Friday, September 21, 2012

GOREROTTED - Mutilated In Minutes – Re – Release - Cd / Hammerheart Records


Vor einem Dutzend komatöser Silversterpartys debütierte das britische Terrorquintett mit „Mutilated In Minutes“ und ich erkenne das Album heute noch aus Tausenden heraus, sticht es doch aus der Landschaft wie ein riesiger Berg Elefantenscheiße auf dem Kaufhausparkplatz. Besonders „Bed ´Em Behead `Em“, der wohl am meisten gespielte Song, malträtiert seit einer gefühlten Ewigkeit unser Autoradio, wahrscheinlich aufgrund des sehr prägnanten Doppelgesanges des einstigen Vokalduos Gore / Mc Crow.  Ersterer flog 2004 raus, da er es wohl zu übel getrieben hatte. Und das musste damals in Gorerotted was heißen, waren sie doch der Auf und Hinterbühnenzerleger und immer für ein ausuferndes Gelage gut. Ob sie das Party San in der Mittagsstunde gerockt, oder beim Ludwigshafen Death Fest die Aftershowparty mit dem eigenen Blut getränkt haben. Vollsuff mit Spaßanteil war immer drin, gegen die bestand so schnell niemand. Auch wenn das bedeutete, bei Dezemberkälte nahezu unerweckbar in der Bushaltestelle zu schlafen, die Brüder haben alle Höhen und Tiefen mitgenommen. Selbst ein Hochseilakt auf der luftigen  Fensterbank des Hotelzimmers war lediglich ein Lausbubenstreich. Das war ein wilder Haufen der alle Klischees gelebt hat, plakativ mit Gewalt, musikalisch wie grafisch über die Stränge schlug und mehrere Veröffentlichungen ausgekotzt hat, die sich an Brutalität die Klinke in die geschwollenen Finger reichten. Und dann war irgendwann Schluss, kann sein, dass der Prozess des Erwachsenseinwollenkönnenmüssens sie unerwartet eingeholt hat, kann auch sein, dass sie begriffen haben, dass Ernsthaftigkeit auch ein Weg ist, von der Stelle zu kommen, wenn zugegebenermaßen ein Nüchterner. Macht zwar nicht so viel Spaß, ist aber um Längen schonender für alternde Kadaver. Und so wurde die Frühgeschichte der Band begraben, verbrannt oder ein letztes mal ersäuft, so genau stellt sich das nicht dar, und aus dem Loch krabbelten The Rotted, mit modernerem Antlitz und durchdachteren bis hin zu konstruierten Alben. Diese hatten musikalisch dann doch wirklich mehr in der Hinterhand, als lediglich zu prügeln und zu grooven, verschreckten gleichzeitig aber einen großen Teil der früheren mitsaufenden Fans. Das gewisse Feeling von Siff, bekotzten Schuhen und Sex auf dem Männerklo blieb von nun an im Abseits, das Bad Boy Image taugt nur noch für die vergilbenden Analen.
Etwas davon können wir uns itzo  wieder auftauen, veröffentlichen Hammerheart nun doch das erste Album der Volltrunkenpöbelgrinder erneut. Die Cd muss vieleicht keiner der Gorerotted kennt, unbedingt noch mal haben, da versprechen auch  3 Bonussongs keinen exklusiven Anreiz. Mit dabei „Limb By Limb“, ebenfalls eine Bank auf der Bühne, und „Carrion Smelling“ vom ersten Demo, aber wie gesagt, nicht unbedingt ausschlaggebend sich die Cd Version noch mal ins Regal zu quetschen. Was aber unter freiwilligem Zwang angelnswert ist, das ist die parallele Veröffentlichung der Picture Lp. Und das Stück ist doch nun wirklich einen Grauen Star wert, so blutrot, sexistisch, gewaltverherrlichend und fröhlich untot wie das Cover vom Vinyl blitzt. Festzustellen bleibt, wie wenig sich das Genre des Gehackes und Gevögels in künstlerischer Hinsicht doch verändert hat. Ob das nun Wertbeständigkeit oder einfallslose Stagnation ist, entscheidet ihr wenn ihr das Album kauft, oder eben nicht. 





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