Saturday, October 27, 2012

WRITHING - AD PATRES - Split – Tape / Nihilistic Holocaust



Getrieben von blastianischer Verführung, brutaler Knüppelschwingerei, technischen Verstrickungen und aggressivem Verhaltenskodex fressen sich 2 Bands durch ein fast ausgestorbenes Format. Sie ätzen ihre tonalen Orgasmen beidseitig auf  Tape, dass die Vermutung nicht unbegründet erscheint, sie würden sich in der Mitte berühren, sobald der Lochfraß beginnt, das Magnetband aufzulösen. Und wirklich, wäre es nicht Bestandteil der Realität, wie morgens aufzuwachen um dem Ritual der 3 großen Ks´ zu huldigen, könnte der Eindruck entstehen, hier handle es sich um die A und B Seite ein und derselben Band. Vielleicht mit etwas zeitlicher Differenz zwischen den Aufnahmen, aber der Unterschied ist gar nicht so groß. Beide Bands sägen mit irrsinnigen Riffs und prügeln kriegstreiberische Drums, versuchen erfolgreich der Bedeutung des Wortes variabel gerecht zu werden und gehören somit zu der Sorte kompromissloser junger Death Metal Bands, die die Szene auf Trab halten. Dass beide Bands, AD PATRES aus Frankreich und WRITHING von hinterm Teich natürlich keine Klone sind, zeigt sich bei genauerem Hinhören, die Wurzeln und die Idee der Umsetzung eigener Ideen sind trotzdem ziemlich ähnlich. Rücksichtlose Geschwindigkeit und schweißtreibendes straffes am Zügel zerren liegt beiden, sobald die Peitsche knallt und die Zossen Schaum vorm Maul haben. WRITHING, im Gegensatz zu ihren französischen Kumpels agieren etwas szeneübergreifender. Deren Song „Prey“ umgarnt den Hörer zu Beginn mit Akustikgezupfe, das sich dann immer wieder durch den Song zieht wie ein roter Faden und schlussendlich auch das Licht ausmacht. Das Stück selbst lebt von leichter Zurückhaltung und schwarzem Unmut. Trotz der vornehmlich tiefen Growls, dominiert Black Metal Kehlkopfkrebs und auch die melodische Komponente ist größer als in den anderen Stücken. Somit ist ein Black Metal Song geboren, der seine bleiernen Altschulden abzahlt. Kein reinblütiger Satansbraten, aber ein offensichtliches Statement, dass die Tür nach beiden Seiten schwingt und sie sich keiner Möglichkeit verwehren. AD PATRES ziehen ihren Set etwas straffer durch, auch vom Sound schärfer angeschliffen. Abweichler gibt es nicht, die Axt lässt Splitter aus brutalem Death Metal regnen, weiß wo sie hinhauen muss, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen und will unbedingt mit technischem Verstand geführt werden. Wer denn also allen Formaten, die es in den frühen 80ern noch nicht gab, den Kampf angesagt hat, dem dürfte dieses Split – Tape genehm sein. Ansonsten finden sich die Songs von AD PATRES auch auf deren hervorragenden aktuellen Scheibe und der Part von WRITHING ist dieses Jahr ebenfalls als Ep veröffentlicht worden. Aber Tonband ist gut für alte Autoradios, kann man Gas geben und dabei Bandsalat kauen. Für diesen nostalgischen Erinnerungsknoten und für 2 überzeugende Bands lohnt sich die Anschaffung allemal.
8/10



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