Friday, August 3, 2012

ENGORGEMENT - Excrutiating Intestinal Lacerations - Cd / Comatose Music


ENGORGEMENT baden auf ihrem ersten Winzling bis zum Hals im Blut. Die kauen auf jedem Klischee herum, das ihr euch im Slam – Death mit wenig Fantasie ausmalen könnt wie Mustertapete an der Küchenwand. Da werden gebrauchte Feministinnen zum Abtropfen auf dem Badezimmerboden verteilt, da wird gegurgelt als hätten die vielen Körperflüssigkeiten der Bedauernswerten den Abfluss verstopft. Und wenn der Abfluss mal verstopft ist … dann kellert der gewachsene Folterknecht mit seiner Gitarre mittig im Loch, rührt so lange bis die Töne des 6 Saiters in brutaler Variationsarmut entweder wie ausgeleierte Hosenträger grooven oder als ob satt übers Holz blasten. Es gibt Intros und Outros bei denen euch das Blei um die Ohren saust, Verzweifelte ihr Leid in die Welt klagen und diverse andere Sachen aus Filmen geklaut werden. Bass und Schlagzeug rackern auch irgendwo da unten im Bandkeller. Nichts deutet darauf hin, dass der Band mit dem Debüt etwas gelungen wäre, das auch nur im Mindesten den Pfad von Knüppel, Kaugummi, Rülpse und sexueller Unausgeglichenheit verlassen wollte. Hinzu kommt, dass die Spielzeit grenzwertig ist und der Soundmann wohl noch nicht ganz ausgeschlafen hatte. Aber wisst ihr was, das ist mir alles vollkommen egal, denn in erster Linie macht die Haue mit all ihren gesetzten Trademarks Spaß, einerlei ob sich die Songs nun nach einem halben Jahr immer noch Engorgement zuordnen lassen, oder auf der subjektiven Spielwiese schon wieder ganz woanders untergebracht werden. Klar haben sie nicht unbedingt den Wiedererkennungswert, den eine Band mit Bestimmtheit bräuchte um auch nur den Funken einer Chance zu bekommen, um auf dem Markt einen unvergesslichen Haufen zu zurückzulassen. Zweifellos klingt dieser britische Ableger von Devourment eben genau so wie sein überschätztes aber ungemein unterhaltsames Vorbild. Das alles stört mich nicht, solange es dicht gepackt aus den Boxen bollert, die Musik oder wie ihr es auch nennen wollt, wie eine durchgedrehte Stampede donnert, sobald der Putz auf die Schlafkojen der anspruchsvollen Gesellschaft rieselt ist die Welt der rotgefärbten und politisch unkorrekten Abrissbirne in Ordnung. Wer sich eine Band wie ebenjene aus dem Regal zieht, weiß im Vorfeld, dass er primitiv und effizient auf die Fresse kriegt, da muss sich dann keiner aufregen, dass die hohe Kunst des Musizierens abhandengekommen ist. Engorgement bieten alles was von einer Slam Band zu erwarten ist, nicht mehr und nicht weniger, die Voraussetzungen stimmen, das Ergebnis (rein unmusikalisch) auch, Abwechslung ist nicht Programm, dafür wird die Hölle losgetreten, wenn eine Handvoll Tieftöner ihre Eingeweide vor die Bühne kotzen und aus jeder Ritze das unstillbare Bedürfnis nach Gewalt und Brutalität tropft. Ich sehe die Bekloppten schon wahlweise im Kreise schlurfen oder mit einem Wespennest an den Eiern rennen und mit den Armen rudern, verzückte Gesichter die wahre Emotionen verschleiern und darauf abfahren amtlich durchgewalkt zu werden. Dafür taugt das Programm von Engorgement locker.
7/10

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