Monday, October 1, 2012

YELLOWTOOTH - Disgust - Cd / Eigenproduktion



In seiner Häufigkeit nimmt sie einen hinteren Rang ein, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Album entspannt und schwerlastig zugleich klingt, dass so gewaltig donnert und trotzdem eine eiskalte und coole Sau ist. Yellowtooth Debüt mit einer unglaublich pragmatischen und im selben Atemzug faszinierenden Mischung aus Sludge und Doom ist so ein Eisen. Die können unverhältnismäßig lange auf einem Riff rumreiten, und es wird nicht zu viel, Hauptsache die Leadgitarre schüttelt es immer mal auf. Nebenbei rumpelt der Bass wie ein freistehender Dieselmotor und der Gesang an der feuchten Scheide von Kilmister und Van Drunen hat so was von zu vielen filterlosen Zigaretten und Selbstgebrannten zum Frühstück vertilgt, dass alle Therapieversuche fehlschlagen müssen. Den Kniff haben die raus, fallen meist nicht mit der Tür und dem Rahmen ins Gemach, sondern schleichen sich lieber hinten rum an, verarbeiten lockerere 70er Rockattitüde mit Grooves und Black Sabbath Düsternis. Und dann rammen sie mit stahlhartem Schwanz, wie der  Hammer der Götter, Krater in den steinigen Mutterkuchen. Denn da wo diese Riffs mit all dem trockenen Zinnober und melodiösem Simplicicimus einschlagen, traut sich nie wieder ein Gänseblümchen sein zartes Köpfchen unter die Sonne zu stecken. Dabei ist der Songaufbau einfacher als Mikadostäbchen fallen lassen. Es bedarf lediglich eines Schlagzeugers, der sich gern mal zurück lehnt und mit viel Erfahrung wenig Wellen macht, eines Bassisten, der auf leisen Sohlen geht und immer im richtigen Moment die Keule aus dem Sack holt, und dann mit Schmackes hinterrücks prügelt. Außerdem müssen Gitarre und Stimme zusammen passen wie das zwischengeschlechtliche Steckspiel, das muss gut geschmiert sein und nicht unter Reibungshitze trocken laufen. Es spielt auch überhaupt keine Rolle, ob die Riffs sonderlich innovativ sind, dieses Feeling für die Schlaghosen 70er gibt den Ausschlag und das Wissen, es mit etwas Authentischem zu tu zu bekommen. Dann noch alles schön tief gestimmt und den Beutel mit dem Technikkram beim Pförtner abgegeben, bisschen Melodie mit dem Feeling langer, kurvenloser Straßen eingeschmuggelt und schon lässt sich ein wunderbares Album bauen. Dann purzeln da typische Sabbath Riffs und lockere Blood Duster Grooves durcheinander, die Songs schleichen manchmal um ihren inneren Kern wie 2 Schwergewichtsboxer mit Zement in den Handschuhen. Und gleichauf entsteht eine unfassbare Leichtigkeit, so als wäre die Birne frei, oder voll mit verrauchten Schmetterlingen. Yellowtooth funktionieren auf mehreren Ebenen, sie können sehr behäbig und bleiern im Arsch sein und immer wenn man’s nicht erwartet auch leichtfüßig durch den Ring steppen. Kacke, das sind vielleicht ein paar abgebrühte Verzweiflungspropheten, die mit Leidenschaft, Leck mich am rektalen Ende Attitüde und dem Wissen um Funktionalität gesegnet sind. Ist ne ziemlich dicke Nummer, die gut zum Entschleunigen der Moderne geeignet ist.   
 9/10

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