Saturday, August 18, 2012

BLESSED DEAD - Sick Human Essence - Mcd


Blessed Dead ist wieder ein Newcomer, der ziemlich frei mit seinem Operationsbesteck umgeht. Straighter Death Metal mit einer Portion Technik, oder der Versuch dessen. Die rote Linie ist in der Regel eine Leadgitarre, die auf unromantisches Melodiegeschrubbe setzt. Nicht fein abgestimmt, eher wie eine Thrash Band. Diese Leadmelodie zieht sich in Varianten durch Song XY und lässt einige Möglichkeiten am Rande offen. Da ist das Songwriting allzu schnell auf nur eine Komponente fokussiert und schiebt den Rest in den Graben wie ein Räumpanzer ausgebombte und niedergebrannte Wracks. So in etwa ist jeder der 4 Songs konstruiert, wobei der Opener „ Palace Of Rapture“ der Stärkste sein dürfte. So richtig leicht scheint der Band die Entscheidung nicht gefallen sein, ob sie sich selbst mehr zutrauen können, oder auf gängige 90er Death Metal Roots setzen sollten. Sie versuchen hintergründig eine düsterte Atmosphäre aufzubauen, was bei dem beinahe permanenten Bleifuß nicht immer glückt, aber auch nicht hoffnungslos in den Sand gesetzt wird. Starke Momente haben die Stücke bei den Gitarrensolis, die sehr klassisch und mit viel Schweiß in der Kimme einstudiert scheinen. Auch wenn schrundige Riffs ab und an mal ans dämmrige Licht dürfen, dergestalt, dass sie der melodiösen Allmacht kurzzeitig entfliehen können, hat das was von der ungestümen Raserei einer wahren Knüppelscheibe. Im Grunde aber lebt und stirbt das Minialbum mit seinen Wiederholungen und den nicht vorhandenen Überraschungen. Trotz sehr guter Anlagen bleibt das Gesamtbild zu gleichförmig und verschenkt vorhandenes Potential. Dazu kommt eine lausige Produktion, die das Schlagzeug meist vernachlässigt, die Becken manchmal seltsam klingen lässt und allgemein viel zu dünn ist. Die schrillen Backvocals sind übersteuert und die Gitarre braucht zwingend mehr Druck. Jene sprichwörtlichen Blumentöpfe, die als Gage ausgeschrieben sind, werden im Falle dieser noch sehr jungen Band, vorerst zum Polterabend beim ortsansässigen Paten ( aha – sind Italiener) zerdeppert. Mehr ist erst mal nicht zu holen. Nicht, dass die Mini völlig verlandet wäre und der Staub der Geschichte sie schneller bedecken würde als sie zur Ruhe käme. Das eigentliche Problem ist die Überfüllung des Behandlungszimmers, da wo so vielen der Zahn gezogen wird. Der teilgeglückte Versuch nicht allzu primitiv und billig hirnlosen Müll zu schrammeln, ist selbstverständlich mehr als zu loben. Die offensichtlich hoch gesteckten Ziele, einen technischen, vielleicht auch irgendwo progressiven Anspruch geltend zu machen, aus den Songs mehr rauszuholen, und konstant über der Nulllinie zu mäandern, bleiben noch zu erfüllen. Blesesed Dead treiben ein nicht ganz ungefährliches Spiel zwischen der Suche nach Harmonie und dem Versuch Selbige disharmonisch erscheinen zu lassen, was uns der Geschichte nicht immer problemlos folgen lässt. Bei allen Mankos ist der Weg kein schlechter, nur die Zeit ist der Feind. Durchhalten und auf ein Neues, es geht auch beschissener.
5/10
Hier anhören!

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