Monday, August 20, 2012

HELL UNITED - Aura Damage - Cd / Hellthrasher Productions


Von Unerfahren ist wohl nicht die Rede, aber irgendwie hielten sich Hell United, vormals Eclypse, immer bedeckt, selbst wenn die Gesamtkarriere schon seit den ausgehenden 90ern dümpelt. Dümpeln ist genau das richtige Wort, denn das aktuelle Album schwabbert eher mittelprächtig auf einem schwarzen Meer aus Blei. Mit Blast kennen sie sich aus, timen nicht zwingend punktgenau, aber immerhin. Auf Midtempo können sie auch mehr als passabel, interessante Momente entstehen, wenn nach einer Blastpause die Leadgitarre im Alleingang von neuem Anlauf nimmt. Dicker Nebelsumpf geht ebenfalls, wie beim Instrumental „Hinterland“. Das Stück bettelt nahezu nach einem Blowjob vor der Höllenpforte. Wenn das gesamte polnische Hinterland so aussieht, bleibt nur Ödnis und Verderben hinter der rumorenden Front zurück. Von allem rückt immer mal irgendwas ins Rampenlicht, jedoch lädt nichts davon zum längeren Verweilen ein. Die Polen sind eine Generation lang keine Kommunisten mehr, Papst sein ist auch schon lange vorbei, gegen was lohnt es noch zu widerstehen? Vielleicht fehlt ein generelles, klassisches, inneres Feindbild um wieder mit bösartiger Überzeugungskraft auf den Pfaden der Verderbnis Brotkrumen zu verstreuen. Hell United bescheren ihren Fans sichere in gutes Album, seine Spuren wird es aber nicht in den Granit schlagen, dafür ist das Wechselspiel aus Blast, Atmosphäre, gängiger Technik und etwas trockenen Riffs zu vorausschaubar. Zudem wirkt die teuflische Schlagseite, die Fratze des Dämons, nicht wirklich authentisch, beinahe etwas zu gekünstelt. Leider verliert die Band im Laufe des Albums ihre Aggressivität, indem sie die rasenden Knüppelparts immer mehr zurück schrauben. Das gipfelt dann in einem ausufernden, überlang erscheinenden (auch wenn es das nicht ist) „Totaly Of I“. „Aura Damage“ beginnt ohne Zweifel stärker als es endet. Wenn der Kessel zu Beginn noch fleißig eingeheizt wird und genügend Druck erzeugt um die Ohren bluten zu lassen, so geht leider mehr und mehr das Brennmaterial aus. Durchtreten und das Bodenblech auf den Asphalt biegen, das tun sie von Beginn an auch nicht, nur sind die Übergänge cooler. Der Opener „Red Limitations“ besteht aus lediglich 2 Parts, die aber alles enthalten was eine harte Metal Nummer wirklich benötigt. Die Katze aus dem Sack lassen und hinterher mit Gewalt aber kontrolliert wieder wegsperren. Die später folgenden Instrumentalparts, die etwas statische düstere Plakatierung mit massiver Tempobremse, verlängern das Einfangen der Mieze unnötig. Mit Bestimmtheit gibt es Death/Black Kandidaten die mehr Fleisch auf den verfetteten Rippen haben, das Grundmuster von Hell United stimmt trotzdem, wenn auch der wirklicher Schwung fehlen dürfte. Mit „Aura Damage“ gelingt den Polen ein durchschnittliches Album, das in der Vergangenheit besseren Zeiten entgegen gesehen hätte, als es das in der Gegenwart tun wird.
5/10

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