Tuesday, September 25, 2012

MASACHIST - Scorned - Cd / Selfmadegod Records



Mir fällt auf Anhieb ein Rucksack voller Dinge ein, die interessanter und herausfordernder sind, als mir das neue Album von Masachist anzuhören. Da hätten wir:
-         Diagnosenbingo im Wartezimmer
-         tiefschürfende Gespräche mit der Frisöse meines Misstrauens
-        Ampelrally mit Hutopa
-         Wasser für Tütensuppe anbrennen lassen
-         Stefan Mross in die Trompete pissen
Und dabei wirken hier namhafte Spießgesellen aus der polnischen Musikerelite mit,  wie zum Beispiel Decapitated. Aber wenn ein Album nur so dahinplätschert, ambitionslosen Mid Tempo Death Metal mit angegliedertem Geboller spielt und die Langeweile neu definieren will, dann stell ich doch deren Kompetenz in Frage. Einfallslose Riffs, immer gleich bleibende Vocals und nie wirklich variierende Rhythmen sind genauso erheiternd wie ein Nachmittag lang Kaffee verkippen bei der ehrenamtlichen Demenzbetreuung. Selbst wenn das Tempo hochgefahren wird und Solis das Parkett betreten, bleibt die Musik stumpf. Das hätte besser werden müssen. So werden nur die Blumen im Topf welk, weil von wasserfernen Selbstmordgedanken gepeinigt. Ein Album, das hinter allen Erwartungen zurück bleibt, kompositorisch so wenig Schmackhaftes auftischt, muss sich niemand wirklich ins Regal schieben. Der Stilmix aus Death, Black und vielleicht sogar Doom ist ordentlich misslungen, das ist wie Instantbrühe, heiß aufgebrüht und lasch im Abgang. Der Aufbau der einzelnen Stücke ist sich viel zu ähnlich, so dass die Dramaturgie eines wirklich durchdachten Albums hinten vom Laster purzelt, wie ein löchriger Sack alter Kartoffeln. Da mühen sich 5 Musiker mit dem Know-how der ganzen Szene ab und stellen nichts auf die Beine, was nicht beim ersten Herbststurm wieder in den Bach stürzt. Kann sein, dass die Riffs eine gewisse aggressive Note innehaben und der Drummer sein Kit zertrümmert, homogen ist aber was anderes. Ideenlos stolpert ein Song nach dem anderen im Gänsemarsch über die Rillen einer unausgegorenen Platte und beweist uns, dass Namen nicht alles sind. Ein paar groovige Parts gelingen den Musiker mittendrin, aber der Stop & Go Rhythmus, der ein beliebtes Stilmittel im Songwriting zu sein scheint, hat wenig Potential, den gelungeneren Teilen Auftrieb zu verschaffen. Im Prinzip lässt sich sagen, wer einen Song gehört hat, kennt die ganze Cd. Ganz grausig finde ich es zudem, wenn ein Hilfsopernsänger ans Mikro muss (Inner Void) und so entsetzlich den Verputz anschmettert, dass es Zeit wird, einen katholisch geprüften Exorzisten auf den Plan zu rufen. Nachdem ich das Album 2 x hinter mich gebracht habe, sehe ich keine Veranlassung das ein weiteres Mal auf mich zu nehmen. Es besteht die nicht geringe Gefahr, dass die Füße einschlafen und zu spontaner Krampfaderbildung tendieren. Unterm Strich bleibt wenig Aufmunterndes zu sagen. Der Gitarrensound birgt einiges an angenehmer Schwerkraft, aber sonst…? Unsere östlichen Nachbarn haben Heerscharen an besseren Bands im Programm, hinter die sich Masachist anstellen müssen und einiges an Geduld benötigen, bis sie an der Bananenschlange dran sind. 
4/10



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