Wednesday, October 24, 2012

INSEPULTO - Morbid Spawn Of Resurrection - Cd / Wydawnictwo Muzyczne Psycho



Riffs so trocken wie die Fotze einer Mumie und doch mit so viel Biss, dass klar wird, die Eingewickelte wusste, wie sie die Beine breit machen musste. Insepulto aus Costa Rica stehen für jene Prägung des Old School Death Metal, der sich überall zu Hause fühlt, nur mal eben nicht in Schweden. Der Teppich, den die Leadgitarre zum Ausklopfen auf die Leine hängt, ist über die Maßen verstaubt und mottenzerfressen. Die meisten Anschläge sind schon im Vorfeld zu erahnen, das gibt so ein Patchwork Feeling. Ganz ohne Nase rümpfen, Insepulto machen es uns einfach leicht, mit einzusteigen. Ob Mid Tempo oder flotter Ritt über das Schlachtfeld, die Band funktioniert auch ohne einen Master in Innovation in der Tasche. Wichtig ist die richtige Einstellung und einen Teelöffel Leichensperma in den morgendlichen Plantagenkaffee, und schon zischt die Machete durch das Zuckerrohr. Wer regt sich dann noch darüber auf, dass die Songs vielleicht altbacken klingen, oder die Band mit einem Drumcomputer arbeitet. Der ist übrigens ganz homogen in das Gebretter eingebaut. Jeder Schritt ist risikofrei, etwaige Wagnisse überlassen die Musiker anderen, außer ein paar Solis weicht oberflächlich nichts von der stumpfen und schweren Keule ab. Dem Death Metal in die Hose geschaut und festgestellt, dass Schwänze nicht wie Fahnenmasten riesige sein müssen, um die Flagge der Verwüstung hoch zu halten. So kann man auch Drive erzeugen und einem Album mehr als nur funktionale Struktur auferlegen. Die Tempowechsel bekommen sie genau so geschickt geregelt, wie die rudimentär existierende Veranlagung Melodien an Bord haben zu wollen, zu unterdrücken. Insepulto machen aus wenig ausreichend um zu zünden. Um ein Riff, bei dem fast immer reichlich Späne fliegen,  baut sich ein Song auf, in der Mitte wird ein Solo drauf gepackt, umschmiegt die Raserei wohlwollend aber kurz, an anderer Stelle regiert die Peitsche und treibt das Riff zu gesteigerter Leistung, bevor es jemand aus den Augen verliert. Und der Sänger grummelt seinen Senf in die Passagen, in denen weniger passiert. All das kommt in einem recht tiefen Sound und anständiger handwerklicher Umsetzung. Insepulto versuchen meist erfolgreich, die Stücke so weit zu variieren, dass nicht schon mit dem ersten Durchlauf, der Ofen wieder aus ist, verstecken winzige technische Details und bemühen sich um immer wieder neue Richtungswechsel. Also, was auf den ersten Hieb möglicherweise primitiv, und wenig aufregend wirkt, bekommt mit der Zeit immer mehr Tiefe. Natürlich nicht bis zu dem Punkt, an dem es anspruchsvoll wird. Aber immerhin haben sie den Death Metal an der Wurzel gepackt, ihren eigenen Spross abgesenkert und nicht einfach kopiert, wenig gegossen und trotzdem wachsen lassen. Guter Boden in Costa Rica, scheint mir. Wenn ihr den Kopf aus den Wolken kriegt, erkennt ihr hier schnell souveräne Arbeit mit viel Spaß im Hintergrund.   
7/10

 

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