Friday, August 31, 2012

DESERTED FEAR - My Empire - Cd / FDA Rekotz


“My Empire” fühlt sich an wie ungehemmt durch die Betten vögeln in der geriatrischen Abteilung des Death Metal Hospizes. Ob nun eng umschlungen mit dem fetten Kadaver von Obituary geknutscht ,mit Entombed in die 69 gegangen, mit Asphyx inspirierendes Sperma gegurgelt oder mit Dismember exzessiv gefickt, zurück bleiben ausgebrannte Strohlager und versiffte Matratzen. In einer Ecke mögen sogar eingeschüchtert und missbraucht Amon Amarth hocken und die Hände schützend über den Arsch halten. Mit einem Knall fliegt die Vordertür auf und ein selbstbewusster und überaus befriedigter Spross verlässt grinsend mit der Hand im Schritt den Salon. Nicht im Geringsten ausgepumpt, vielmehr von den Rentnern inspiriert macht er sich auf, sein Können in die Welt zu tragen. So oder ähnlich wird der Werdegang, metaphorisch selbstverständlich, von statten gegangen sein, hin zu „My Empire“. Und so ein Titel verpflichtet, baut er sich doch auf den Ruinen einstiger metallener Hochkulturen auf. Obwohl die meisten glücklicherweise noch da sind. Fakt ist, dass Deserted Fear bei den Besten gelernt und es auch nicht versäumt haben ihren ganz eigenen Stil vorn anzustellen. Es entsteht eine Old School Variante, die nicht zu sehr an Vergangenem klammert, sondern eine Symbiose aus amerikanischer Härte, skandinavischer Melancholie und brutalen Sound schafft. Midtemporiffs in Mafiosiart, mit Betongewichten in den Hafen geschmissen begeistern genauso wie attackierender Galopp mit Sporen und Knute über Berge von dahingemetzelten Leichen. Das Harmoniebedürfnis, dass die 3 Musiker irgendwo schon noch haben, sonst ließen sich die Songs nicht auf diese Weise zusammen setzen, die zudem immer einen melodiösen Teppich unter den Klauenfüßen benötigen, ist schon ein sehr krankes. Nicht zwingend erforderlich erscheint es, den betagten Todesgreisen zu intensiv ins Gemächt zu greifen, auf die Gefahr hin, nicht mehr loslassen zu wollen. Da springt im richtigen Moment der Motor an und münzt den Sound der Vergangenheit in bandinterne Innovationen um. Schiebt altes Kisten zum abspritzen, schleifen und mit selbst gemischten Farben lackieren ins Licht. Die Erkenntnis dass gestern alles besser war und es heute trotzdem schick ist macht sich bezahlt, wenn dann eine Band mit breiter Brust so ein Album produziert. Eines das gespickt ist mit brutalen Riffs, tödlicher Atmosphäre, aggressivem Melodieverständnis, meterdicken Wänden aus instrumentaler Beschallung, intelligentem Songwriting… alles vereint in einem akustischen Blutbad. Na ja, und dann hats´ da ja auch noch den Übervater perfektionierter Kopfschmerzen, Dan Swanö. Wenn der am Ende nicht weiß, wie eine messerschwingende Ode an den Death Metal zu klingen hat, dann niemand. Bestimmt hatte der lange nicht mehr so viel Spaß daran, seine Finger in Songs zu stecken und den Bastard noch etwas zu formen. Rundum gelungen und rosig ist der Kleine, glänzend wie frischer Mutterkuchen. Lasst euch anstecken von der alten Schule der Moderne, ohne verruchten Retrocharakter.
9/10

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