Monday, August 27, 2012

AD PATRES - Scorn Aesthetics - Cd / Kaotoxin


Wo kommen die eigentlich alle genau her, diese Horden an Prügelkapellen, Gitarrenvernichtern und Blutsäufern, karnivore Fleischkünstler, Dreschpflegel und Weltenhasser. Sitzt da irgendwo tatsächlich der Gott des Gemetzels mit heruntergelassener Hose im kahlen Gebüsch und scheißt die eine nach der anderen aus seinem runzligen Arsch? Formt wer aus dampfenden Exkrementen und Zivilisationsabfällen Death Metal Bands am Fließband. Und warum können die meisten dann auch noch so gut spielen, so brutal die Bretter zertreten, Wände niederreißen und ganze Bierfässer in Sekundenbruchteilen atomisieren? Warum schlagen so viele Debütalben unvermittelt zielsicher in unserer Mitte ein? … Irgend jemand?... Erschreckend angenehmes Beispiel für so viel unverfrorene Frechheit tatsächlich was in der Kiepe zu haben sind AD PATRES aus der großen Nation der kleinen Männer, aus Frankreich. Von Beginn an wird deren Debüt von südamerikanischer Leichtigkeit und suffocatiöser USA Liebe bestimmt. Und zwar mit allem was sich so ein von Konquistadoren befruchteter Fremdverpflanzter bewaffnet, wenn er in die tägliche Schlacht zieht. Blast bis zum Umkippen, nach hinten wegklappen und Kinnladen ausrenken, aggressive Riffs, die Wadenbeine durchsägen, an Nervenenden reißen wie ein zugekokster Gärtner an Stangenbohnen, Blasts die laut und scharf peitschen wie die Katze einer fetten Domina auf dekadenten Börsianerärschen. Wichtig daneben sind die hohen Töne, die der 6 Saiter mit virtuoser aber immer aggressiver Melodie ausspuckt, wo Tempo eine entscheidende Rolle spielt und technisches Klein in Klein auch so seine tragende Komponente findet. Das ist Donnerwetter mit dauerrotierender Doppelfußmaschine, die das Mutantendasein des Schlagzeugers entlarvt. Mit Growls die Tote wecken, Werwölfe den bedeckten Mond anheulen und Vampire zur Zahnbürste greifen lassen, die das zusammengeflickte Monster zitternd in die dunkelste Laborecke verbannt, bleich und verängstigt. Ein ganzes verdammtes Album voll mit rasender Wut, rollenden Bässen und permanenter Wiederbeschleunigung, sollte das Teufelsmobil irgendwo mal ins Stocken geraten sein. Derb und brutal, aber auch mit prägnanten Hooks und viel abwechslungsreicher Gitarrenarbeit, zwischen Rübe ab und harmonisch den blutenden Stumpf liebkosen. AD PATRES lassen gar keine Zweifel aufkommen, dass erhöhte Geschwindigkeit ein bandeigener Rauschzustand ist, in den Schikanen aber unbedingt vom Gas gegangen werden muss, und Kurven geschickt und so eng wie machbar genommen werden. Mit so viel Schmackes und Gespür für den Fahrbahnbelag in der Todesrutsche knallen sie Zweiflern ein böses Loch ins Hemd, packen sie mit stählernem Griff an den Eiern und kauen schlaffe Schwänze zu Eiweißmus und roter Pampe. „Scorn Aesthetics“ ist als Erstling, und selbst wenn es keiner wäre, ein straffer Schuss Richtung schwarzes Zentrum und unbedingt eine Empfehlung wert.
8/10

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