Wednesday, August 1, 2012

EYE OF SOLITUDE - Sui Caedere - Cd / Kaotoxin Records


Da wo Anathema und My Dying Bride einst noch irgendwo Maßstäbe gesetzt haben, lutscht sich bei Anderen der Schlafdrops schneller rund als das Federkissen ewiger Bettschwere warm wird. Dabei lässt sich nicht mal behaupten, der Gehörtunnel würde mit musikalischem Dilettantismus in ein dauerverstopftes Bauprojekt mit nicht wieder gutzumachenden Langzeitschäden verwandelt. Nein, das nicht, das doomige Geschleppe und Geschleife ist schlicht weg langweilig. Nichts von bleierner Friedhofsatmosphäre, morbider Geschmacksverzerrung und tonnenschweren Riffs, nur melodiöse Gummibänder und sonore Growls. Im Hintergrund gewöhnliche Keyboardteppiche und teilweise hörspielartige Passagen, die wohl den besonderen Ambientcharakter betonen sollen. Was sich da entblättert, ist ein beinahe leeres und ereignisloses Album, das vielleicht dauerdepressiven Schwarzseelen dem Suizid mit rostigen Geflügelscheren oder kalter Absinthdusche näher bringt. Für Leute, die beim Metal ihre Aggressionen ins Bierglas kanalisieren wollen, ist Eye Of Solitude denkbar ungeeignet. Wie ein lauer Sommerregen plätschert ein melancholischer Heulkrampf nach dem anderen in den Staub der Äonen und hinterlässt doch nicht mehr als verschwommene Ränder in ausgedörrter Erde. Langsam und erschreckend beständig schiebt sich jeder Song in grauenerregender Variationsarmut mit schlaffem Bauch über den Tanzboden wie Riesenschildkröten auf der Flucht vor dem unausweichlichen Aussterben. Als würden alle guten Ideen zu Brei zerkocht und auf kleiner Flamme auch noch des letzten interessanten oder zumindest verwertbaren Inhaltsstoffes beraubt. Kein Riff das die muffige Decke zu lüften vermag, keine Stimme, die den besonderen Charakter einer als anspruchsvoll geltenden Scheibe untermauert, keine Arrangements das die Tränensäcke straff zu ziehen vermag, keine Gänsehaut und überhaupt keinen Metal – Spirit. Nur niedergeschlagene Stimmung, wie auf einer Beerdigung, bei der kein Schnaps ausgeschenkt wird. Da geht man besser gar nicht hin. Ewiges im Kreis Gedrehe ohne den Weg zum Ausgang zu zeigen, macht wenig Sinn, selbst nicht wenn die Melodien zum letzten Schritt über den Abhang ins intellektuelle Nichts auffordern. Doom, Gothic, Black Metal, aus diesen Ingredienzien besteht die zähe und fade Suppe, schwappt lauwarm aus dem Kessel und stillt nur mit Widerwillen aufkommende Gelüste nach Tod und anderen nihilistischen Resultaten. Wer denn stark genug ist, wer neue Erfahrungen im dunkler Abwesenheit metallischen Seins sucht … der findet hier zwar nichts spektakuläres, muss aber auch keine Angst haben, von allzu großen Anforderungsbrocken den Helm eingestellt zu bekommen. Das mit dem Know-how ist nicht so leicht weg zu wischen, das mit der Kreativität sollten wir aber noch mal im nicht ganz so stillen Kämmerlein besprechen.
4/10

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