Tuesday, November 6, 2012

BASTINADO - Songs From The Abattoir - Ep



BASTINADO ist eine finnische Hau Ruck Grindkapelle mit einigen Freunden in der Death Metal Nachbarschaft, bestens dazu geeignet, vorhandene Kopfschmerzen nicht so schnell wieder los zu werden. Dort oben im hohen Norden, wo Alkohol und lange Abende nicht gleichbedeutend mit einer rauschenden Ballnacht sind, etabliert sich eine Band, die sich lieber an klassischen Krawallcombos orientiert, denn an moderner kuschliger Pseudohärte.  Die selbstfinanzierte Ep startet mit Detective Kindermans´ Bekenntnis an den Glauben aus Exorcist 3. Wie passend, „…I believe in injustice and inhumanity, torture and anger and hate...”, mit dieser Einleitung präsentiert sich uns eine Kausalitätskette, von Ursache und Wirkung, Axt + Fleisch = Blut. Der Fleischer ist wohl mit ziemlicher Sicherheit der Sänger, einer der sich die verrottete Seele aus dem Brustkasten brüllt, nicht auf Frischluftzufuhr angewiesen ist und mehr Hass versprüht, als eine konservative  Bibelkommune voller Schwiegermütter. Bei der nicht eben maßgebenden Zurückhaltung in punkto Instrumente zertrampeln, wird kein Wert auf technisches Know-how gelegt, wichtig ist immer ein recht primitives, elefantenschwartendickes Riff, dass den Song stets am oberen Limit hält. Und dennoch sollte niemand Bastinado mit distanzlosem Geprügel und Saitenzerren in Verbindung bringen, sondern erkennen, dass die Band  tatsächlich in der Position ist , einige wiedererkennungsreife Haken in das Fleisch zu schlagen. In ihrer hemmungslosen Brutalität und Energie gehen sie ähnliche Wege wie in etwas Inhume, das Paket ist vergleichbar dicht geschnürt, auch wenn der Gitarrensound den Gesamteindruck möglicherweise eine Spur aggressiver erscheinen lässt, als er in Wirklichkeit ist. Aber egal, denn musikalisch verbinden sie alles Negative im menschlichen Charakter und machen daraus einen Wutausbruch, der noch lange Bestand haben wird,  die verstehen in gewisser Weise, wie man Gemütszustände von angefressen bis blind rasend in den gnadenlosen Betongrindmischer packt, wie viel Blut, Schweiß und Tränen mit rein müssen, und wann die Mischung fertig ist, um als Mafiaschuh jeden Bedarf an Sauerstoff überflüssig zu machen. So haut uns die Leadgitarre ihre Ergüsse lieber  mit stumpfer Gewalt als mit subtilen Mordabsichten in das Nackenfell. Der Drummer tut sein Übriges, um als wahrer Grinder nicht den Blamagewimpel zu gewinnen und knattert wie ein getunter Zweizylinder durch mit bedacht konstruierte Tempokurven. Bass gibt es auch, spielt aber nur für den recht tiefen Sound im Allgemeinen seine erwünschte Rolle, Individualität kommt ihm nicht zugute. Mit Hilfe eines solch unaufgeregten Zusammenspiels, wird im Ergebnis der maximale Erfolg freigeschaltet, die Stücke verlieren sich nicht in Panik und Chaos, machen einfach Spaß. Strukturen sind klar definiert, niemand überschätzt sich und der Prügel schwingt anhaltend über den Köpfen. Unter all diesem erfolgversprechenden, rostige Messer wetzen vergeht die Zeit schneller als in Mc Browns´ Delorean. Bastinado – negative grinding metal of death! … Kopfschmerzen sind immer noch da, danke dafür!  http://www.facebook.com/bastinadometal  
8/10

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