Saturday, September 15, 2012

BOMBS OF HADES - The Serpent's Redemption - Cd / Pulverised Records


Bombs Of Hades ist der denkbar ungeeignetste Kandidat um entspannt in der Morgen zu kommen, da fällt selbst der frühe Vogel von der Stange. Wenn der eigene Kadaver noch schmerzt und mit dem Kater der letzten Nacht ein Duell auf Augenhöhe ficht, wenn die wohlige Wärme der Bettdecke noch anhaftet und die Augen gerade so viel Licht in die kurzarbeitende Denkfabrik lassen, dass es nicht noch mehr schmerzt, die Füße schlurfend das Laminat streicheln und die liebe Ehefrau sich verständnisvoll zur Wand dreht, dann kann man so was lautes und unfeines nicht gebrauchen. Das ist als wenn jemand mit einem Kübel Eiswasser die Leiden der Welt vertreiben will und zusätzlich Schutt und Scherben drüber schüttet, als wenn dir die Fenster mit gefrorenen Fäkalien eingeworfen werden um Kälte, Gestank und Lärm von Generationen einzulassen, als wenn der Sensenmann deinen letzten Kaffee kocht, der so stark ist, dass selbst die Schwärze aus der Tasse flieht. Die Pein von in Äonen Geknechteten fegt wie ein staubiger Wüstensturm durch das Brachland, das sich Gefühlswelt nennt. Bombs Of Hades ist so ziemlich das Rücksichtsloseste, das ich je unwissentlich in meinen heiligen Tempel gelassen habe und jetzt kriege ich die nicht mehr raus. Polizei, Feuerwehr, Notarzt, Schädlingsbekämpfer, Schwiegermutter, renovieren, weiter vermieten, abreißen, nichts hilft, die sind angespackst wie Taubenscheiße auf der Motorhaube. Also muss ich den Rest meines nun elenden Daseins mit einer Kohorte räudiger Schweden verbringen, die ein Flächenbrand auslösen und unbeschreiblich rüpelhaft und unsensibel aus allen Sparten debiler Assimusik einen Selbstbedienungsladen gemacht haben. Da gibt es frühskandinavischen Todesknüppel, weit entfernt von positiv erscheinen wollenden Melodiefünkchen, da gibt es den schwarzen Verweser in Stile alter Bathory oder gar Venom und da vegetiert der Punk auf einem Bett aus primitiver Bierseligkeit und nietenbehangenem Aufruhr. Mordbrand und Bastard Priest wären die Bands, die mir da am ehesten vor das schwindende Augenlicht kommen, um einem vagen Namedroping gütlich auf die krummen Beine zu helfen. Aber genau genommen gehen Bombs Of Hades noch viel weiter, denn neben der dreckigen und tollwütigen Mentalität besoffener und filziger Alkoholiker, erscheint so manch überlanger Song wie eine Kriegserklärung an das Establishment, mithilfe des Gehörnten versteht sich. Der Titeltrack (unter anderem) schiebt sich mit monotoner Schwerkraft voran wie glühend heiße Lava auf dem Weg nach Pompeji. Effektiver lässt sich ein Stück kaum gestalten und das trotz seiner beinahe epischen Länge von über 6 Minuten. Gerade hier offenbart sich der Geist von Quorton und die Pakaluden an den Instrumenten machen daraus kein Hehl. An anderer Stelle geht es viel zackiger und rockiger zur Sache, zum Beispiel wenn Motörhead in „Darkness, My Soul“ adaptiert werden und irgendwo in den Tiefen des Radaus der Rock´n Roll auf seine Chance wartet. Am, Ende aller Tage dann, zumindest am Ende des Albums ertönt die Orgel der Apokalypse und sobald sie ausgespielt hat lässt die eiserne Faust Satans die Kuppeldecke der Kathedrale einstürzen und alles was Bombs Of Hades jemals an Harmonie zugelassen haben, wird auf Ewig unter Bergen von Unrat und Dreck verschüttet. „Scorched Earth“ ist ein passender Abgesang auf generell alles und Beweis genug, dass Metal, sei er auch noch so hässlich, immer einen Weg ans Licht findet um den Schalter zur Verdunklung zu knipsen. Ich weiß nicht wozu das alles gut war, aber der Kater ist weg!
7/10

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