Monday, September 17, 2012

REPUGNANT - Hecatomb (Re – release) - Mcd / Hammerheart Records


Einst hatten sie ihn schon mal, den Deal mit Hammerheart Records, der platzte aber, weil es Bandgründer Tobias Forge nicht gelang, seine Truppe zusammen zu halten. Nun veröffentlicht das niederländische Label die beinahe legendäre Ep „Hecatomb“ erneut und erfreut uns mit Musik aus der Anfangszeit einer Band, die mehr verdient hätte, als immer knapp unter dem Horizont der Überväter zu spielen. Die wahren Fans wussten natürlich immer was sie an ihnen hatten und zukünftig vielleicht auch noch haben werden. Nun jedenfalls kehrt die Erinnerung zurück, und mit ihr die wahrscheinlich beste Besetzung, die die Forge jemals gespackst bekam. Obs an der Chemie lag, dass sie wieder zerplatzte, weiß der Geier, zu hören ist dieses angepisst sein aber auf alle Fälle. So was von zornig, kantig und launisch entweicht nicht allzu oft aus feuchten Kellern in die Dämmerung. Und dabei waren die Musiker noch nahezu blauäugige Rotzer, Forge auf jeden Fall. Envall der noch vor der Ep ausstieg hat danach mit Kaamos einiges auf die Beine gestellt. Wallin, der wie ein zugekokster nackter Hund durch ganz Schweden rockt, hat dort den ersten Moder geschluckt, parallel zu Scurvy, die ebenfalls kultiges Potential aber einen gestörten Gitarristen und einen unkonzentrierten, barfüßigen, indischen Drummer hatten. Später war er lange Zeit bei General Surgery aktiv und crustet heute noch in Bombstrike. Am Schlagzeug Barkensjö, der damals wie heute erfolgreich den Verwüster spielt, über Kaamos bis zu Carnal Forge. Und dann Ahonen, der zwar nur ein einjähriges Gastspiel gab, ähnlich wie später bei Insision, aber seinen Bass unvergleichlich räudig holpern ließ. Repugnant stehen für primitives Gedepper aus der Steinzeit schwärzester Bleivergiftung mit immenser Schwerlastigkeit. Celtic Frosts´ “The Usuper gehört für mich immer noch zu den besten Coverstücken, die die Szene jemals ausgekotzt hat, inklusive Wha- Wha - Wabbelsolo. Das Feeling ist verdammt stark am Original und trotzdem erhebt sich hier ein schwedischer Bastard aus Zorn und bedingungsloser Hingabe mit all seiner morbiden Macht, der uns zeigt, was Eigeninterpretation bedeutet, und keinen Platz für ehrfurchtsvolle Arschleckerei lässt. Zusätzlich beschert uns diese Wiederveröffentlichung mit „Rapturous Genocide“ einen Bonustrack, der noch vom 98er Demo stammt. Repugnant agierten ganz im Sinne einer 10-15 Jahre früher aufgebrochenen Bewegung, für die der junge Forge einfach noch zu frisch war, kämpfte er sich doch in dieser Epoche durch sein Kleinkindalter. Aber nichts ist vergessen und alles wird nachgeholt, in dem Sinne funktioniert „Hecatomb“ natürlich heute noch. Old School Death Metal aus der dreckigsten Ecke eines nach Alk und Gras, Urin und alten Fürzen stinkenden Proberaums, indem eine Handvoll junger Wilder mit unglaublichem Enthusiasmus einer Leidenschaft frönen, die bis ins graue Alter reichen muss. Wenn brutaler Minimalismus jemals wirklich funktionierte, dann hier. Für Vinylsammler lohnt sich die Neuanschaffung ebenfalls, dann fehlen lediglich Intro und Outro, als so ein bisschen die Gruselattitüde. „Hecatomb“ ist ein lohnendes Re – Release und lässt einen Funken verderbter Hoffnung glimmen, doch noch mal was Neues auf die Blumenkohllauscher zu kriegen. Kommt Zeit, kommt Bart!

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