Thursday, August 16, 2012

UNDERSAVE - Now Submit Your Flesh To the Masters Imagination - Cd / War Productions


Das portugiesische Kleinsthäufchen von Undersave kotzt mit der morbiden Hingabe einer leprösen Untotendiözese einen uncharmanten Erstling alter Gattung auf den Boden eines jeden feuchten Kellergewölbes. Dass die Songs dabei manchmal etwas zu lang erscheinen, fällt in den schummrigen Winkeln gar nicht auf, denn die eitrige Pisse der Moderne macht einen physikalischen Mittelstrahlknick um das Vorhaben der 3 Totenfresser. 7 mehr oder weniger ausufernde Stücke fressen sich beständig mit kantigen Midtempos und fixeren Hau Ruck Momenten durch die Rille, offenbaren nichts weltbewegendes und erfüllen doch alle Wünsche von vielen Langzeitnackenspoilern aus dem Todescamp, als Staub auf dem Death Metal noch normal war und die gottlosen Zeiten technischer Überproduktion ein Produkt blasphemischer Zitterfinger. Undersave vereinen stumpfen Death Metal mit der schwarzen Atmosphäre völliger Humorlosigkeit und verfallender Gotteshäuser. Selbst wenn es unter dem mottenzerfressenen Band Cape lustig zugehen sollte. Allein das Cover untermauert diesen Fakt, hat es doch viel von alten Filmplakaten, als in Europa noch Gore Streifen verzapft wurden, ohne das Blut aus dem Rechner zu produzieren. Das hat obendrein den brüchigen Charme eingerissener und vergilbter John Sinclair Cover. In diesem Sinne verstehen ich die mehr als guten Ansätzen der Band zumindest, wenn Friedhofszenarien mit Nebelfetzen und nicht enden wollender Dämmerung musikalisch beschrieben werden. Da werden atmosphärisch dichte Teppiche gewebt und verdammt tiefe Gräber ausgehoben. Um in der Inszenierung so weit gehen zu können, bedarf es wahrscheinlich wirklich einiger überlanger Songs. Einfach nur durchzublasen würde den ganzen Effekt versauen. Es darf natürlich nicht außen vor bleiben, dass die Musiker eng in den Grenzen der eigenen Courage spazieren und stilübergreifend so gar nichts versuchen, oder auch nur einige herausragende Eckdaten verankern. Das was Undersave da machen, ist überall schon mal aufgetaucht, schwappt wie ein verschollenes U-Boot im Nordatlantik immer mal wieder über die Gischt und säuft dann gern mal wieder ab. Und trotzdem legen die so viel Ehrgeiz und Engagement in ihren Set, dass an der aufrechten Authentizität ihres Totenackergebetes nicht zu zweifeln ist. Das instrumentale Grabwerkzeug ist gut aufeinander abgestimmt und konkurriert nicht um etwaige Sprintsiege, der Bass kommt gut, das Schlagzeug malträtiert etwas hohl aber nicht unpassend seine Vorderleute, die Vocals sind in relativ variabel. Wobei variabel selbst sehr variable verstanden werden sollte. Vornehmlich lebt das Album aber von den langsameren Parts der Songs und dort natürlich von den manchmal etwas grusligen und verstimmten Riffs, die für den Hauptteil der Horroratmosphäre verantwortlich zeichnen. Die sind dann wirklich nicht auf Wiederholungen und langweiligen Füllstoff aus, sondern platzieren mehr als nur ein paar massive Hooks an den richtigen Stellen. Undersave ist eine Todeskapelle auf die es zukünftig ein Auge abzulegen gilt. Starkes Album!
8/10

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