Tuesday, August 7, 2012

CULTFINDER - Black Thrashing Terror - Vinyl 7 / Eldritch Lunar Miasma


Im Sommer des sportlichen Weltfriedens auf einer unbedeutenden Insel hinter dem Kanal, wo die heimische Küche berühmt für Magendurchbrüche ist, europäische Verkehrsnormen negiert werden und jeden Tag Schlag Fünfe die Stricknadel auf den Teppich fällt, regt sich Widerstand. Im Sinne der generellen Sommerverdunklung und der Abschaffung globaler Harmonie stehen 3 Jungs auf und werfen sich gegen den Strom. Bewaffnet mit Rumpelschlagzeug, Schrammelgitarre und Holperbass krakeelen sie ihren blasphemischen Hass mit steigender Überzeugungskraft in den Orbit über Angelsachsen. Zunutze machen sie sich die Thrash Einflüsse ihrer Vorfahren aus dem Teutonenland, sowie die primitive Simplizität rohen Black Metals. Frei von Liebe, Toleranz und Verständnis, ohne Absicht melodiös zu schwärmen ergießen sich 3 tiefschwarze, schrille und doch noch recht unausgegorene Stücke wie ein stinkender Haufen Karnivorenexkremente aus der überfüllten Güllegrube. Und weil das unheilige Trio so herrlich ehrlich und unbedarft vor sich und uns herumrüpelt, macht das auch irgendwie Spaß, selbst wenn der Spaßfaktor eher unfreiwillig um die Ecke schielt, und wir stampfen mit allergrößter Freiwilligkeit barfuß in diesem Haufen herum. Die gehen mit ihrem musikalischen Tempo recht flott um, bolzen auch mal ordentlich einen aus dem Loch und sind hörbar stolz auf den Terror, der nicht immer die Spur hält, aber grob seine Richtung findet. Die Pace raus nehmen geht auch, richtig schwindlig spielen eher nicht. Das einzig schwindelerregende ist der Gesang, denn der Kerl kotzt sich mal so richtig aus, baut seine Vocals am Rande des Verständlichen und weiß seine Stimme sowohl im Black Metal als auch im Thrash verwurzelt. Die Gitarre ist etwas schrill und der Bass etwas hinten dran, selbst die Drums klingen etwas verunfallt und die Arrangements sind so wie so billig. Mit dieser fragwürdigen Methode gelingt eine unterhaltsame, kleine, dem Gehörnten Ziegenfuß gewidmete Ode ungeschliffenen Black/Thrash Metals. Niefelheim und Australiens großartige Destroyer 666 sind die Väter, die diesen quäkenden und nervenden Bastard in die Welt gekackt haben, ihn nun ohne allzu viel protegieren sich selbst überlassen. Die 7er ist das Debüt und Vinyl ist immer erst mal der authentische Einstand, bevor das erste Album viel Geld kostet und von Ignoranten zerpflückt wird. Cultfinder haben schon irgendwo eine reizvolle Seite, die Milchbärte haben einige verwertbare Elemente aus der Szene aufgegriffen, selbst wenn der Spielfluß nicht immer ganz ungehemmt strömt und noch einige Klippen und Dämme zu erodieren sind, geht die Band laut marodierend und bewaffnet mit schön Old School thrashenden Riffs einen guten Weg. Sozusagen den linken Höllenpfad. Der Weltfrieden ist noch nicht bedroht, wenigstens nicht durch den Terror von 3 blauäugigen Neulingen mit dicken Eiern, aber kommt Zeit, kommt Bart!
6/10

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