Tuesday, October 30, 2012

IMPACTOR - Arise In Decay - Cd / Final Gate Records



Kreator, - „Freilich Meiner“, Destruction -  „Ich bitte dich“, Delirium Tremens – „So was von“, Assassin – „Schon, nur schneller“, Desaster – „Nicht immer, aber irgendwie ja“, Sodom – „Na, wir wollen nicht übertreiben, ts, ts“.  Ähnlich aufgestellt sind auch einige amerikanische Nachkriegsprofitanten wie Re – Animator, Forbidden…, die ein vergleichbares Paar schimmliger Wanderschuhe tragen. Trotz der nicht als dezent zu verstehenden Hinweise auf transatlantisch, postkolumbianischen Ringelsockenmetal, sind IMPACTOR wohl  ein urtypische Vertreter krautigen Teutonenthrashs´, die auf einem verbogenem Zeitstrahl ins falschen Jahrtausend abgebogen sind. Am Ende des Universums, hinter dem Restaurant, die 3. links. Jetzt habt ihr den Rahmen, in den die Band ihre hässliche Fratze zum anglotzen, bestaunen, lieb haben und anspucken gehängt hat. Je nach individuellem Ausdruck persönlicher Zuneigung. Das Album startet mit „Death By Train“, angeschoben von einem Soundsample. Das Stampfen einer frisch lackierten P8 oder was Vergleichbares ist das Erste, das die Scheibe freigibt, abgelöst von der Leadgitarre, die den gleichen Sound in den Rhythmus übernimmt. Guter Einstieg. Der erste Impactor ist der Stahl der Lok, der sich seinen Weg durch Fleisch und Knochen bahnt. So noch nicht messbar, wegen zu wenig Widerstand. Und überhaupt, „Death By Train“, eher Tod auf dem zugigen Bahnsteig durch Langeweile und erfrieren, weil der Zug wieder irgendwo auf der Blümcheninsel verweilt. Weiter mit „Through The Wall“, besoffen Autofahren im Winter mit klischeehaftem Ergebnis. Der Impactor bleibt in der Wand stecken und macht so seine Aufschlagskraft zum ersten mal berechenbar. Auch der Sänger kriegt das mit, so dass ihm vereinzelt die Stimme versagt. Gitarre mit scharfem Riff, Solo in den Nachbrenner und auf den Knopf gedrückt, gib Gummi Alter! Vergleichbar beginnt „Outatime“, dass dann aber mit einem Riff zuschlägt, über dessen Herkunft ich 3 – 7 graue Haare mehr gezüchtet habe, so wage ich zumindest mal die Behauptung in den Raum zu stellen, dass das nicht ursprünglich auf dem Schrottplatz von Impactor gewachsen ist. Egal, kommt mehr als gut und zudem darf der Drummer endlich auch mal die Sau aus dem Stall lassen, Irgendwer schmeißt am Ende sogar den dämlichen Wecker aus dem Fenster, ein Highlight. Und dann, „When The Sunset…“ pff, hatte ich Angst, dass jetzt die üblich verzichtbare Ballade aus dem Scheißeimer purzelt. Aber nichts da, falsche Fährte, dickes Grinsen. Nach kurzem Akustikintro, setzt halbmelodiöses Riffing ein, und der Sonnenuntergang färbt sich nur deswegen rot, weil die Bekloppten mit ihren Instrumenten so ein Blutbad am Strand anrichten, Hitzekoller scheinbar, kann schon mal passieren. Dergestalt setzt sich der Aufstieg aus dem Verfall verschütteter Kindheitstraumata fort und ein Song nach dem anderen knallt zischend und masochistisch spaßig wie die geölte Peitsche einer 3 Zentner Domina. Am Ende wird es etwas undurchschaubar. Grund ist der überlange Titeltrack, der die Vermutung offen legt, Impactor hätten hier mindestens 3 Songs in die Druckkammer gepackt, um einen Hassbatzen mit fast 11 Minuten Spielzeit zu züchten. Etwas weniger hätte auch nicht geschadet. Das ist jedoch kein Grund zu glatzenbildender Panik, bisschen Melancholie ist jedem irgendwann mal zuzugestehen und davon steckt in der Nummer halt mehr als im Rest des Albums. Also dann mal, wie es sich für stilechte Germanenthrasher gehört, ab in die schwarze Stretch mit den ausgebeulten Knien, Patronengurt um den Bieräquator und Lederjacke zum vorwinterlichen Kadaverbibbern übergestreift, und ab geht die Reise  -  zum Serostoffdealer für Kleingeld, um das Ding hier billig zu kaufen. 
8/10

 
 

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