Monday, October 15, 2012

AUSTIN DEATHTRIP - Texas Bulldozer - Mcd



Musik, die mit dem Geschmack blutiger Rinderscheiben sympathisiert, so so. Wie vergleicht man tote Kuh mit ambitioniert sein wollendem Radau? Und seit wann liegt Oldenburg in Texas, hat uns die Kontinentaldrift noch vor dem 21. Dezember eingeholt? Sind denn aus Nordlichtern wirklich schon mal Revolutionäre entstanden, richtig kantige Aufwiegler? Ich meine ohne den Kopf zu verlieren? Und zu wie viel Nieten und Dreck am Revers  ist jemand bereit, der sich über liebestolle Metalcoreler echauffiert, anstatt ihnen mit dem üblichen Maß an Ignoranz in das Beautycase zu scheißen?  Phrasendrescher oder Felldrescher? Tick tack, tick tack. Eine Handvoll Durchläufe später (dauert ja nicht lange – 4 Songs – Anette  ¼ Stunde), und mein nicht wirklich objektiver Eindruck liegt entblößt vor mir, wie die aufblasbare Versandhausschickse auf dem mottenzerfressenen Divan. Bei den ersten beiden Stücken habe ich nun nicht so zwingend eine Schneise verbrannter Erde zwischen den Oldenburgern und der restlichen Metalcore/Thrashcore Szene sehen wollen. Natürlich fällt auf, dass cleaner Gesang und melodiöser Eifer absolutes Tabu  sind, dass Groove und markige Hardcore – Shouts das zentrale Gegenstück zu aufgeweichter Neo - Metal Kultur darstellen. Aber die Grundzutaten sind doch die Gleichen, mag das Ergebnis noch so funktionell klingen, die letzte Konsequenz haben sie bis hierhin nicht gezogen. Dann aber macht die Band das, was der Drummer die ganze Zeit schon tun wollte, die Schießbude zerlegen und hinter dem Kit zappeln wie ein zugekokster Epileptiker. Das an Wortwitz äußerst heldenverachtende „Bud Spanker“ nimmt Fahrt auf, knüppelt das Fleisch auf handgekneteten  Rinderhüften weich, rückt die Kernaussage aus dem ersten Satz vom Vorwurf der Lüge weg. Jetzt passt es, schwere Grooves, eingefasst in einer schnellen Tretmühle und niedergebrüllt durch variierende Vocals, vom rollenden Rachenzäpfchen bis zu grindingen Schreien aus dem Hinterland. Der Kontakt zu wahrem Death Metal ist hergestellt.  Buds` famoust buddy Terence bekommt danach seine eigene Hymne,  „Terence Hills Have Ice“. Es bedarf keines großen Insiderwissens um die Querverweise zu erkenne, verursacht mir aber 1, 5 Spaßtränen im ausgeleierten Knopfloch. Und das mit allem Drum und Dran, etwas konfusen Vocals, technischen Anlagen, sogar peripher progressiver Tendenz, geilen Drums und einem überraschend rockig, metalligem Riff/Solo. Letztendlich  ist es dann wohl doch nicht so übertrieben, wenn sich eine Hand ohne Daumen im Klammergriff übt und erfolgreich wichst. Mit dieser Mini zieht das Quartett zu Beginn die anderen Abtrünnigen aus der Krabbelgruppe ab, und hilft ihnen dann mit einem sehr gelungenem Shake aus neuer Überflüssigkeit und altbewährter Kruste die Stiefelspitze wieder aus dem Rektum zu entfernen. Plopp! Wo sich Können, Humor, aufkeimendes Streben wahren Metal zu erfahren und kurzgebratene Steaks bei kaltem Bier treffen, da will ich gern auch beim nächsten Fleischanbrennfest dabei sein. Aber zieht euch vorher was Vernünftiges an, Schwiegermutterimage ist kein legitimes Mittel für gar nichts!   http://www.austin-deathtrip.com/ 
 7/10

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