Thursday, October 11, 2012

GUTFED - The Reign of Pure Madness and Contagious Perversion - Cd / Morbid Generations



Das letzte Demo der türkischen Messerschleifer schlüpfte mir Anfang des Jahres durch die Finger und den Wortlaut des dazugehörigen Reviews könnte ich beinahe unverändert übernehmen. Die 3 Stücke des Demos finden sich übrigens auch auf dem Album wieder. Die stabile, kleine Veröffentlichungsschwemme der ersten 1 ½ Jahre nachdem die Musiker in Istanbul aus dem Gully geschlüpft sind, könnte man als beachtliche Leistung honorieren, oder ad absurdum führen. Wenn dann ganz schnell klar wird, dass es sich um Brutal – Slam - Death Metal handelt, liegt es auf der Hand, wie die ihre Ergüsse so schnell raus hauen konnten. Die Genremöglichkeiten sind nun mal stark eingeschränkt, beinahe jedes Kautschukriff ist anderswo schon ein Dutzend Mal strapaziert worden, die gewohnten Beatdowns´ lassen die Boxen einen Schlaftablettentanz über das Laminat vollführen und nageln Bleiplatten in den Soundkeller  Der Sänger knurrt wie die vollständige Tiershow von Zirkus Krone auf Methadon. Begleitend trümmert der Schlagmann den schwankenden Rhythmus eines gut situierten Verschiebebahnhofes auf die Felle. Für Genrefans dürften Gutfed souveräne Kost sein, die auch gut ankommen wird, für alle anderen klingt das eher als wären die Burschen nicht bei Sinnen und wüssten das auch ganz genau, haben nur beschlossen ihren Gesundungsprozess auf Eis zu legen, um die Welt mit der nächsten über die Maßen brutalen und schnell langweiligen Band zu malträtieren. Diverse Tempowechsel mit erbaulicher Geschwindigkeitsanhebung sind nur von kurzer Dauer und schmerzhafte Obertöne pfeifen mit berechenbarer Regelmäßigkeit vom Hals des  6 – Saiters. Viel mehr gibt es nicht zu vermelden, der Kreativität sind genrespezifisch straffe Fußfesseln angelegt. Wer braucht auch Melodie, Technik oder geschickte Finger im Allgemeinen. Hauptsache der Rhythmus kommt einem Vollrausch mit abruptem Bodenkontakt und Verlust der Muttersprache gleich. Bestimmt lässt es sich dazu prima im Kreis herum stapfen wie ein rumänischer Tanzbär im Käfig. Mit genug Tanklast im persönlichen Turm wird das auch umgehend Spaß machen. Für den schnöden Gebrauch an normalen Tagen, an denen wir uns mit unserem Leben herum schlagen müssen, ist das schnell fade und vergessenswert. Ob das dann wirklich auffallen würde, kann ich so nicht sagen, der künstlerische Anspruch jedenfalls befindet sich irgendwo unterhalb der Wasserkante des Bosporus. Gutfed lassen uns nichts Neues entdecken, das Devourment nicht schon publiziert hätten. Wichtig scheint nur, den Terror mir all seinen fettigen Klischeenäpfchen so gewaltverliebt als möglich klingen zu lassen. Unter diesem Gesichtspunkt ist das Album ein absoluter Volltreffer, so was definiert sich wohl als Inbegriff brutaler Primitivität! Und das ist durchaus liebevoll zu verstehen, denn es besteht, um fair zu bleiben, auch kein Grund, die Songs ernsthaft schlecht zu reden, die Band steht offensichtlich zu ihren Untaten, und hat es damit genau auf solche Töne abgesehen. Also sollte allen freien Lauf gelassen werden, die sich gern schwankend, rudernd und trampelnd einigermaßen rhythmisch im Kreis bewegen können. Euch wünsche ich bei solch sportlichen Aktivitäten viel Vergnügen, verkippt euer Bier nicht und alle Anderen halten einfach durch, schlimmer geht’s immer. 
6/10



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