Tuesday, August 21, 2012

ABSVRDIST - Illusory - Cd


Grind, Hardcore und diverses diaharmonisches Musikverständnis, das ist es gewissermaßen, was die beiden Jungs aus St Antonio / Texas an den Mann und/oder das gegenpartliche Geschlecht bringen wollen. Ein bisschen Brutal Truth, ein bisschen Black Flag, ein bisschen progressives Kunstgebaren, und die unabdingbare Bereitschaft zum Chaos, wer mit diesen Bauteilen zum glücklichen Schrauber wird, der geht mit praller Latte in der Arbeitshose aufs Scheißhaus. Natürlich sind auch partiell groovige bis thrashige Riffs mit im Spiel und die Schwelle der 3 Akkorde Beschaulichkeit wird stets überschritten. Selbst wenn es offensichtlich ist, dass genau dort der Prinz den Frosch leckt. Viel Blast und Trümmer sind der unüberwindbare Mittelpunkt, getrieben von einem surrenden Bass, der gut das Geräusch eines ganzen Bombergeschwaders überdecken könnte und immer mal wieder seine kurzen Soloauftritte genießen darf. Auch die Gitarre wird häufig mal allein losgeschickt, in Vorbereitung des nächsten Einsturzalarms. Dazu Doppelvocals und pausenloses Durcheinander an Instrumenten und Stimmen, bis hin zur Ruhestörung und Aufwiegelei. Das Album muss als Debüt der frisch gegründeten Formation herhalten und schlägt sich mehr als nur annehmbar. Kein Wunder, haben die beiden doch diverse Erfahrungen in anderen Bands gesammelt und toben sich nun mal in der niederen Grauzone jenseits puren Metals´ aus. Mitgenommen haben sie ihre Leidenschaft für bereits genannte progressive Ausrichtung und dicke Soundwände. Tastsächlich sind alle Instrumente gleichberechtigt, der Bass hört sich selbst gern und passt in seinen Solokampagnen in der Regel zu den Einspielern. Die Riffs brettern entweder im Genickbruchrhythmus oder toben in vollkommener Rastlosigkeit. Und so baut sich ein komplettes Album in quasi harmonischer Gleichberechtigung auf, ohne in irgendeiner Weise harmonisch zu sein. Ruhige Momente haben den Touch des Experimentellen, die viel dominantere Blast und D- Beat - Hektik widerspiegelt den schmerzhaft verführerischen Reiz von offener Brutalität und gelebter Schmerzen. Dann gibt es auch Songs wie „Brood“ die mit ihrer Instrumentierung weiter hinaus wollen, als das eine Grind oder Punkband gewöhnlich tut, mir Akustik und traurig, depressiver Melancholie, verstreut unter recht simple Riffs. Vielleicht sind deshalb auch keine Vocals darüber gelegt, da der Song sonst in dieser Weise nicht mehr tragbar wäre. Das abschließende „Abstract Absurdities“ will noch mal was Besonderes sein, überschreitet die sonst übliche Spielzeit mit über 4 Minuten maßlos und fasst zusammen, was aus dem Album hätte werden können, wären sie noch mutiger gewesen. Massig zurückhaltende Passagen, die den Hund am anderen Ende der Kette spürbar machen. Er steht kurz vorm Losreißen und Passanten zerfetzen. Gewagt und beinahe in disharmonische Fesseln gelegt, ganz anders als der Großteil des voran gegangenen Musikextremismus. Als Absacker sehr angenehm, mittendrin wäre es verstörender gewesen und letztendlich bin ich froh, dass diese Neigung das Album nicht bestimmt hat. Denn die Essenz einer begnadeten Prügelscheibe hätte ich nur ungern ungekostet verpuffen sehen. Hört hier mal rein: http://absvrdist.bandcamp.com/
8/10


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