRAPMENT - Irreligeous Abominations - Cd / Godeater Records


Da hast du gerade mal ein paar klapprige Demos am Start, bist noch gar nicht richtig in den Puschen und klingst schon wie ein alter Sack. Im Falle von Entrapment aber auch kein Wunder, hat der Vater des Bleihagels Michel Jonker auch schon bei Absorbed und Massive Assault gezockt. Den Einfluss letzterer kann er dann auch schwerlich leugnen, erzittern doch die Boxen bei antiken Death Metal Geschossen, ummantelt von punkiger Aerodynamik. Das Produkt einer bis zum Platzen druckbetankten Dampfmaschine! Aber,: „Wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.“ In dem großen Schwarzen Raum versacken, befüllt durch die Feuerluke, Einflüsse von Nihilist bis hin zu Asphyx, darüber legt sich ein Ejakulat aus primitiver Punkwichserei, und wenn genug Kompression vorhanden ist, die Vocals den lavaähnlichen Sud mit einer Mischung aus Johnny Hedlund und Cronos aufgemischt haben, dann lassen wir die so erzeugte Hypertonie am anderen Ende entweichen. Wer dann mit dem Kadaver zu nah am Schalltrichter steht, bekommt eine neue Fönwelle im Südbezirk verpasst, die Arschbacken flattern und die Gesichtshaut darf ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Verantwortlich für die physische Entrückung zeichnen bollernde Bässe, simple, an Effektivität unschlagbare Riffs und melancholisch heulende Gitarren. Der morbide Melodiensalat schickt dicken, grünen Nebel über den kommunalen Leichenacker und lässt die Toten in ihren wurmstichigen Kisten onanieren. Vandalismus und Ruhestörung mit unschlagbarer Coolness, schöne Scheiße!

3 in der Vergangenheit erschienene, und dann doch nicht so klapprige Demos finden sich in trauter Einigkeit auf dieser Cd wieder, wobei der Entwicklungsweg deutlich nachvollziehbar bleibt. Schon ab dem 2. Demo setzt die Band Hooks, die im Gedächtnis bleiben. Auch der Sound variiert wie das Wetter in den Alpen. Stumpf und trocken bleibt er aber allemal. Zusätzlich hängt noch der schwärende Abszess eines Livemitschnittes hinten dran, und lässt die Ohren nachbluten, wie wunde Hämorrhoiden aus einem ausgefransten Arschloch. Räudiges Zeug mit erstaunlich gutem Sound, also wohl zu schade, um es im Abort runter zu spülen. Entrapment stellt sich als ganz und gar traditionelle Band dar, die musikalisch nur das nötigste auspackt und damit zweifelsohne den richtigen Weg eingeschlagen hat. Flotter, satter Mid Tempo Beat geht immer, da bedarf es nur ein paar Akkorde und der Stein rollt, allzu viel Technik steht dem hinderlich im Wege. Aber du brauchst auch das Gespür dafür, wie man aus wenig viel macht und schmackhaft obendrein. Dieses Talent kann ich Entrapment nicht absprechen und deshalb höre ich dem untoten Kadaverrock mit ausgefahrenem Fahnenmast zu, lasse in die Segel blasen, die kleinen bleichen Freunde mit zitternden Schwänzchen durch den glibbrigen Kanal schwimmen und bin gespannt auf die weitere Reise der Akteure.
8/10

Thursday, August 23, 2012

KADAVERFICKER - Exploitation Nekronation - Cd / Godeater Records


The Overlords Of Death, haha, und ich hab dem Papst sein Fahrrad repariert. Na der Intromaraton lässt sich ja lustig starten. Aber dazu gleich. Erst mal sei erwähnt, dass Kadaverficker mit diesem Album am eigenen Status kratzen. Nach gefühlten 100 Jahren im Dreck, mit Demos und Splits nun der erste volle Ausritt. Frag ich mich, muss das noch sein, oder haben die Jungs das überhaupt nötig. Der Umkehrschluss müsste dann wohl lauten, haben wir das überhaupt verdient. Das auf dem Prinzip der Ewigkeit basierende Kellerprinzip, das Verstecken in schattigen Unwägbarkeiten, ist mit einem Schlag dem schnöden, für jeden erreichbaren und so was von profanen Cd Format gewichen. Da ist der Spot an, da gibt es keinen Besenstiel mehr, hinter dem man die Rechtfertigung für jahrelangen Radau verbergen kann. Mit diesem Schritt werden die letzten 20 Jahre (so was in der Richtung) auf den Veröffentlichungshaufen geschmissen und der erbarmungslosen Witterung der rosaroten Metallsonne, den neuen Trends und Meinungen von Arschlöchern ausgesetzt. Wie mir zum Beispiel, auch wenn ich relativ vertraut mit den Sauereien der Vergangenheit bin. Kadaverficker hatten immer diesen nahezu widerlichen Charme eines alten, notgeilen und fettwanstigen Zuchtebers, der mit seiner runzligen Schnauze tief in der eigenen Scheiße, Urin, Schlamm, Essensresten, Leichenteilen und Sperma schnüffelt. Da klingt nichts wirklich gut, da fühlt sich nichts wirklich rund an, das bleibt anrüchig und billig. Was auch bedeutet, dass musikalisch nie der filigrane Notstand und Zweifel an der eigenen Kreativität ausgebrochen sein können (Belehrt mich eines anderen… bitte!). Die Musik kommt mehr aus Sack und Eiern als rauchenden Köpfchen. Death / Grind und sogar Sludge. Von letzterem hätte ich mir durchaus mehr in den Arsch schieben können. Ist positiv gemeint, ohne Quatsch. Auch die ab und an aufblitzende Rock ‘n Roll Attitüde hat was Spezielles, verglichen mit dem gewöhnlichen Gedepper. Denn ernsthaft Leute, das was sonst so aus dem Schallloch rutscht, stinkt gewaltig, ist schrammlig und wenig ansprechend. Da sind auch nach all dieser Zeit sämtliche Ecken und Kanten noch dran, wahrscheinlich ist das Leichenpenetrationsgeschwader unverbiegbar. Die Art von Fäkalhumor, den die Brüder mit der Brechstange austeilen, mag für Eingeweihte, Abgebrühte oder Hirnamputierte und Volltrunkene lebensbejahend und richtungsweisend sein, eben für echte Fans. Die Masse bierschwangerer Notstandsmetaller macht da wohl eher unbewusst einen Bogen um die Band, auf der Suche nach Anspruch und sonstigen künstlerischen Aspekten. Die Intros, die von allen Ecken mehr oder minder populärer Unterhaltungskunst zusammengeharkt sind, ob Stones´ „Platoon“, 50 Trash Horror Schund, schlüpfrigen Pulp, Vera Int - Veen mit Blähbauch, Nachrichtenschnipsel oder der eigene Schiss ins Klo, sind die Basis für holprige, häufige punkige Rhythmen und anhängliche, zügellose Saufexzesse (rein visuelles Kopfkino, zuschütten erscheint mir passend). Und dieser ganze Nonsens wird weit über Gebühr ausgereizt, beinahe jeder Song bekommt irgendein Gesafte davor gepappt, so dass es durchaus anstrengend werden könnte, den willkürlichen Themensprüngen mit spontaner Hingabe zu folgen. Also das ist beängstigend wirr und quer über den Leichenacker menschlicher Perversion gevögelt. Und Fakt ist auch, dass Kadaverficker in musikalischer Hinsicht immer noch nicht mehr zu bieten haben, als eine halbvolle Schlachtermolle voller gammliger Eingeweide und einer Million Scheißhausfliegen. Das gleiche gilt für den Sound. In dieser Beziehung sind sie dann doch Traditionalisten und ich bin geneigt, den Ausrutscher namens Full Length zu verzeihen.
5/10


Wednesday, August 22, 2012

NEGATIVA - Negativa (Re - Release) - Mcd / PRC Music


Negativa waren der scheinbar unvermeidliche Nachklapp zu Gorguts, gegründet von Steve Hurdle. Das einzige Release war 2006 eine 3 Song Ep, die heuer wieder neu verlegt wird. Negativa selbst stehen ganz im Zeichen der allgegenwärtigen Prog-Deather Gorguts und entschwanden wieder, als der Urvater des Klangchaos die Bühne erneut betrat. Spätestens nachdem Steve Hurdle dieses Jahr verstarb, hat sich das Thema endgültig erledigt. Nach Steves´Aussage stand bereits 2007 neues 75 minütiges Material bereit, das warum auch immer, nie irgendwo erschien. Faktisch mag man diesen Umstand nun bedauern oder ignorieren, ähnlich wie diese Debüt – Ep, denn nicht jeder kann mit den Königen der Disharmonie umgehen. Wenn Metal weder einen roten Faden, noch Riffs, noch Fluss, noch Rock´n Roll, noch Genickbruchrhythmen enthält, nur von schräg nach quer in anderen Dimensionen schwebt, wenn sich alles in einem Parallel – Perversium abspielt, dann wird es knifflig und kostet Überwindung, einen so stachligen und hässlichen Köter zu knuddeln. Negativa ergießen ihr unfassbares Hirnfickejakulat in dunkle Löcher, in die sich die meisten hippen und modernen, progressiven Death und Core Kollegen nie hineinwagen würden. In der ausgehenden Love & Peace Ära hätte man so was Psychedelic genannt, wenn genug LSD in der Kommune beachteter Existenz frönte, heute kommt es dem Free - Jazz näher als irgendeiner Form von Metal. Wenn sich Zitterfinger einen auf dem Brett wichsen, derart dass scheinbar niemand jemals die Übersicht hatte, und auch nicht eine Sekunde irgendetwas halbwegs Vertrautes auftaucht, ja wie viel Liebe kann dann der durchschnittliche Zotteltrottel empfinden. Dazu kann man nicht mal Bier saufen und das Kiffen muss schleunigst vorher erledigt werden. Dann erweitert sich möglicherweise der Geist und öffnet Pforten, die den Zugang für solch schräges Eierdudeln mit allerhöchstem Irrenhausanspruch sonst verwehrt hätten. Gewiss lässt sich das planvolle, aber kaum überschaubare Chaos nur erfassen, wenn die Rübe in den Wolken steckt und grinsende Grimassen durch vernebelte Sphären stolpern. Es wird Leute geben, die das lieben, die die musikalische Entwicklung als logische Konsequenz zu Gorguts verstehen, die sich einen runter holen, wenn es aus der Regentonne pfeift. Leute, die den musikalischen Exkurs in unbekannte Weiten auf Knien folgen. Aber es gibt auch Jene, die das alles als einen großen Haufen dampfender Scheiße von und für Pseudointellektuelle erkennen. Wenn ich für meinen Teil aus meinem subjektiven Schützenloch spähe und die Lanze ausfahre, neige ich ebenfalls dazu, noch einen Kleks oben drauf zu pressen. In Hochachtung für das Schaffen von Steve Hurdle, drück ich aber lieber in die eigene Buchse ab und schäme mich für etwaige Lästereien. Fakt ist, dass Negativa kein einfaches Hinterschlucken, durchrutschen und abexkrementieren zulässt, dass da Musiker am Werk sind, die wie Akrobaten unter dem Kuppeldach frei in der Luft schwingen. Und klar ist auch, dass es schier unmöglich ist, den Ideen und Gedankengängen solch therapieresistenter Irrer zu folgen, oder auch nur im Entferntesten zu begreifen. So kann es ein Segen sein, dass die einst auf 1000 Kopien limitierte Ep wieder verfügbar ist. Kann aber auch sein, dass das Gros der Leute, gar keinen Bock auf unerquickliches Seitengenerve hat. Ich weiß nicht ob ich dazu meine Objektivität im Nachtschrank wegsperren kann, denn auch ich finde diese handgemachten Orgasmen Kacke. Aber was soll s, ich dreh leiser und honoriere die Präsentation mit tatsächlich 7 Punkten, unter der Bedingung, dass ich dafür von konventionellen Metalgenres einen gehörigen Abstand nehme.
7/10

KATAPLEXY - Promo 2012


Nachdem uns Chicagos´ Prügelknaben im letzten Jahr ein wahrhaft brutales Album übergezogen haben, aalen sie sich nicht in laszivem Müßiggang und schieben eine 3 Song Promo in die Bahn. Wenn aus diesem Ansatz ein neues Baby schlüpft, können wir uns auf einen wirklich hässlichen Bastard gefasst machen. Einen den nur die Mama abschlabbert und knuddelt, weil er fies und zornig ist und bereits mit einem Steifen aus der Ritze schlüpft. Mich erinnert der Knüppelakt mit angehängter Coolness ja stark an Skinless, von irgendwo her muss der Funken der Inspiration ja kommen und den Busch in Brand setzen. Fein aber zu hören, dass sich Kataplexy nicht auf banalen Diebstahl durch fremde Schlafzimmer kopulieren, sondern auch die eigene Bettdecke kräftig aufschütteln. Was die beispielsweise wiederholt mit dem Bass machen, hat etwas von Jazz, gepaart mit der Groove eines synapsenklatschenden Tütchenkonsumergebnisses. Vor dem Verdacht irreführender Progressivität muss sich aber nun keiner fürchten. Dafür hacken die nur zu gern im typischen US Death Metal Standard verblüffte Köpfe von schwachen Schultern, vögeln Hetzern ein zweites Arschloch in die Fissur, und lassen nicht locker, solang die Instrumente eingestöpselt sind. Nur ist es heute eben wichtig, hier und da seinen eigenen Haufen abzusetzen, um den Weg als den Individuellen zu markieren, anderen die Chance zu lassen, sich im Desaster der Myriaden von Schlächtercombos zurecht zu finden. Denn selbstredend ist der Hauptanteil des akustischen Blutbades nicht viel anders als das, was die Kumpels und Konkurrenten an fast allen Ecken des eirigen Planeten vom Stapel lassen. Brutales Birne in Mus transformieren, rektale Freuden in Schwung bringen, wahrscheinlich Feministinnen wie Schlampen auf den Rücken pinnen, irgendwas mit den Eingeweiden und Geschlechtsorganen machen, Kebab oder so. Und selbst wenn Kataplexy nicht so plakativ sind (die wollen die Erdbevölkerung lieber der Vergewaltigung durch eine 1000schwänzige Alienflotte zukommen lassen – glaube ich), musikalisch fällt es nicht schwer, den Faden in der Hand zu behalten. Denn Dauerfeuer, schmackige Riffs, fietschende Obertöne, dicker Basssound und Growls aus dem Ösophagus eines Höhlenmenschen, das haben wir doch schon vergöttert, als Disgorge mit „Cranial Impalement“ die Geschmäcker erschütterten und die erwähnten Hautlosen „Tampon Lollipops“ lutschten. Wer sich immer noch auf diesem Bahnhof stehen sieht, wird Kataplexy nahezu verschlingen, jeden Anschlag aufsaugen wie Koks vom Arsch einer Edelnutte. Nun heißt es abwarten und hoffen, dass die ihre Promo quantitativ mindestens verdreifachen und uns eine neue Rille in ebendieser Qualität spendieren. Bis dahin stecken wir uns eben selbst noch die Hand in die Hose. Zu Ohrenpenetration geht´s hier lang!
8/10

Tuesday, August 21, 2012

ABSVRDIST - Illusory - Cd


Grind, Hardcore und diverses diaharmonisches Musikverständnis, das ist es gewissermaßen, was die beiden Jungs aus St Antonio / Texas an den Mann und/oder das gegenpartliche Geschlecht bringen wollen. Ein bisschen Brutal Truth, ein bisschen Black Flag, ein bisschen progressives Kunstgebaren, und die unabdingbare Bereitschaft zum Chaos, wer mit diesen Bauteilen zum glücklichen Schrauber wird, der geht mit praller Latte in der Arbeitshose aufs Scheißhaus. Natürlich sind auch partiell groovige bis thrashige Riffs mit im Spiel und die Schwelle der 3 Akkorde Beschaulichkeit wird stets überschritten. Selbst wenn es offensichtlich ist, dass genau dort der Prinz den Frosch leckt. Viel Blast und Trümmer sind der unüberwindbare Mittelpunkt, getrieben von einem surrenden Bass, der gut das Geräusch eines ganzen Bombergeschwaders überdecken könnte und immer mal wieder seine kurzen Soloauftritte genießen darf. Auch die Gitarre wird häufig mal allein losgeschickt, in Vorbereitung des nächsten Einsturzalarms. Dazu Doppelvocals und pausenloses Durcheinander an Instrumenten und Stimmen, bis hin zur Ruhestörung und Aufwiegelei. Das Album muss als Debüt der frisch gegründeten Formation herhalten und schlägt sich mehr als nur annehmbar. Kein Wunder, haben die beiden doch diverse Erfahrungen in anderen Bands gesammelt und toben sich nun mal in der niederen Grauzone jenseits puren Metals´ aus. Mitgenommen haben sie ihre Leidenschaft für bereits genannte progressive Ausrichtung und dicke Soundwände. Tastsächlich sind alle Instrumente gleichberechtigt, der Bass hört sich selbst gern und passt in seinen Solokampagnen in der Regel zu den Einspielern. Die Riffs brettern entweder im Genickbruchrhythmus oder toben in vollkommener Rastlosigkeit. Und so baut sich ein komplettes Album in quasi harmonischer Gleichberechtigung auf, ohne in irgendeiner Weise harmonisch zu sein. Ruhige Momente haben den Touch des Experimentellen, die viel dominantere Blast und D- Beat - Hektik widerspiegelt den schmerzhaft verführerischen Reiz von offener Brutalität und gelebter Schmerzen. Dann gibt es auch Songs wie „Brood“ die mit ihrer Instrumentierung weiter hinaus wollen, als das eine Grind oder Punkband gewöhnlich tut, mir Akustik und traurig, depressiver Melancholie, verstreut unter recht simple Riffs. Vielleicht sind deshalb auch keine Vocals darüber gelegt, da der Song sonst in dieser Weise nicht mehr tragbar wäre. Das abschließende „Abstract Absurdities“ will noch mal was Besonderes sein, überschreitet die sonst übliche Spielzeit mit über 4 Minuten maßlos und fasst zusammen, was aus dem Album hätte werden können, wären sie noch mutiger gewesen. Massig zurückhaltende Passagen, die den Hund am anderen Ende der Kette spürbar machen. Er steht kurz vorm Losreißen und Passanten zerfetzen. Gewagt und beinahe in disharmonische Fesseln gelegt, ganz anders als der Großteil des voran gegangenen Musikextremismus. Als Absacker sehr angenehm, mittendrin wäre es verstörender gewesen und letztendlich bin ich froh, dass diese Neigung das Album nicht bestimmt hat. Denn die Essenz einer begnadeten Prügelscheibe hätte ich nur ungern ungekostet verpuffen sehen. Hört hier mal rein: http://absvrdist.bandcamp.com/
8/10


ANNIHILATE - Them - Cd


Annihilate aus der Ostmark (Achtung – nicht politisieren) grinden mit meinen Eiern und verderben den Verstand langfristig. Daraus entsteht eine verstörende Ambivalenz zwischen verdammt gutem Sex und einem eitrigen Tripper. Die Musik der Ösis ist wie hemmungsloser Sex mit einer Fremden. Irgendwo in einer Bar aufgelesen, den Kopp mit Alkohol und verbotenen Substanzen zugedröhnt, Angraben und Vorspiel langweiligen Amateuren überlassen (Ficken – Ja – Und Los) und irgendein hübsches, großes Haus auf den Kopf gestellt. Es wird gevögelt was die Fantasie hergibt, alle Räume werden bedient, bis das Waschbecken aus der Wand reißt, der Ferrari in der Garage Dellen auf der Motorhaube hat, die Dielen im Flur blank gescheuert sind, Badewanne und Dusche die Feuchtigkeit eines Regenwaldes bei Monsun haben und Körpersäfte die marmornen Treppenstufen kaskadenartig herabfließen. Vom Balkon erschallt qualvolles Luststöhnen in die nächtliche Finsternis, die Nachbarn rufen trotzdem keine Ordnungskräfte zur Hilfe, sondern lassen den schlabbrigen Feinripp auf den Fliesenboden rutschen. Der Garten wird frisch gefurcht und die Kellerbar ist irgendwann nur noch ein Scherbengrab. Der Fick ist wenig zärtlich, viel eher roh und hart, vielleicht auch brutal, es tut auf jeden Fall weh und auf Experimente lässt sich das Pärchen nur zu gern ein. Das schweißtreibende Rein und Raus Spiel verbrennt alle moralischen Bedenken, Hauptsache der Schwanz findet in all seiner Härte den Eingang zu heißer, nasser Erfüllung. Namen werden nicht ausgetauscht, der Reiz liegt in der Anonymität, andere Regeln gibt es nicht und keine einzige Nummer wird wiederholt. Was das verfickte Doppel nicht mag, ist Geradlinigkeit, die schlagen sich während sich ihre Leiber aufbäumen auch schon mal in die Fresse bis es blutet und das Licht ausgeht. Alle aufzutreibenden und mindestens rudimentär zu gebrauchende Utensilien werden mit Lust und Pein in jede denkbare Körperöffnung versenkt. Die Nacht schaukelt sich zu tausend Orgasmen und es geschehen wahrscheinlich auch einige unerwartete Schweinerein. Kann sein dass am nächsten Morgen beim Aufräumen jemand einen Scheißberg auf dem Küchentisch findet, Aufträge für diverse Handwerker müssen geschrieben werden und der Besitzer der Villa verklagt die Sicherheitsfirma. Vorher hat sich das Pärchen aber bis in die Dämmerung gerammelt und zeigt keine Reue als es sich trennt. Keinen Abschiedskuss, keinen letzten Blick. Nur zum Hautarzt, aus reiner Vorsicht, denn der Schwanz hängt in Fetzen und die Dame watschelt davon, als hätte sie sich einen Wolf im Reitunterricht geholt.

Wenn mir bis hierhin jemand folgen wollte, dann setzt euch mit der Band auseinander. Und bevor Pimmel aus falschen Gründen erigieren und Muschis feucht werden, Annihilate stehen nicht für plakativen Pornnonsens, sondern für waschechten und saugeilen Grind der gern auch progressiv denkt und besagten Fick wohl gerade deshalb richtig in Schwung bringt. Die Mini gibt’s auf der Bandcampseite für lau: http://annihilate.bandcamp.com/
8/10

Monday, August 20, 2012

HELL UNITED - Aura Damage - Cd / Hellthrasher Productions


Von Unerfahren ist wohl nicht die Rede, aber irgendwie hielten sich Hell United, vormals Eclypse, immer bedeckt, selbst wenn die Gesamtkarriere schon seit den ausgehenden 90ern dümpelt. Dümpeln ist genau das richtige Wort, denn das aktuelle Album schwabbert eher mittelprächtig auf einem schwarzen Meer aus Blei. Mit Blast kennen sie sich aus, timen nicht zwingend punktgenau, aber immerhin. Auf Midtempo können sie auch mehr als passabel, interessante Momente entstehen, wenn nach einer Blastpause die Leadgitarre im Alleingang von neuem Anlauf nimmt. Dicker Nebelsumpf geht ebenfalls, wie beim Instrumental „Hinterland“. Das Stück bettelt nahezu nach einem Blowjob vor der Höllenpforte. Wenn das gesamte polnische Hinterland so aussieht, bleibt nur Ödnis und Verderben hinter der rumorenden Front zurück. Von allem rückt immer mal irgendwas ins Rampenlicht, jedoch lädt nichts davon zum längeren Verweilen ein. Die Polen sind eine Generation lang keine Kommunisten mehr, Papst sein ist auch schon lange vorbei, gegen was lohnt es noch zu widerstehen? Vielleicht fehlt ein generelles, klassisches, inneres Feindbild um wieder mit bösartiger Überzeugungskraft auf den Pfaden der Verderbnis Brotkrumen zu verstreuen. Hell United bescheren ihren Fans sichere in gutes Album, seine Spuren wird es aber nicht in den Granit schlagen, dafür ist das Wechselspiel aus Blast, Atmosphäre, gängiger Technik und etwas trockenen Riffs zu vorausschaubar. Zudem wirkt die teuflische Schlagseite, die Fratze des Dämons, nicht wirklich authentisch, beinahe etwas zu gekünstelt. Leider verliert die Band im Laufe des Albums ihre Aggressivität, indem sie die rasenden Knüppelparts immer mehr zurück schrauben. Das gipfelt dann in einem ausufernden, überlang erscheinenden (auch wenn es das nicht ist) „Totaly Of I“. „Aura Damage“ beginnt ohne Zweifel stärker als es endet. Wenn der Kessel zu Beginn noch fleißig eingeheizt wird und genügend Druck erzeugt um die Ohren bluten zu lassen, so geht leider mehr und mehr das Brennmaterial aus. Durchtreten und das Bodenblech auf den Asphalt biegen, das tun sie von Beginn an auch nicht, nur sind die Übergänge cooler. Der Opener „Red Limitations“ besteht aus lediglich 2 Parts, die aber alles enthalten was eine harte Metal Nummer wirklich benötigt. Die Katze aus dem Sack lassen und hinterher mit Gewalt aber kontrolliert wieder wegsperren. Die später folgenden Instrumentalparts, die etwas statische düstere Plakatierung mit massiver Tempobremse, verlängern das Einfangen der Mieze unnötig. Mit Bestimmtheit gibt es Death/Black Kandidaten die mehr Fleisch auf den verfetteten Rippen haben, das Grundmuster von Hell United stimmt trotzdem, wenn auch der wirklicher Schwung fehlen dürfte. Mit „Aura Damage“ gelingt den Polen ein durchschnittliches Album, das in der Vergangenheit besseren Zeiten entgegen gesehen hätte, als es das in der Gegenwart tun wird.
5/10

Sunday, August 19, 2012

TAKEN FROM THE NEST - Demo 2012


Laut des weisen Mel Brooks wurde die Musik schon von unseren Vorfahren in der Höhle erfunden, ganz zufällig bei einem Unfall. Musik hat nach dieser Theorie immer was mit Schmerzen zu tun. Infolge eines kleinen Stein auf Fuß Missgeschicks gründete sich der erste Vielfüßerchor und brüllte gepeinigt von einem hutzligen, sadistischen Chorleiter sein Ach und Weh in die Welt. So nahm der Mensch die erste Hürde in Richtung Zivilisation und schuf die Kultur. Angedenk dieser frühen und ungemein bedeutenden Schritte in Richtung eines fühlenden, aufrechten und emotionalen Wesens kehren Taken… zu den Wurzeln der Zivilisation zurück und prügeln hemmungslos gen Erdreich und vor allem nach Füßen, die am anderen Ende komplexer Zellverbindungen lautes und variables Gebrüll und Gekreisch entlassen. Sich nicht um Genres kümmernd und ohne Scheuklappen verquicken sie Death Metal Und Punk, lassen die Urformen roher Unterhaltungsgewalt hemmungslos vögeln, sich in allen möglichen Stellungen begatten, nach Ländernamen kopulieren. Was ihnen damit gelingt, ist keine romantische Dauerbeziehung, sondern ein roher und schmutziger Gewaltfick, dreckiger als gewisse Körperregionen die zeitlebens lichtabgewandt der Öffentlichkeit entzogen werden. Rüpelhafter und rabiater als eine pubertäre Schulhofkeilerei um Milchgeld oder Hausaufgaben. Exzessiver als Kokain in der Nasenscheidewand im Zusammenhang mit verantwortungsloser Börsenzockerei von pickligen Analysten. Die Musik, die sich da entspinnt, ist nicht schön, nicht harmonisch, nicht anspruchsvoll, noch nicht mal sonderlich ausgereift oder gar wirklich gut gespielt. Sie ist holprig und roh, primitiv und lebt von wenigen Akkorden und viel Getöse. Der Sound ist authentisches Höhlengedepper und der Frontmann brüllt mit Unterstützung seine Kriegsschreie und Jagdrufe übers knisternde Lagerfeuer in die Nacht. Bär, Löwe und Mammut scheißen große Berge, wenn diese Wut im akustischen Sinne die Hörorgane erreicht. Das Drumherum, angestachelt und mitgerissen von den ständig hektischer werdenden Vokals, entpuppt sich als sympatisch chaotisch, häufig als immer mal wieder zu entwirrendes Durcheinander, geprägt von stumpfer Schlagwirkung und blutigen Nebenwirkungen. Mit 3 ersten Songs auf dem ersten Demo kämpft eine frisch gegründete Sippe um ihren Platz im Urstromtal. Sie macht das laut, unanständig und respektlos, etwas unbeholfen noch und nicht immer geschickt. Aber der unbedingte Wille im Reich des modernen Karnivoren viel Fleisch von der immer spärlicher gedeckten Tafel zu erkämpfen ist hörbar gegeben. Auch wenn die Musik nicht gerade den nächsten revolutionären Gedanke in die stinkende Welt posaunt, ist diese irgendwie ehrliche Aufstellung des eigenen Geschmacks und Willens mit nachfolgender Kanalisation in harte Töne bemerkens-, und unterstützenswert. Hört HIER mal rein!
7/10

Saturday, August 18, 2012

BLESSED DEAD - Sick Human Essence - Mcd


Blessed Dead ist wieder ein Newcomer, der ziemlich frei mit seinem Operationsbesteck umgeht. Straighter Death Metal mit einer Portion Technik, oder der Versuch dessen. Die rote Linie ist in der Regel eine Leadgitarre, die auf unromantisches Melodiegeschrubbe setzt. Nicht fein abgestimmt, eher wie eine Thrash Band. Diese Leadmelodie zieht sich in Varianten durch Song XY und lässt einige Möglichkeiten am Rande offen. Da ist das Songwriting allzu schnell auf nur eine Komponente fokussiert und schiebt den Rest in den Graben wie ein Räumpanzer ausgebombte und niedergebrannte Wracks. So in etwa ist jeder der 4 Songs konstruiert, wobei der Opener „ Palace Of Rapture“ der Stärkste sein dürfte. So richtig leicht scheint der Band die Entscheidung nicht gefallen sein, ob sie sich selbst mehr zutrauen können, oder auf gängige 90er Death Metal Roots setzen sollten. Sie versuchen hintergründig eine düsterte Atmosphäre aufzubauen, was bei dem beinahe permanenten Bleifuß nicht immer glückt, aber auch nicht hoffnungslos in den Sand gesetzt wird. Starke Momente haben die Stücke bei den Gitarrensolis, die sehr klassisch und mit viel Schweiß in der Kimme einstudiert scheinen. Auch wenn schrundige Riffs ab und an mal ans dämmrige Licht dürfen, dergestalt, dass sie der melodiösen Allmacht kurzzeitig entfliehen können, hat das was von der ungestümen Raserei einer wahren Knüppelscheibe. Im Grunde aber lebt und stirbt das Minialbum mit seinen Wiederholungen und den nicht vorhandenen Überraschungen. Trotz sehr guter Anlagen bleibt das Gesamtbild zu gleichförmig und verschenkt vorhandenes Potential. Dazu kommt eine lausige Produktion, die das Schlagzeug meist vernachlässigt, die Becken manchmal seltsam klingen lässt und allgemein viel zu dünn ist. Die schrillen Backvocals sind übersteuert und die Gitarre braucht zwingend mehr Druck. Jene sprichwörtlichen Blumentöpfe, die als Gage ausgeschrieben sind, werden im Falle dieser noch sehr jungen Band, vorerst zum Polterabend beim ortsansässigen Paten ( aha – sind Italiener) zerdeppert. Mehr ist erst mal nicht zu holen. Nicht, dass die Mini völlig verlandet wäre und der Staub der Geschichte sie schneller bedecken würde als sie zur Ruhe käme. Das eigentliche Problem ist die Überfüllung des Behandlungszimmers, da wo so vielen der Zahn gezogen wird. Der teilgeglückte Versuch nicht allzu primitiv und billig hirnlosen Müll zu schrammeln, ist selbstverständlich mehr als zu loben. Die offensichtlich hoch gesteckten Ziele, einen technischen, vielleicht auch irgendwo progressiven Anspruch geltend zu machen, aus den Songs mehr rauszuholen, und konstant über der Nulllinie zu mäandern, bleiben noch zu erfüllen. Blesesed Dead treiben ein nicht ganz ungefährliches Spiel zwischen der Suche nach Harmonie und dem Versuch Selbige disharmonisch erscheinen zu lassen, was uns der Geschichte nicht immer problemlos folgen lässt. Bei allen Mankos ist der Weg kein schlechter, nur die Zeit ist der Feind. Durchhalten und auf ein Neues, es geht auch beschissener.
5/10
Hier anhören!

Friday, August 17, 2012

BERNADEATH - Sumber Kencono - Ep


Das ist mal ein Bandname, es gibt der blumigen Möglichkeiten viele, der ursprünglichen Bedeutung mit etwas burschikoser Kreativität auf die Schliche zu kommen. Ich vermute mal, der Sinn steckt darin, dass ein anatomischer Anhang eben nicht mehr steckt, und zwar in der Verflossenen, die unerwartet das sexuelle Spektrum erweitert hat und ans andere Ufer geschwommen ist. Dann ist der Bandname ein Racheakt, der bei der Enttäuschten aber nie ankommt. Ist die Musik dann lediglich so was wie ein pubertärer Wutausbruch, eine dumme Verzweiflungstat, etwas das mit ergrauendem Haupthaar gern wieder vergessen gemacht werden will. Fest steht, dass es auf der Ep keinen philosophischen Tiefgang gibt, aber auch nicht zu arg oberflächlichen Geräuschpegel. Bernadeath muss einiges an Brutalität aushalten, mit ziemlich dicker Slam – Gitarre umgehen und sich vor nicht zu verachtenden Grooves niederknien. Gut getimt, nicht nervig und ordentlich mit Keule in den Nacken, dabei das primitive Spektrum einer technikfreien Band nie aus den trüben Augen gelassen, so kann der überfütterte Europäer auch diesen Miniknaller genießen. Der Vokaljongleur ist am Ende dann doch etwas zu viel des Lobes. Durch das geplatzte Okular betrachtet hört er sich an, als hätte Pipi Langstrumpf ein rosa Ferkel im Arm. So ein süßes, speckiges, dass sie von hinten aufbläst und vorne an die feuchte Steckdosenschnauze, quasi ans Gegenstück, hält jemand das Mikro und zeichnet das auf was zum Schallloch austritt. Das ist dann doch massiv einfallslos und nicht unbedingt ein Attribut für brutale Sounds. Ansonsten lebt das kurze Intermezzo der 4 spacken Indonesier aus einigen Tempoeskapaden, vorrangig aber von bleischweren Grooves mit satter Bassline und einem Drummer der den Rhythmus im Griff hat und bei den Blasts´ manchmal etwas hängt. Die Riffs kommen bei den schnelleren Parts gut und lockern die staubige Savannenstampede an den richtigen Stellen auf. Es bleiben sozusagen noch einige Wasserlöcher gefüllt, nachdem die Herde den Boden zerlatscht hat. Die Slamparts, die den Tag der 4 Jungs bestimmen, ziehen sich zwar nicht über Genreauflagen hinaus, haben aber aufgrund ihrer Dichte und tatsächlicher Coolness hohen Unterhaltungswert. Musikalisch ist die Ep kaum ein Griff nach den Sternen, zum Körpergliederschwingen aber der ideale Katalysator. Das zumindest ist das Bild, das ich nach 2 Stampfnummern und einem spaßigen Halbminüter am Ende habe. Sollte das Quartett mittels dieser ersten Gewaltausbrüche die in Ungnade gefallene beeindrucken oder gar zur Rückkehr bewegen sollen, dann haben sie aber, vom Pech verfolgt, den schwarzen Peter gezückt, denn mit dem rüpelhaften Androhen fleischiger Kloppe, stiehlt sich die Romantik heimlich vom Hof. Was bleibt ist ein wutverzerrtes Gesicht und die rechte Hand. Gute Tempovariationen für so was übrigens. Den zu Einsamen lege ich Bernadeath gern unters Kopfkissen.
http://www.reverbnation.com/bernadeath
7/10

Thursday, August 16, 2012

UNDERSAVE - Now Submit Your Flesh To the Masters Imagination - Cd / War Productions


Das portugiesische Kleinsthäufchen von Undersave kotzt mit der morbiden Hingabe einer leprösen Untotendiözese einen uncharmanten Erstling alter Gattung auf den Boden eines jeden feuchten Kellergewölbes. Dass die Songs dabei manchmal etwas zu lang erscheinen, fällt in den schummrigen Winkeln gar nicht auf, denn die eitrige Pisse der Moderne macht einen physikalischen Mittelstrahlknick um das Vorhaben der 3 Totenfresser. 7 mehr oder weniger ausufernde Stücke fressen sich beständig mit kantigen Midtempos und fixeren Hau Ruck Momenten durch die Rille, offenbaren nichts weltbewegendes und erfüllen doch alle Wünsche von vielen Langzeitnackenspoilern aus dem Todescamp, als Staub auf dem Death Metal noch normal war und die gottlosen Zeiten technischer Überproduktion ein Produkt blasphemischer Zitterfinger. Undersave vereinen stumpfen Death Metal mit der schwarzen Atmosphäre völliger Humorlosigkeit und verfallender Gotteshäuser. Selbst wenn es unter dem mottenzerfressenen Band Cape lustig zugehen sollte. Allein das Cover untermauert diesen Fakt, hat es doch viel von alten Filmplakaten, als in Europa noch Gore Streifen verzapft wurden, ohne das Blut aus dem Rechner zu produzieren. Das hat obendrein den brüchigen Charme eingerissener und vergilbter John Sinclair Cover. In diesem Sinne verstehen ich die mehr als guten Ansätzen der Band zumindest, wenn Friedhofszenarien mit Nebelfetzen und nicht enden wollender Dämmerung musikalisch beschrieben werden. Da werden atmosphärisch dichte Teppiche gewebt und verdammt tiefe Gräber ausgehoben. Um in der Inszenierung so weit gehen zu können, bedarf es wahrscheinlich wirklich einiger überlanger Songs. Einfach nur durchzublasen würde den ganzen Effekt versauen. Es darf natürlich nicht außen vor bleiben, dass die Musiker eng in den Grenzen der eigenen Courage spazieren und stilübergreifend so gar nichts versuchen, oder auch nur einige herausragende Eckdaten verankern. Das was Undersave da machen, ist überall schon mal aufgetaucht, schwappt wie ein verschollenes U-Boot im Nordatlantik immer mal wieder über die Gischt und säuft dann gern mal wieder ab. Und trotzdem legen die so viel Ehrgeiz und Engagement in ihren Set, dass an der aufrechten Authentizität ihres Totenackergebetes nicht zu zweifeln ist. Das instrumentale Grabwerkzeug ist gut aufeinander abgestimmt und konkurriert nicht um etwaige Sprintsiege, der Bass kommt gut, das Schlagzeug malträtiert etwas hohl aber nicht unpassend seine Vorderleute, die Vocals sind in relativ variabel. Wobei variabel selbst sehr variable verstanden werden sollte. Vornehmlich lebt das Album aber von den langsameren Parts der Songs und dort natürlich von den manchmal etwas grusligen und verstimmten Riffs, die für den Hauptteil der Horroratmosphäre verantwortlich zeichnen. Die sind dann wirklich nicht auf Wiederholungen und langweiligen Füllstoff aus, sondern platzieren mehr als nur ein paar massive Hooks an den richtigen Stellen. Undersave ist eine Todeskapelle auf die es zukünftig ein Auge abzulegen gilt. Starkes Album!
8/10

INFERNAL DEATH - Gniew - Cd / Wydawnictwo Muzyczne Psycho


Irgendwann in den frühen 90ern mit viel Enthusiasmus auf der Welle des aufstrebenden Death Metal´s geritten, haben INFERNAL DEATH nie wirklich verwertbaren Lack auf die Hufen gepinselt, weshalb sie wohl irgendwann wieder in gnädiger Vergessenheit schwelgten. Nun suchen sie mit ihrem ersten Album nach der zweiten Luft. Das bietet dann Blei, das an Langeweile kaum zu schlagen ist und so aufregende Paarungsrufe ausstöhnt wie ein lila Mückenbulle am Hinterteil einer verwesenden Strandkrabbe. Auf „Gniew“ passiert einfach wenig, oder immer das Gleiche, wie man’s nimmt. Schema F quasi, völlig unspektakulär und tröge. Bei solchen Alben wird mir immer wieder klar, warum manche Bands einst verschwanden und welcher fette Ansatz der Berechtigung dahinter steckt. Nur verstehe ich nicht die bekloppte Selbstüberschätzung, die Kadaver dieser Spezies mit Macht aus den Schatten zieht. Es ist ja nicht so, dass der Drummer seine Felle nicht treffen würde oder der Gitarrist Knoten in die Seiten machen würde, der Bassist seine 4 Saiten nicht unter der Kellerdecke spannen würde, der Sänger nicht growlen könnte, aber das können so viele. Was hilft es denn, wenn eine Horde Leichenfledderer ihre Handwerk nur halbherzig beherrscht, weil sie keine Ideen haben die das Geseire aus dem zähen Topf schleimigen Einheitsbreis heraus löffelt. Arrangements, Rhythmen, immer der gleiche Schnarchplan, so dass nichts überrascht. Das ist wie Weihnachten mit Gutscheinen unterm der nadelnden Tanne, wie eine Bundestagsdebatte ohne Bundestagsabgeordnete, wie einlagiges Klopapier und der braune Finger. Rentnergeburtstage oder wahlweise Besuche im Wartezimmer der lokalen ärztlichen Allgemeinmediziner mit fröhlichem Diagnosenbingo haben tatsächlich mehr Tiefgang und irgendwie noch was lehrreiches. Da hat man sich von Prothese zu Prothese noch was zu flüstern, Infernal Death hingegen spielen so, als hätten sie damit schon lange abgeschlossen. Belangloses, eintöniges Nebeneinanderher spielen, ohne prickelnden Sexualakt im übertragenden Sinne, hat was von einer eingewebten und vertrockneten Ehe. Vielleicht haben sie das Zeug für einen anständigen Fick nie gehabt, vielleicht schlummert das Bedürfnis für kreativen Flüssigkeitsaustausch aber auch irgendwo in der Lendengegend. Erfahren werden wir es wahrscheinlich nicht, denn nach so einem gerade mal und mit viel Wohlwollen durchschnittlichen Auftritt, rutscht das Interesse an der Band unter den steigenden Meeresspiegel und wird von weißen Haien zerrissen. Sie hätten sich einen Gefallen getan, hätten sie Abstand von einer fruchtlosen Reunion genommen, denn mit so wenig Innovation eine neue Chance zu suchen ist Blödsinn. Nah 4-mal anstrengendem Durchhalten verpisst sich zumindest meine Kopie in den Papierkorb und hat den Kopf nicht wieder raus zu strecken, bevor ihr nicht was Besseres einfällt. Wer sich gern mit bedürftigem Mittelmaß zurümpelt, dem wünsche ich viel Vergnügen und Hühneraugen am Sack.
4/10

Wednesday, August 8, 2012

BLOODTRUTH - 2 Song Promo 2012


Brutal und unbeirrt packen 4 Italiener den Papst bei den Eiern, schütteln zornig und lassen erst los, wenn das letzte graue Haar zu Boden rieselt. Die ziehen ganz schön vom Leder und können es sich musikalisch auch leisten, knüppeln sie sich doch im Stile von Cannibal Corpse durch ihre zu kurze Promo. Allen voran arbeitet ein irrsinniger Blastdrummer am Schmiedehammer und formt das Instrumentarium nach seinem Gutdünken. Die Bässe werden getreten wie eine auf Akkord programmierte Industrienähmaschinen, Becken und Toms munter rauf und runter gespielt und das Snare ins Katzenfellmartyrium geschickt. Davor steht eine Leadgitarre bei der technisch und auch vom Sound alles zu stimmen scheint, selbst wenn die Riffs nicht spektakulär sein mögen, so ergibt das Gesamtbild doch zumindest eine souveräne Stimmigkeit, wenn auf den tiefen Seiten ein brutaler Rhythmus geritten wird, einige Hooks gesetzt werden und auch die hohen Seiten kurze Auftritte haben. Der Sänger growlt mit beeindruckender Puste tiefe, kehlige Vocals und ein Bass existiert sicher auch irgendwo, kommt aber nicht so wirklich zur Geltung. Scheinbar macht er nur den Sound dicht, der übrigens schön schwer ist. Am liebsten mag ich aber die Drums, die mal links und mal rechts aus den Boxen fliegen und unbedingt gehört werden wollen, sich quasi um Aufmerksamkeit prügeln. Der Typ hinter dem Kit ist der unbestrittene Star im Bandcorpus, denn ohne ihn wären Bloodtruth beinahe nur ein Abziehbild berühmter Ahnen, so aber macht einer aus dem Hintergrund einer ganzen Death Metal Kanonade Feuer unter der Haube. Mit solchem Rückenhalt überschlägt sich das Geschehen beinahe, wenn auch stets berechenbar und immer nachzuvollziehen, so erfreut mich doch bestandsgeschütztes, gnadenloses Bangerfutter, das bei keinem Anschlag zu kompliziert erscheint und doch einen gewissen persönlichen Anspruch vermittelt. Nicht dass irgendwer Angst kriegen müsste, der rote Führungsfaden würde sich verheddern. Massive Riffs wechseln mit kurzen Solis, zu viele nervige Wiederholungen werden ausgeklammert und Timingprobleme ist definitiv kein Thema. Diese 2 Stücke, die das erste Luftholen einer neuen Band sind, stehen für beständiges Gas geben und schwere Leads aber auch für atmosphärische Untermalung. Wenigstens dann, wenn sie Popengebete einbauen und die Tafel des letzten Abendmales umstoßen, obwohl sie keine klassischen Christenhasser im plakativen Sinne sein dürften, eher Kritiker am modernen Machtapparat. Zu so was eignet sich die Musik bestens, immer feste druff! Momentan schrauben sie wohl an einem kompletten Album, und bei den Anlagen die sie im Säckchen haben, als auch des fast brillanten technischen Know-hows das immer mal wieder durchblitzt, kommt da ein interessanter Fleischstampfer auf uns zu. Macht mal eine Kerbe ins Taschentuch!
8/10
http://www.facebook.com/bloodtruthband

Tuesday, August 7, 2012

CULTFINDER - Black Thrashing Terror - Vinyl 7 / Eldritch Lunar Miasma


Im Sommer des sportlichen Weltfriedens auf einer unbedeutenden Insel hinter dem Kanal, wo die heimische Küche berühmt für Magendurchbrüche ist, europäische Verkehrsnormen negiert werden und jeden Tag Schlag Fünfe die Stricknadel auf den Teppich fällt, regt sich Widerstand. Im Sinne der generellen Sommerverdunklung und der Abschaffung globaler Harmonie stehen 3 Jungs auf und werfen sich gegen den Strom. Bewaffnet mit Rumpelschlagzeug, Schrammelgitarre und Holperbass krakeelen sie ihren blasphemischen Hass mit steigender Überzeugungskraft in den Orbit über Angelsachsen. Zunutze machen sie sich die Thrash Einflüsse ihrer Vorfahren aus dem Teutonenland, sowie die primitive Simplizität rohen Black Metals. Frei von Liebe, Toleranz und Verständnis, ohne Absicht melodiös zu schwärmen ergießen sich 3 tiefschwarze, schrille und doch noch recht unausgegorene Stücke wie ein stinkender Haufen Karnivorenexkremente aus der überfüllten Güllegrube. Und weil das unheilige Trio so herrlich ehrlich und unbedarft vor sich und uns herumrüpelt, macht das auch irgendwie Spaß, selbst wenn der Spaßfaktor eher unfreiwillig um die Ecke schielt, und wir stampfen mit allergrößter Freiwilligkeit barfuß in diesem Haufen herum. Die gehen mit ihrem musikalischen Tempo recht flott um, bolzen auch mal ordentlich einen aus dem Loch und sind hörbar stolz auf den Terror, der nicht immer die Spur hält, aber grob seine Richtung findet. Die Pace raus nehmen geht auch, richtig schwindlig spielen eher nicht. Das einzig schwindelerregende ist der Gesang, denn der Kerl kotzt sich mal so richtig aus, baut seine Vocals am Rande des Verständlichen und weiß seine Stimme sowohl im Black Metal als auch im Thrash verwurzelt. Die Gitarre ist etwas schrill und der Bass etwas hinten dran, selbst die Drums klingen etwas verunfallt und die Arrangements sind so wie so billig. Mit dieser fragwürdigen Methode gelingt eine unterhaltsame, kleine, dem Gehörnten Ziegenfuß gewidmete Ode ungeschliffenen Black/Thrash Metals. Niefelheim und Australiens großartige Destroyer 666 sind die Väter, die diesen quäkenden und nervenden Bastard in die Welt gekackt haben, ihn nun ohne allzu viel protegieren sich selbst überlassen. Die 7er ist das Debüt und Vinyl ist immer erst mal der authentische Einstand, bevor das erste Album viel Geld kostet und von Ignoranten zerpflückt wird. Cultfinder haben schon irgendwo eine reizvolle Seite, die Milchbärte haben einige verwertbare Elemente aus der Szene aufgegriffen, selbst wenn der Spielfluß nicht immer ganz ungehemmt strömt und noch einige Klippen und Dämme zu erodieren sind, geht die Band laut marodierend und bewaffnet mit schön Old School thrashenden Riffs einen guten Weg. Sozusagen den linken Höllenpfad. Der Weltfrieden ist noch nicht bedroht, wenigstens nicht durch den Terror von 3 blauäugigen Neulingen mit dicken Eiern, aber kommt Zeit, kommt Bart!
6/10

Monday, August 6, 2012

ESCARNIUM - Excruciating Existence - Cd / Hellthrasher Productions


Dicke Riffs, synthetisch klingende Drums, etwas steriler Sound, düster, neblige Atmosphäre und einen ungebremsten Hang zu Old School Death Metal a la Incantation und vergleichbares Umfeld, das sind so die Planken, aus denen sich eine furchtlose brasilianische Band ihr Floss zusammen gezimmert hat. Etwas wacklig und nicht ganz wasserdicht aber immerhin oberhalb der Waterkant schippern sie über die Weltenmeere, um lauthals brüllend und den wilden Elementen trotzend ihre Idee von bleierner Todessehnsucht in eure Hütten und Paläste zu tragen. Um so viel zu Erreichen schleichen sie mit dickbrüstigem Ehrgeiz und morbider Ader über ausgeweidete Totenäcker oder knüppeln nicht immer rund, aber gnadenlos auf ungegerbte Felle. Blut spritzt, Schweiß fließt, Feuer brennt. Dass sie so wenig von brasilianischem Technikwahn und Dauerblast oder gar Thrash Attitüde haben, stört dabei überhaupt nicht. Mit dem was sie aus dem Berg schlagen, fahren sie ganz passabel, hier und da fietsch die Leadgitarre mal, viel wichtiger sind aber beinahe stinknormale und stumpfe Riffs und kaum außergewöhnliche Rhythmen. Alles so Zeug, das ein geschickter Restmüllverwerter preiswert veräußert, und der Käufer kann mit einem Leuchten in den Augen immer noch was Großartiges daraus basteln. Auf die eine oder andere Weise ist so ziemlich jedes Teil des Escarnium Konstrukts schon mal anderswo verbaut gewesen. Die Gesellen jedoch entpuppen sich als geschickte Handwerker mit leichtem Drall zur Grobmotorik. Unerschrocken errichten sie ihren Seelenverkäufer in tosender See, schrauben Kanonen an die löchrige Bordwand um schwerer Salven zu verschießen, schieben ein riesiges Ruder ins Wasser um problemlos Kurs zu halten und knechten ihre Rudersklaven, die manchmal angespannt, manchmal locker ihren Rhythmus halten. Der Taktgeber ist wohl der Knabe, der am meisten ackern muss. Immer wenn lange genug gewütet wurde und die Gischt über das Deck schlägt, fährt der Kahn gern auch mal halbtotes Friedhofstempo und mutiert zum Geisterschiff. Alles treu nach ihren Vorbildern und ebendieses leicht differente Wechselspiel bringt den meisten Spaß, denn nur wütendes Gezimmer wäre auf die Dauer aufreibend. So aber humpelt, rumpelt und rast eine Lawine in einen vermeintlichen Sackbahnhof und findet wider Erwarten am anderen Ende einen lauten und dreckigen Weg ans Licht. Escarnium bieten eine Version des Death Metal an, der sehr ursprünglich und funktional ist, völlig frei von überflüssigem Tamtam, der direkte Weg eben. Die kommen erst gar nicht auf die Idee, im Kellerlabor an gewagten Mixturen zu doktern, die wissen von ganz allein was funktioniert und so prügelt und growlt eine nicht wirklich fehlerfreie aber grundehrlich Bestie den blutroten Mond an. Ein Monster mit einer dunklen und einer wütenden Seite und je nachdem von wo man sie betrachtet grinst sie unverhohlen oder schnappt mit sabbernden Fängen zu. Sie ist durch und durch berechenbar aber Leichtsinnigkeit eurerseits könnte sich trotzdem als Fehler heraus stellen.
8/10

Friday, August 3, 2012

ENGORGEMENT - Excrutiating Intestinal Lacerations - Cd / Comatose Music


ENGORGEMENT baden auf ihrem ersten Winzling bis zum Hals im Blut. Die kauen auf jedem Klischee herum, das ihr euch im Slam – Death mit wenig Fantasie ausmalen könnt wie Mustertapete an der Küchenwand. Da werden gebrauchte Feministinnen zum Abtropfen auf dem Badezimmerboden verteilt, da wird gegurgelt als hätten die vielen Körperflüssigkeiten der Bedauernswerten den Abfluss verstopft. Und wenn der Abfluss mal verstopft ist … dann kellert der gewachsene Folterknecht mit seiner Gitarre mittig im Loch, rührt so lange bis die Töne des 6 Saiters in brutaler Variationsarmut entweder wie ausgeleierte Hosenträger grooven oder als ob satt übers Holz blasten. Es gibt Intros und Outros bei denen euch das Blei um die Ohren saust, Verzweifelte ihr Leid in die Welt klagen und diverse andere Sachen aus Filmen geklaut werden. Bass und Schlagzeug rackern auch irgendwo da unten im Bandkeller. Nichts deutet darauf hin, dass der Band mit dem Debüt etwas gelungen wäre, das auch nur im Mindesten den Pfad von Knüppel, Kaugummi, Rülpse und sexueller Unausgeglichenheit verlassen wollte. Hinzu kommt, dass die Spielzeit grenzwertig ist und der Soundmann wohl noch nicht ganz ausgeschlafen hatte. Aber wisst ihr was, das ist mir alles vollkommen egal, denn in erster Linie macht die Haue mit all ihren gesetzten Trademarks Spaß, einerlei ob sich die Songs nun nach einem halben Jahr immer noch Engorgement zuordnen lassen, oder auf der subjektiven Spielwiese schon wieder ganz woanders untergebracht werden. Klar haben sie nicht unbedingt den Wiedererkennungswert, den eine Band mit Bestimmtheit bräuchte um auch nur den Funken einer Chance zu bekommen, um auf dem Markt einen unvergesslichen Haufen zu zurückzulassen. Zweifellos klingt dieser britische Ableger von Devourment eben genau so wie sein überschätztes aber ungemein unterhaltsames Vorbild. Das alles stört mich nicht, solange es dicht gepackt aus den Boxen bollert, die Musik oder wie ihr es auch nennen wollt, wie eine durchgedrehte Stampede donnert, sobald der Putz auf die Schlafkojen der anspruchsvollen Gesellschaft rieselt ist die Welt der rotgefärbten und politisch unkorrekten Abrissbirne in Ordnung. Wer sich eine Band wie ebenjene aus dem Regal zieht, weiß im Vorfeld, dass er primitiv und effizient auf die Fresse kriegt, da muss sich dann keiner aufregen, dass die hohe Kunst des Musizierens abhandengekommen ist. Engorgement bieten alles was von einer Slam Band zu erwarten ist, nicht mehr und nicht weniger, die Voraussetzungen stimmen, das Ergebnis (rein unmusikalisch) auch, Abwechslung ist nicht Programm, dafür wird die Hölle losgetreten, wenn eine Handvoll Tieftöner ihre Eingeweide vor die Bühne kotzen und aus jeder Ritze das unstillbare Bedürfnis nach Gewalt und Brutalität tropft. Ich sehe die Bekloppten schon wahlweise im Kreise schlurfen oder mit einem Wespennest an den Eiern rennen und mit den Armen rudern, verzückte Gesichter die wahre Emotionen verschleiern und darauf abfahren amtlich durchgewalkt zu werden. Dafür taugt das Programm von Engorgement locker.
7/10

Thursday, August 2, 2012

CRYPT OF KERBEROS - World Of Myths - Cd / Pulverised Records


Nahezu 20 Jahre an der Backe und das Album kann immer noch grausam schmerzhaft an den Zahnwurzeln ziehen, Nervenfasern hörbar zum reißen bringen. In dieser Form erwartet niemand progressiven Death Metal aus Schweden, damals nicht und heute erst gar nicht. Schwedisches Todesgeblöke ist mit Klischees und fest zementierten Erwartungshaltungen verbunden, genau wie jeder andere Lokalkolorit seine Szene auch färbt. Ein solches Muster haben CRYPT OF KERBEROS schon von Anfang an durchbrochen, machen eher halberfolgreich dicke Hose auf Atheist, Cynic und alles was sich in den frühen 90ern für metallisch, elitäre Kunst gehalten hat. Ganz auf Kosten der Eingängigkeit. Da wo die amerikanischen Vorstehhunde aber Klassiker in den Sand gepisst haben, ist den Schweden nur ein marginal beachtetes Album gelungen. Vielleicht war das der Grund, dass sie einst nicht für die Ewigkeit musizierten, jedenfalls nicht in dieser Formation. Umso erstaunlicher ist es, dass das Debüt anno 93 heute in etwas aufpolierter Form wieder unter die Meute geschmuggelt wird. Gerade jetzt, wo progressive Bands am sich zu Tode komponieren sind, Bässe mit mindestens 6 Saiten und Gitarren mit mindestens 8 davon spielen und auch jeden einzelnen Anschlag an anderer Stelle bedienen. Da wirkt „Worls Of Myths“ doch sehr altbacken und arg drucklos. Da hilft es wahrscheinlich auch nicht viel, dass das Album mit einem Berg Bonussongs aufgestockt wurde (Demoaufnahmen die im regulären Set ohnehin enthalten sind und richtig Scheiße klingen), dass es mit neuem Artwork winkt und auch das Booklet einige schicke Liveshots zeigt. Natürlich zeugt das Schaffen der Band von hoher Musikalität, lässt aber Aggressivität und echten Metal Spirit etwas vermissen , weil es viel zu selbstverliebt in die Ewigkeit humpelt. Wer will kann sich in tragenden Melodien verlieren, sich vom Keyboard einlullen lassen oder recht variablen Gesang (anfänglich) genießen, der kann dann seinen Glauben an ambiente Verführungen aufrechterhalten. Und dabei übertünchen, dass die Riffs wie auf der blechernen Gießkanne geblasen tönen, oder dass einiges an melodiösem Material schon damals bei Landsmännern entlehnt wurde, nur hinter einem anderen Sound versteckt. Einige morbide Parts schieben sich so, wahrscheinlich eher unbewusst, in die Songs ein, was ihnen letztlich aber gut tut und das manchmal doch strapaziöse Zusammenspiel der einzelnen Fortschrittsdenker erleichtert, um einiges angenehmer macht. Also dafür muss man ein Faible haben, muss mit abgehackten Riffs und zahlreichen Breaks und Richtungswechseln fertig werden, muss das Geradeaus - Denken anderen überlassen und es lieben komplexe Strukturen in scheinbarem Chaos zu enttarnen. Obwohl so schlimm progressiv sind sie dann doch nicht, mit argen Disharmonien plagen sie sich und uns nicht. Da setzen sie doch lieber auf klassische Solis und stimmige Arrangements. Hätten die damals konsequent weiter gemacht, wer weiß was uns noch erwartet hätte. Vielleicht doch ein zeitloser Klassiker, oder aber ein Nervtöter vor dem Herren. Jetzt steht erst mal das Re – Release an und wer sich traut und den Draht zu Death Metal abseits stumpfer und brutaler oder blasphemischer Blastbeat Vernichtungsorgien hat, der darf ruhig sein eigenes Kleingeld klimpern lassen.

Wednesday, August 1, 2012

EYE OF SOLITUDE - Sui Caedere - Cd / Kaotoxin Records


Da wo Anathema und My Dying Bride einst noch irgendwo Maßstäbe gesetzt haben, lutscht sich bei Anderen der Schlafdrops schneller rund als das Federkissen ewiger Bettschwere warm wird. Dabei lässt sich nicht mal behaupten, der Gehörtunnel würde mit musikalischem Dilettantismus in ein dauerverstopftes Bauprojekt mit nicht wieder gutzumachenden Langzeitschäden verwandelt. Nein, das nicht, das doomige Geschleppe und Geschleife ist schlicht weg langweilig. Nichts von bleierner Friedhofsatmosphäre, morbider Geschmacksverzerrung und tonnenschweren Riffs, nur melodiöse Gummibänder und sonore Growls. Im Hintergrund gewöhnliche Keyboardteppiche und teilweise hörspielartige Passagen, die wohl den besonderen Ambientcharakter betonen sollen. Was sich da entblättert, ist ein beinahe leeres und ereignisloses Album, das vielleicht dauerdepressiven Schwarzseelen dem Suizid mit rostigen Geflügelscheren oder kalter Absinthdusche näher bringt. Für Leute, die beim Metal ihre Aggressionen ins Bierglas kanalisieren wollen, ist Eye Of Solitude denkbar ungeeignet. Wie ein lauer Sommerregen plätschert ein melancholischer Heulkrampf nach dem anderen in den Staub der Äonen und hinterlässt doch nicht mehr als verschwommene Ränder in ausgedörrter Erde. Langsam und erschreckend beständig schiebt sich jeder Song in grauenerregender Variationsarmut mit schlaffem Bauch über den Tanzboden wie Riesenschildkröten auf der Flucht vor dem unausweichlichen Aussterben. Als würden alle guten Ideen zu Brei zerkocht und auf kleiner Flamme auch noch des letzten interessanten oder zumindest verwertbaren Inhaltsstoffes beraubt. Kein Riff das die muffige Decke zu lüften vermag, keine Stimme, die den besonderen Charakter einer als anspruchsvoll geltenden Scheibe untermauert, keine Arrangements das die Tränensäcke straff zu ziehen vermag, keine Gänsehaut und überhaupt keinen Metal – Spirit. Nur niedergeschlagene Stimmung, wie auf einer Beerdigung, bei der kein Schnaps ausgeschenkt wird. Da geht man besser gar nicht hin. Ewiges im Kreis Gedrehe ohne den Weg zum Ausgang zu zeigen, macht wenig Sinn, selbst nicht wenn die Melodien zum letzten Schritt über den Abhang ins intellektuelle Nichts auffordern. Doom, Gothic, Black Metal, aus diesen Ingredienzien besteht die zähe und fade Suppe, schwappt lauwarm aus dem Kessel und stillt nur mit Widerwillen aufkommende Gelüste nach Tod und anderen nihilistischen Resultaten. Wer denn stark genug ist, wer neue Erfahrungen im dunkler Abwesenheit metallischen Seins sucht … der findet hier zwar nichts spektakuläres, muss aber auch keine Angst haben, von allzu großen Anforderungsbrocken den Helm eingestellt zu bekommen. Das mit dem Know-how ist nicht so leicht weg zu wischen, das mit der Kreativität sollten wir aber noch mal im nicht ganz so stillen Kämmerlein besprechen.
4/10