Saturday, October 13, 2012

FINDUMONDE - Licantropia - Cd / Cumpa Records



Noch relativ frisch im Geschäft und mit dem Debüt gerade mal am Anklopfen, aber mit schon diversen, langjährigen Erfahrungswerten im Nacken, könnt ihr euch auf eine zackig, geradlinige und recht brutale Nummer aus Argentinien freuen. Findumonde verquicken Einflüsse diverser Subgenres, so kommen Cannibal Corpse genauso zur Geltung wie Sepultura und die corigen Kiddies oder auch Aborted und Decapitated. Den Beginn macht ein etwas unterkühlter Song, mit diversen schwarzen Anspielungen. Im  Laufe des Albums verliert sich das aber ganz schnell. Über künstlich erzeugte Atmosphäre und gruseligem Äußeren liegt schnell der Fluch der Nichtexistenz.  Denn eigentlich geht es nur darum, fix nach vorn zu spielen, immer mal zu zeigen, dass Technik kein gestohlenes Fremdkapital ist und das Tempo nahezu durchgehend auf hohem Level zu halten. Solis sind eher die Seltenheit und werden meist zwischen rasenden Drums und röhrender Leadgitarre eingeklemmt, bis ihnen die Luft wegbleibt. Gemäßigtere Passagen haben den typisch modernisierten Touch mit Stopp & Go Stakkatos und Grooves. Am gelungensten aber finde ich den Gesang von Christian Rodriguez, der bei The Killing schon die Schallmauer mit akustischem Booster durchbrochen hat. Die Scheibe ist komplett auf Spanisch eingesungen und bekommt durch die unglaubliche Präsenz des Sängers erst den richtigen Pfiff. Spanisch klingt einfach so geil, wenn ein Berserker mit gesunder Lunge und angepisster Stimmung seine Vocals raus brüllt. Das hat mir schon bei Goregast gefallen und hier bei Muttersprachlern kommt das noch viel fetter und authentischer. Unterstützt durch eine nahezu beständig mit Mörderriffs beschäftigte und gleichsam effektive Leadgitarre, die eine Anzahl Hooks im Fleisch verankert, erkämpft sich ein strebsames Duo den Weg zu einem erfolgversprechenden Studioalbum. Dass die 4 Compadres aus recht unterschiedlichen Bands kommen, tut der eigenen Formation mal so richtig gut. Wo anderenorts ein verquaster Wirrwarr entsteht, weil Musiker nicht in der Lage sind, einen Konsens zu finden, läuft in diesem Falle scheinbar alles richtig. Das Pattexlehrstück hält seine Komponenten zusammen und beweist, dass Altes und Neues durchaus in einem Atemzug die Luft verpesten können, ohne gleich die Hälfte der metallischen Dickkopfschafe vor den Schädel zu stoßen. Was dabei natürlich auch klar wird, ist, dass die Band nicht mit erzwungenen Neuerungen das Banner der Revolution durch den blutroten Sumpf des Todes trägt. Althergebrachtes, Bewährtes, ja auch schon des Öfteren Gehörtes, das sind die Kerne im argentinischen Reaktor. Solange dabei Energie entsteht, sind die Zutaten völlig marginal. Und auf eventuelle Bedenken übergenauer Kritiker kann getrost geschissen werden. Findumondes´ Konzeptalbum um Spiritualität, Rücksichtslosigkeit und das Ender aller Tage könnte musikalisch nicht auf vertrauteren Beinen stehen und trotzdem einen immens frontalen Orkan erzeugen. Bläst glatt die schlaffe Haut von mürben Gesichtsknochen, Totmetallisches Eternity – Peeling! 
8/10



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