Monday, October 29, 2012

GLOOM WARFARE - Post Apocalyptical Downfall - Cd / Final Gate Records



Monotonie ist Religion, Industrial / Doom die allesverschlingende Gottheit und GLOOM WARFARE der Messias, der Botschafter und Ausputzer. In dieser Religion, bestimmt vom Glauben an die Unausweichlichkeit des apokalyptischen Niedergangs unseres bereits stark in Schieflage geratenen Planeten, genügt es nicht, dass die Menschheit im Dreck liegt, der Besen zum großen Reine machen wird nun erst recht geschwungen, postapokalyptisch sozusagen. In Vorbereitung dessen haben GLOOM WARFARE schon mal fleißig trainiert und ihr Konzept auf dem vielsagenden Album „Post Apocalyptocal Downfall“ veröffentlicht. Und scheinbar gibt es nur eine Art und Weise, mit dem Menschenmüll fertig zu werden. Elektronisch gedeckelte Percussions stampfen mit zähen (kann man da) Beats (zu sagen) durch einen Industriebracken artigen Sound, sonor und unwahrscheinlich betonfüßig. Synthies und Samples schweben mit nihilistischer Vertrautheit um Bässe, die schon mal zu Missverständnissen mit den Nachbarn führen können. Dazu sitzt eine Leadgitarre auf den Schultern des Golems, die sich beständig mit trauriger Lebensverachtung um seinen Hals schlingt. Es passiert nicht viel und sagt doch alles. Das denkt sich wohl auch der Sänger, der sehr entspannt die tiefen Knurrtöne bedient. Residiert wie der Pate hinter seinem Eichenholzschreibtisch und grummelt mit starrer Mine unzweifelhafte Befehle. Den Geigerzähler immer im Anschlag lotet die Band das Ausmaß atomarer Verseuchung mit schwerwiegender Gleichförmigkeit aus, da wo bei Industrial der aggressive Drogenentzug das Tempo auf Junky fährt (Ministry), bleibt bei Aufregung bei GLOOM WARFARE auf einem unbekannten Sublevel stehen. Da wo Godflesh noch mit einem gewissen Drive agieren (phasenabhängig), bleibt bei den Brüdern hier alles im tödlichen Gleichklang. So ein Album hat was vom Soundtrack eines Endzeitfilmes, wenn Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit das Einzige sind, das die Überlebenden wärmt und füttert. Wie eine Armee aus trocken werdenden Nacktschnecken mit der Macht von 10 Tonnen Hämmern walzt sich die Musik über verwüstete Landstriche, auf der Suche nach letzten zu vernichtenden Einzellern. Und so behäbig wie sich der Basssound und die Percussions mit ihrem Sänger an den Genitalien spielen, so unausweichlich rollt die Lawine über dankbare Opfer. Das Variabelste, wenn es denn so was gibt, ist tatsächlich die elektronische Schlagwerkbasis, Gitarre ist nur nötiges Beiwerk um die Drucknadel immer schön im roten Bereich zu halten. Na ja, und auch um so eine Winzigkeit Metal zu rechtfertigen. Dahingehend betrachtet geht GLOOM WARFARE als Erbscheineinlöser der genial depressiven WINTER durch, nur dass sie ihre Sichtweise der sinisteren Dinge mithilfe elektronischer Stilmittel Nachdruck verleihen. Die Mikrofonoxydierer könnten jedenfalls verwandt sein und die musikalische Schrittgeschwindigkeit ist identisch. Wer sich nun bereit sieht, postapokalyptische Winterluft in seine krebszerfressenen Lungen zu lassen, der muss einen großen Schwapp GLOOM WARFARE inhalieren. Nur was für spezielle Patienten, die die Wahrheit auf dem Boden der Bon suchen! 
7/10

 

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