Saturday, August 25, 2012

ENTRAPMENT - Irreligeous Abominations - Cd / Godeater Records


Da hast du gerade mal ein paar klapprige Demos am Start, bist noch gar nicht richtig in den Puschen und klingst schon wie ein alter Sack. Im Falle von Entrapment aber auch kein Wunder, hat der Vater des Bleihagels Michel Jonker auch schon bei Absorbed und Massive Assault gezockt. Den Einfluss letzterer kann er dann auch schwerlich leugnen, erzittern doch die Boxen bei antiken Death Metal Geschossen, ummantelt von punkiger Aerodynamik. Das Produkt einer bis zum Platzen druckbetankten Dampfmaschine! Aber,: „Wat is en Dampfmaschin? Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Dampfmaschin, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat hinten un vorn e Loch. Dat eine Loch, dat is de Feuerung. Und dat andere Loch, dat krieje mer später.“ In dem großen Schwarzen Raum versacken, befüllt durch die Feuerluke, Einflüsse von Nihilist bis hin zu Asphyx, darüber legt sich ein Ejakulat aus primitiver Punkwichserei, und wenn genug Kompression vorhanden ist, die Vocals den lavaähnlichen Sud mit einer Mischung aus Johnny Hedlund und Cronos aufgemischt haben, dann lassen wir die so erzeugte Hypertonie am anderen Ende entweichen. Wer dann mit dem Kadaver zu nah am Schalltrichter steht, bekommt eine neue Fönwelle im Südbezirk verpasst, die Arschbacken flattern und die Gesichtshaut darf ihre Flexibilität unter Beweis stellen. Verantwortlich für die physische Entrückung zeichnen bollernde Bässe, simple, an Effektivität unschlagbare Riffs und melancholisch heulende Gitarren. Der morbide Melodiensalat schickt dicken, grünen Nebel über den kommunalen Leichenacker und lässt die Toten in ihren wurmstichigen Kisten onanieren. Vandalismus und Ruhestörung mit unschlagbarer Coolness, schöne Scheiße!

3 in der Vergangenheit erschienene, und dann doch nicht so klapprige Demos finden sich in trauter Einigkeit auf dieser Cd wieder, wobei der Entwicklungsweg deutlich nachvollziehbar bleibt. Schon ab dem 2. Demo setzt die Band Hooks, die im Gedächtnis bleiben. Auch der Sound variiert wie das Wetter in den Alpen. Stumpf und trocken bleibt er aber allemal. Zusätzlich hängt noch der schwärende Abszess eines Livemitschnittes hinten dran, und lässt die Ohren nachbluten, wie wunde Hämorrhoiden aus einem ausgefransten Arschloch. Räudiges Zeug mit erstaunlich gutem Sound, also wohl zu schade, um es im Abort runter zu spülen. Entrapment stellt sich als ganz und gar traditionelle Band dar, die musikalisch nur das nötigste auspackt und damit zweifelsohne den richtigen Weg eingeschlagen hat. Flotter, satter Mid Tempo Beat geht immer, da bedarf es nur ein paar Akkorde und der Stein rollt, allzu viel Technik steht dem hinderlich im Wege. Aber du brauchst auch das Gespür dafür, wie man aus wenig viel macht und schmackhaft obendrein. Dieses Talent kann ich Entrapment nicht absprechen und deshalb höre ich dem untoten Kadaverrock mit ausgefahrenem Fahnenmast zu, lasse in die Segel blasen, die kleinen bleichen Freunde mit zitternden Schwänzchen durch den glibbrigen Kanal schwimmen und bin gespannt auf die weitere Reise der Akteure.
8/10

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