Thursday, August 16, 2012

INFERNAL DEATH - Gniew - Cd / Wydawnictwo Muzyczne Psycho


Irgendwann in den frühen 90ern mit viel Enthusiasmus auf der Welle des aufstrebenden Death Metal´s geritten, haben INFERNAL DEATH nie wirklich verwertbaren Lack auf die Hufen gepinselt, weshalb sie wohl irgendwann wieder in gnädiger Vergessenheit schwelgten. Nun suchen sie mit ihrem ersten Album nach der zweiten Luft. Das bietet dann Blei, das an Langeweile kaum zu schlagen ist und so aufregende Paarungsrufe ausstöhnt wie ein lila Mückenbulle am Hinterteil einer verwesenden Strandkrabbe. Auf „Gniew“ passiert einfach wenig, oder immer das Gleiche, wie man’s nimmt. Schema F quasi, völlig unspektakulär und tröge. Bei solchen Alben wird mir immer wieder klar, warum manche Bands einst verschwanden und welcher fette Ansatz der Berechtigung dahinter steckt. Nur verstehe ich nicht die bekloppte Selbstüberschätzung, die Kadaver dieser Spezies mit Macht aus den Schatten zieht. Es ist ja nicht so, dass der Drummer seine Felle nicht treffen würde oder der Gitarrist Knoten in die Seiten machen würde, der Bassist seine 4 Saiten nicht unter der Kellerdecke spannen würde, der Sänger nicht growlen könnte, aber das können so viele. Was hilft es denn, wenn eine Horde Leichenfledderer ihre Handwerk nur halbherzig beherrscht, weil sie keine Ideen haben die das Geseire aus dem zähen Topf schleimigen Einheitsbreis heraus löffelt. Arrangements, Rhythmen, immer der gleiche Schnarchplan, so dass nichts überrascht. Das ist wie Weihnachten mit Gutscheinen unterm der nadelnden Tanne, wie eine Bundestagsdebatte ohne Bundestagsabgeordnete, wie einlagiges Klopapier und der braune Finger. Rentnergeburtstage oder wahlweise Besuche im Wartezimmer der lokalen ärztlichen Allgemeinmediziner mit fröhlichem Diagnosenbingo haben tatsächlich mehr Tiefgang und irgendwie noch was lehrreiches. Da hat man sich von Prothese zu Prothese noch was zu flüstern, Infernal Death hingegen spielen so, als hätten sie damit schon lange abgeschlossen. Belangloses, eintöniges Nebeneinanderher spielen, ohne prickelnden Sexualakt im übertragenden Sinne, hat was von einer eingewebten und vertrockneten Ehe. Vielleicht haben sie das Zeug für einen anständigen Fick nie gehabt, vielleicht schlummert das Bedürfnis für kreativen Flüssigkeitsaustausch aber auch irgendwo in der Lendengegend. Erfahren werden wir es wahrscheinlich nicht, denn nach so einem gerade mal und mit viel Wohlwollen durchschnittlichen Auftritt, rutscht das Interesse an der Band unter den steigenden Meeresspiegel und wird von weißen Haien zerrissen. Sie hätten sich einen Gefallen getan, hätten sie Abstand von einer fruchtlosen Reunion genommen, denn mit so wenig Innovation eine neue Chance zu suchen ist Blödsinn. Nah 4-mal anstrengendem Durchhalten verpisst sich zumindest meine Kopie in den Papierkorb und hat den Kopf nicht wieder raus zu strecken, bevor ihr nicht was Besseres einfällt. Wer sich gern mit bedürftigem Mittelmaß zurümpelt, dem wünsche ich viel Vergnügen und Hühneraugen am Sack.
4/10

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