Thursday, August 30, 2012

REVOLTING - Hymns Of Ghastly Horror - Cd / FDA Rekotz


Seine Herrschaft Rogga „Ich Muss Nie Schlafen und Kriege Keinen Herzkasper“ Johansson ist ein Phänomen und so unbegreiflich mysteriös wie das Bermudadreieck. Nur dass die feuchte Falle alles schluckt und der Meister eher alles heraus sprudeln lässt, ähnlich dem Dilemma mit zu viel Schnaps und Pizza nach halbfertiger Verdauung. Alle Nase lang setzt der mit irgendeiner seiner Bands riesige Berge in die Landschaft. Wer da ohne abgucken durchblickt fährt im Parkhaus rückwärts Panzer. Revolting zum Beispiel, da liegt im Jahresrhythmus ein neuer dampfender Haufen in der verbeulten Schüssel und jedes Mal feilscht der aufsteigende Gestank um gesteigerte Aufmerksamkeit. Natürlich gehören immer mehrere Musiker dazu, so was ans Licht zu pressen, aber ich bin mir sicher, der Johansson hat einen tüchtigen Knall, so als Kreativpool für säckeweise morbide Ideen verantwortlich zu zeichnen. Auf Revolting Nummer 4 fließt wieder ein rauschender Strom an gruseligen Eingebungen aus des Meisters Unterhose und beschert allen Gestörten einen Ständer oder anderweitig feuchte Südregionen. Im ersten Moment war mir gar nicht klar, dass die melodiöse Note so ausgeprägt ist, klingt häufig nach soundtrackartigen Metalversionen alter Exploitationfilme. Ganz besonders das Instrumental „ The Thing That C.H.U.D. Not Be“ mit Filmschnipseln aus einem der albernsten Creatureflicks überhaupt, offenbart die anhaltende Vorliebe für Verknüpfung von B Horror mit Metal, von Melodie mit Groove, vom Makabren mit angenehm Eingängigen. Wichtig scheint auch eine Lead Gitarre, die Hooks setzt und trotz einiger (gewollter) Wiederholungen in den hohen Auslagen die Führung des Blutbades geschickt übernimmt. Das hat dann diesen Misfits Style. Aber auch Ghoul findet sich darin wieder und ganz hinten, versteckt unter alten Säcken und toten Ratten verbergen sich doch tatsächlich einige Slayer Riffs (Ravenous Alien Spawn…). Die Gefahr als Säcke tragendes Spaß Unterfangen missverstanden zu werden besteht aber nicht, denn Revolting treten wie üblich herzhaft ins Eingeweckte und frönen dabei der brutalen Seite der Unterhaltungskunst. Mid Tempo Grooves und bierbauchdicke Riffs sind Garanten für eine „ Fresse halten oder in die Fresse kriegen“ Mentalität, der musikalisch nichts entgegen zu setzen ist. „Hymns…“ ist bunt und launig, unterhaltend und spaßig, aber auch krank und verdorben bis in den letzten schrumpeligen Zipfel. Das ist in gewisser Weise ein Wanderzirkus der Abartigkeiten, ein Freakshow die den vormals grünen Dorfanger mit Monstern, Mumien und Mutationen verwüstet, und das Volk steht staunend an der Abendkasse., Revolting funktionieren, weil wir das Abartige so anziehend finden, die dunkle Seite ein übermächtiger Magnet ist, Mord und Totschlag mehr Einschaltquote bringt, als Blumenpflanzen mit Tante Inge im offenen Kanal. Aus dieser nicht gerade bahnbrechenden Erkenntnis hat der olle Schwede eine Begleitmusik gezaubert, die nichts offen lässt und eben alles beinhaltet, was „Kopp Ab Metal“ benötigt um richtig zu ticken. Brutalität und Virtuosität, Ernsthaftigkeit und Humor, Geschmacklosigkeit und Harmonie, zuschlagen und locker lassen. Das Teil rockt, groovt und mosht auf eine sehr funktionelle Art und sollte umgehend eingekocht, eingefroren, bzw. einbalsamiert, im Giftschrank verschlossen, in Beton und Blei gegossen und im Andreas Graben versenkt werden, bevor ernsthafter Schaden entsteht!
9/10

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