Thursday, October 4, 2012

MECHANICAL HYDRA - Decay Of Humanity - Mcd / Eigenproduktion



Die ersten Schritte in die böse, kalte Welt sind meist unbeholfen und noch nicht zielorientiert. Da bläst der Wind frisch in bartlose Gesichter und die Naivität, die uns der Herrgott als Schutz für unser kindliches Gemüt mit auf den Weg gegeben hat, blättert bei den meisten im Laufe der Jahre ab wie trockene Borke. Ähnlich geht es wahrscheinlich auch Mechanical Hydra aus Mexico. Mit dem ersten Demo nehmen sie Tuchfühlung mit dem Moloch Death Metal auf, und dabei wäre es trotz ihrer Blauäugigkeit besser gewesen, etwas vom hausgemachten weißen Pulver auf Zahnfleisch zu reiben. Dann wenigstens wäre der Glaube gestiegen, die Nachbarin ins Bett zu kriegen. So schütten sie das Kind beinahe mit dem Bade aus. Dann plärrt, oder in diesem Falle growlt der Knirps ohne Erbarmen und Nachsicht für das raue Leben. Plärrt nach seinen Pamperskumpels, die mit trockenen Genitalversieglungen auf Papis Instrumenten herum toben und den Kopf für die eigene Generation noch gar nicht frei haben. Wer im Plattenkeller der Alten groß wird, der hat keine Chance, die Fesseln der Sozialisation abzustreifen. Da ist der Old School Gedanke die Droge für den Nachwuchs. Umgang formt den Menschen! Aber wie die Rotzer nun mal sind, leiden sie flächendeckend an großmäuligem Konzentrationsmangel und besitzen die bedrohliche Macht der Selbstüberschätzung. Dann kommt der Moment wo es was auf die Finger gibt, weil sie wieder nicht richtig aufgepasst haben. Mechanical Hydra steht für stumpfen Death Metal mit dem Sound alter Masterscheiben und  Mid Tempo aus der 3. Reihe. Klingt als hätte jemand eine nasse Wolldecke über die Anlage geworfen. Und darunter schüttelt sich ein etwas gelangweilter Straßenköter lästiges Ungeziefer aus dem triefenden Fell. Wer sich Mühe gibt, kann solche Musik auch lieben, aber ehrlich betrachtet gibt das nicht unbedingt viel her. Außer vielleicht nostalgische Erinnerungssplitter, die durch ein löchriges Konzept blitzen. Mit Rücksicht auf den Frühstart und die Unbedarftheit einer jungen Band, wäre es unfair, darüber einen Himmel voller Häme aufbrechen zu lassen. Sagen wir einfach mal, der Gaul ist ungestüm und braucht noch etwas Zeit, Sporen, Peitsche und die nackten Schenkel einer kriegerischen Reiterin. Ein Schritt zurück erweist sich unter Umständen als 2 nach vorn. Ich denke, die Band sollte Ballast abwerfen, alles tröge und langweilige zurück lassen und Spielfluss in ihren noch sehr rohen und holprigen Set lassen. Bleiben sie auf dem eingeschlagenen Pfad werden sie sich ihrer selbst  irgendwann überdrüssig werden und für Äonen in einem miefigen Probekeller vergammeln. Death Metal macht definitiv Spaß, davon ist auch der Haufen aus Mexico überzeugt, muss er auch. Nur müssen sie den Arsch hoch kriegen, wollen sie das auch anderen glaubhaft vermitteln. 5/10 – maximal!




No comments:

Post a Comment