Thursday, September 27, 2012

EVIL ENTOURAGE - The Opposition - Mcd / Chaos Records



In Mexiko brennt der Mais. Zeugen haben berichtet, der Leibhaftige selbst sei mit panischem Blick und einer Regenrinne voll Schweiß auf der Stirn durch die Felder gehumpelt. Einig waren sie sich auch, dass er seinen geblähten Bauch mit seinen Klauen umschlossen hatte und furzte wie ein mongolischer Steppenesel. Mit seinen rückwärtigen Gasimplosionen soll er die Flammen immer wieder neu auflodern lassen haben. Die örtlichen Feuerwehren seien zudem maßlos überfordert und die Bundesregierung hat den Tortilla – Notstand ausgerufen. Ursächlich für das Chaos könnte die Großmutter des Fürsten sein, da sie ihm ihr berüchtigtes Lava – Chili aufgetafelt hat, diesmal wohl sogar angereichert mit extra importierten Texas Austern. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Quelle der Panik bei 4 einheimischen Musikern liegt, die Herr Teufel in seinen Club „Omis Brutzelstübchen“ geladen hatte um ihre neue Mini Cd zu performen. Aus jener wollte er sich ein Stück aussuchen, für ein Mix Tape (zum an willige Geschlechtspartner verschenken), aber vorher eben erst die Live Energie am haarigen Leib spüren um Tauglichkeit oder Schwachstellen auf die Schliche zu kommen. Einen Namen für die Kassette hatte er schon im Hinterkopf; „Hell is here, dunkel is woanders“, und der Vertrieb erfolgt über Ziegenfuß Records. Limitierte Auflage, versteht sich, 999 Stück. Herr Teufel hat bei Vertragsunterzeichnung an der falschen Seite des runden Tisches gesessen und seine Brille verkeilte sich zudem in den Hörnern (Notiz an Fußpflege machen!). Aber zurück zum Wesentlichen; als er es sich auf seinem Knochenthron bequem gemacht hatte, die Beine lax über eine Armlehne geschwungen, bat er die Truppe namens Evil Entourage doch mal unverkrampft loszulegen. Und das haben die dann gemacht und alten amerikanischen Death Metal durch den Salon gebrüllt. Es holperte und rumpelte mit blasphemischer Ungeduld und aggressiver Grundeinstellung, es röhrte und huldigte dem Herren in Fliegenpalast den warzigen Hintern. Von schnellen Nummern bis zu Mid Tempo Fantasien sammelt sich in der kurzen Darbietung beinahe alles, was sich hinter dem Synonym „brutalste Maus von Mexiko“ versteckt. Straight durchgezogen, mit einem Interlude für Frauen mit Interesse an klassischen Tönen und brennenden Menschen, um die Quote nicht zu versauen, hat das Werk durchaus Überzeugungskraft, verbindet alles, was Death Metal benötigt, der ohne langes Rumzicken auf den Punkt kommen will. Etwas überrascht war Herr Teufel am Ende bei „Eternal Disease“, das mit ganz anderem Sound seinen linksseitigen Pfad in die unheilige Präsentation fand. Die Gitarre klingt wesentlich fetter, bassbetonter und tiefer und wie leicht ließe man sich täuschen, es plötzlich mit einer anderen Band zu tun zu haben, würde der Frontmann mit seinen Growls nicht für Wiedererkennung sorgen. Nach knappen 20 Minuten war alles vorüber und der Meister war durchaus positiv angetan. Zu bemängeln hatte er im Grunde wohl den Titel der Cd „ The Opposition“. Der passt so rein gar nicht zu einer straffen Höllendiktatur, und Meinungsfreiheit unter dem Zepter des Gehörnten gäbe es sowie so nicht. Ob es dadurch einen Disput gab, oder worin sich das Fluchtverhalten des Unterirdischen tatsächlich begründet, bleibt der Öffentlichkeit bis dato verborgen. Sollten die Musiker aber daran ihren Anteil tragen, dann Respekt Leute, dieser Fakt verpflichtet beinahe zum Erwerb des kleinen Höllenintermezzos. 
7/10




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