Sunday, August 19, 2012

TAKEN FROM THE NEST - Demo 2012


Laut des weisen Mel Brooks wurde die Musik schon von unseren Vorfahren in der Höhle erfunden, ganz zufällig bei einem Unfall. Musik hat nach dieser Theorie immer was mit Schmerzen zu tun. Infolge eines kleinen Stein auf Fuß Missgeschicks gründete sich der erste Vielfüßerchor und brüllte gepeinigt von einem hutzligen, sadistischen Chorleiter sein Ach und Weh in die Welt. So nahm der Mensch die erste Hürde in Richtung Zivilisation und schuf die Kultur. Angedenk dieser frühen und ungemein bedeutenden Schritte in Richtung eines fühlenden, aufrechten und emotionalen Wesens kehren Taken… zu den Wurzeln der Zivilisation zurück und prügeln hemmungslos gen Erdreich und vor allem nach Füßen, die am anderen Ende komplexer Zellverbindungen lautes und variables Gebrüll und Gekreisch entlassen. Sich nicht um Genres kümmernd und ohne Scheuklappen verquicken sie Death Metal Und Punk, lassen die Urformen roher Unterhaltungsgewalt hemmungslos vögeln, sich in allen möglichen Stellungen begatten, nach Ländernamen kopulieren. Was ihnen damit gelingt, ist keine romantische Dauerbeziehung, sondern ein roher und schmutziger Gewaltfick, dreckiger als gewisse Körperregionen die zeitlebens lichtabgewandt der Öffentlichkeit entzogen werden. Rüpelhafter und rabiater als eine pubertäre Schulhofkeilerei um Milchgeld oder Hausaufgaben. Exzessiver als Kokain in der Nasenscheidewand im Zusammenhang mit verantwortungsloser Börsenzockerei von pickligen Analysten. Die Musik, die sich da entspinnt, ist nicht schön, nicht harmonisch, nicht anspruchsvoll, noch nicht mal sonderlich ausgereift oder gar wirklich gut gespielt. Sie ist holprig und roh, primitiv und lebt von wenigen Akkorden und viel Getöse. Der Sound ist authentisches Höhlengedepper und der Frontmann brüllt mit Unterstützung seine Kriegsschreie und Jagdrufe übers knisternde Lagerfeuer in die Nacht. Bär, Löwe und Mammut scheißen große Berge, wenn diese Wut im akustischen Sinne die Hörorgane erreicht. Das Drumherum, angestachelt und mitgerissen von den ständig hektischer werdenden Vokals, entpuppt sich als sympatisch chaotisch, häufig als immer mal wieder zu entwirrendes Durcheinander, geprägt von stumpfer Schlagwirkung und blutigen Nebenwirkungen. Mit 3 ersten Songs auf dem ersten Demo kämpft eine frisch gegründete Sippe um ihren Platz im Urstromtal. Sie macht das laut, unanständig und respektlos, etwas unbeholfen noch und nicht immer geschickt. Aber der unbedingte Wille im Reich des modernen Karnivoren viel Fleisch von der immer spärlicher gedeckten Tafel zu erkämpfen ist hörbar gegeben. Auch wenn die Musik nicht gerade den nächsten revolutionären Gedanke in die stinkende Welt posaunt, ist diese irgendwie ehrliche Aufstellung des eigenen Geschmacks und Willens mit nachfolgender Kanalisation in harte Töne bemerkens-, und unterstützenswert. Hört HIER mal rein!
7/10

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