Thursday, September 20, 2012

TURBOCHARGED - Christ Zero - Mcd / Chaos Records

Mit immer noch AntiXtian im Ohr, jedenfalls gelegentlich, startet das neue Vergnügen Turbocharged, unter dem Titel Christ Zero und eins lässt sich schnell feststellen. Der punkig, rotzige Part ist ein Stück in den Hintergrund gerückt, um skandinavischem Death Metal Platz zu machen. Geholze von jener Sorte, das lieber reife als rote Muschis lutscht. Musik, die weiß wie es geht und genug Geduld hat, bis die Mutter freiwillig auf dem Rücken liegt, nach dem Motto; Unaufgeregt ans Ziel und im richtigen Moment abdrücken! Entspannt nenne ich so etwas,  nur schade, dass die tendenzielle Ausrichtung den Crust etwas aus dem Fokus verdrängt, aber dafür gewinnt die Musik neue interessante Aspekte. Hier klassische Solis, da markante Leads und immer wieder feine Chorus – Refrains. Todesrockopi Ronnie „Ripper“ Olson (wie gemein) hat seine 2 Lustknaben wieder an die Leine gelegt und zusammen hat das Trio sich auf 5 neue Stücke gestürzt, um Scham und Schmäh über 2000 Jahre christlicher Verfehlungen zu bringen. Schon wieder. In dieser Beziehung weicht die Band nicht von der Brotkrumenspur ab, antichristlich muss sein. Nicht im Sinne von Teufelsverehrung und Pentagrammpiercings am Hodensack (auch wenn das tragen entsprechender Devotionalien unbedingt erwünscht ist), sondern als verbaler Offensivschlag gegen ein verknöchertes Lügengespinst und eine Menschheitsgeschichte voller Irrglauben und Verblendung. Im Himmel gibt es keine Gehässigkeit, außer dass er den C – Virus über uns ausgeschüttet hat, und Hostien fressen ist Kannibalismus! Lass krachen Ronnie, dein Beichtvater wird es dir vergeben, wenn du eine Flasche Selbstgebrannte durch den Vorhang schiebst. Dass die Mcd, trotz kleinerer Differenzierungen zum Debüt von 2010, in gleicher Art trocken und unterkühlt rüber kommt, liegt wohl an der musikalischen Vita von Mr. Ripper, grooven und rocken, spartanische Riffs schreiben, das liegt dem 4 – Saiten - Ungetüm von Gehenna eben mehr als zu blasten oder detailliert gefeilte Melodien an Millionen zu verkaufen. Effizienz macht mehr Sinn als feingeistige Kreativität, wenn man einfach mal ein paar Watschen austeilen will. Und das tut Christ Zero ohne Zweifel. Flott bollernd, rockig tödlich, von wüster Tobsucht geprägt bis hin zu nackenbrechenden Rhythmen, kurzen Stichen und langen Hieben, schweren Salven an Mid Tempo Mauern und staubigen Arrangements zwischen Einsturz und Neubau, wer seine Ansprüche nicht verkennt und sich mit Turbocharged in irgend einer Weise schon mal angelegt hat, bekommt mehr oder weniger sein Fett weg. Geschwindigkeit und kompositorische Anlagen der einzelnen Songs zeigen ein relatives Variationbewusstsein. Niemand ruht sich also auf einem halbwegs gelungenen Riff oder ähnlichem aus. Turbocharged vermitteln wiederholt den Eindruck, getrieben zu sein und aus ihren Stücken mehr raus zu holen, als das Genre eigentlich für möglich hält. Mir persönlich hat AntiXtian mehr zugesagt, aber Stillstand bedeutet Tod und Vergessen, also die die aktuelle Mini mehr als nur ein legitimer Nachfolger. Ran an den Satansbraten und scharf und blutig anschneiden! 

7/10

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