Friday, August 17, 2012

BERNADEATH - Sumber Kencono - Ep


Das ist mal ein Bandname, es gibt der blumigen Möglichkeiten viele, der ursprünglichen Bedeutung mit etwas burschikoser Kreativität auf die Schliche zu kommen. Ich vermute mal, der Sinn steckt darin, dass ein anatomischer Anhang eben nicht mehr steckt, und zwar in der Verflossenen, die unerwartet das sexuelle Spektrum erweitert hat und ans andere Ufer geschwommen ist. Dann ist der Bandname ein Racheakt, der bei der Enttäuschten aber nie ankommt. Ist die Musik dann lediglich so was wie ein pubertärer Wutausbruch, eine dumme Verzweiflungstat, etwas das mit ergrauendem Haupthaar gern wieder vergessen gemacht werden will. Fest steht, dass es auf der Ep keinen philosophischen Tiefgang gibt, aber auch nicht zu arg oberflächlichen Geräuschpegel. Bernadeath muss einiges an Brutalität aushalten, mit ziemlich dicker Slam – Gitarre umgehen und sich vor nicht zu verachtenden Grooves niederknien. Gut getimt, nicht nervig und ordentlich mit Keule in den Nacken, dabei das primitive Spektrum einer technikfreien Band nie aus den trüben Augen gelassen, so kann der überfütterte Europäer auch diesen Miniknaller genießen. Der Vokaljongleur ist am Ende dann doch etwas zu viel des Lobes. Durch das geplatzte Okular betrachtet hört er sich an, als hätte Pipi Langstrumpf ein rosa Ferkel im Arm. So ein süßes, speckiges, dass sie von hinten aufbläst und vorne an die feuchte Steckdosenschnauze, quasi ans Gegenstück, hält jemand das Mikro und zeichnet das auf was zum Schallloch austritt. Das ist dann doch massiv einfallslos und nicht unbedingt ein Attribut für brutale Sounds. Ansonsten lebt das kurze Intermezzo der 4 spacken Indonesier aus einigen Tempoeskapaden, vorrangig aber von bleischweren Grooves mit satter Bassline und einem Drummer der den Rhythmus im Griff hat und bei den Blasts´ manchmal etwas hängt. Die Riffs kommen bei den schnelleren Parts gut und lockern die staubige Savannenstampede an den richtigen Stellen auf. Es bleiben sozusagen noch einige Wasserlöcher gefüllt, nachdem die Herde den Boden zerlatscht hat. Die Slamparts, die den Tag der 4 Jungs bestimmen, ziehen sich zwar nicht über Genreauflagen hinaus, haben aber aufgrund ihrer Dichte und tatsächlicher Coolness hohen Unterhaltungswert. Musikalisch ist die Ep kaum ein Griff nach den Sternen, zum Körpergliederschwingen aber der ideale Katalysator. Das zumindest ist das Bild, das ich nach 2 Stampfnummern und einem spaßigen Halbminüter am Ende habe. Sollte das Quartett mittels dieser ersten Gewaltausbrüche die in Ungnade gefallene beeindrucken oder gar zur Rückkehr bewegen sollen, dann haben sie aber, vom Pech verfolgt, den schwarzen Peter gezückt, denn mit dem rüpelhaften Androhen fleischiger Kloppe, stiehlt sich die Romantik heimlich vom Hof. Was bleibt ist ein wutverzerrtes Gesicht und die rechte Hand. Gute Tempovariationen für so was übrigens. Den zu Einsamen lege ich Bernadeath gern unters Kopfkissen.
http://www.reverbnation.com/bernadeath
7/10

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