Wednesday, October 10, 2012

WALL OF THE EYELESS - Through Emptiness - Demo



Wall Of The Eyeless spuken mit ihrem ersten Demo im grauenerregenden Geisterschloss von Sankt Unentschlossenheit herum. Selten habe ich so ein wüstes Durcheinander gehört. Scheinbar willkürlich bekämpfen sich Elemente aus traditionellem Metal, Doom, Thrash und Death. Zu viel Akustik fechtet gegen zu schrammlige Rhythmusgitarre, Keyboard gegen billige Akkorde, raue Vocals gegen schwarze Belanglosigkeit, Melodien gegen Fehlgriffe und alle gemeinsam gegen einen an Beleidigung grenzenden, beschissenen Sound. Der ist vielleicht die Ursache dafür, dass das Werk so ziellos klingt, dass es nicht möglich scheint, zwischen Metalriffs, Melancholie und Progattitüde zu unterscheiden. Fest steht aber auch, dass die Stücke viel zu viel Wert auf ruhige Akte legen, die Akustik und Melophasen zu lang sind und selbstverliebt den inneren Kern des Metal zerreißen. Es macht bedeutend mehr Spaß einem Riff, dass an Black Sabbath angelehnt ist, zu lauschen, als von verzichtbarer Liebelei unterbrochen zu werden. Wenn beides im Gleichklang steht, hätten wir eine schwer zu deutende aber immerhin vertretbare Mischung. So aber ist der Gitarrist viel zu sehr auf sein Ego fixiert, klimpert über Gebühr auf den hohen Seiten und mag eigentlich gar keinen Metal. Sonst würde er seinen Stücken nicht immer die Luft runter lassen. Texte und stimme spielen genauso eine untergeordnete Rolle, wie eine anständige Rhythmusgebung. Der Drummer hat in dieser löchrigen 2 – Mann – Symbiose nicht viel zu melden, der holzt von irgendwo weiter hinten in einem erschreckend kahlen Forst das letzte borkige Krüppelholz nieder.  Es gelingt der Band zu keinem Zeitpunkt, Position zu beziehen und zu erklären wohin sie eigentlich wollen oder aus welchem Pool sie schöpfen. Für reines Progressivspiel ist das zu billig, für echten Metal, welcher Prägung auch immer, viel zu strukturlos und für pseudokünstlerische Ansprüche zu billig. Für Thrash Metal nicht konsequent genug, für Death ungenügend brutal, für 70er Connections nicht hinlänglich kompetent. So wird munter durch Zeit und Raum gesprungen, ein großer Topf wahllosen Durcheinanders auf halber Flamme geköchelt und die Absicht des Typs am Rührlöffel ist nie erkennbar. Das Demo wirkt wie ein sozialistischer 5 Jahres Plan mit viel Ideologie und bunten Girlanden, aber ohne die nötigen Mittel und die Leute, die ihn auch umsetzen könnten. Das wirklich Prägnante an diesen Aufnahmen ist der brechreizerregende Kellersound, der jedem anständigen Studio die Schamesröte in die Rektalfalte treiben würde. Dazu kommt ein bescheuertes Cover, dass wohl mit Gewalt von allen Klitsches Abstand nehmen will. Fokus des Anliegens scheint zu sein, sich von gängigen Konventionen im Metal abzuheben. Das gelingt prima, weil die Musik und ihr Soundumhang Kacke klingen. Sollte die Band mit ihrer Kunst irgendwelche avantgardistischen Absichten verfolgen sollte, dann sollten sie sich beeilen, bevor der graue Alltag sie einholt und sie selbst bemerken, wie billig das Gewölle tatsächlich klingt.  

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