Monday, November 12, 2012

BEYOND MORTAL DREAMS - Dreaming Death - Mcd



Na warte, wenn das kleine Miststück dem Känguru nicht auf den Beutel boxt, dann glaube ich an den ewigen Weltfrieden. Wie konnte so eine Band so lange klein gehalten werden. Die gibt es seit den frühen 90ern, aber die Ausbeute an Veröffentlichungen ist so mager wie eine verhungerte Ratte in der Tortenbäckerei, 2 Demos, 1 Album und diese Mini. Das hier keine Blagen, frisch der Hauptschule entschlüpft, am Hantieren sind, ist sofort zu hören. Vielleicht ist Australien für manches Talent doch zu weit weg von allem anderen, zu einsam, bestückt mit zu vielen Brennereien und Schaffarmen, die das Freizeitverhalten von Sträflingsnachkommen und gestrandeten Abenteurern bestimmen. Eine Schande ist das.

Kaum ist „Deaming Death“ losgetreten, kippt die untere Schädelhälfte ehrfurchtsvoll Richtung magnetischen Erdkern. Ein Sturm bricht los, ein Sturm aus wetternden Bässen, tiefen Gitarren und noch tieferem Gesang. Eine freudige Erinnerung an  beste Mortician Zeiten, gemessen am Basssound, fettig, dicker Gitarre und entspannten, grubentiefen Growls schwappt über die erogene Böschung. Das Horn schwillt mit kriegsmaschineller Bolzenschmeißer - Brutalität, zum Platzen kommt der Lümmel dann bei der unglaublich aufdringlichen Zurschaustellung eines Nile – Mystizismus. Das ganz Besondere aber, das was die Band unverwechselbar machen sollte, ihr schon längst gegeben haben müsste, was ihr gebührt, ist das coole Strampeln der Leadgitarre. Denn die existiert wie ein Gegenpart zu der Gewalt der Axt, zu der Vernichtungsarbeit des Dum – Dum – Geschosses. Da legen sich Solis in Endlosschleifen über den wütenden Mob, wissen ihn zu zügeln und sind wie der Engel auf der Schulter, der dem Teufel die Gabel verbiegt. Teilweise ersetzen sie den Gesang, oder anders gesagt, fällt es nicht mehr auf, wenn eben keiner mehr da ist. So geschehen beim Titeltrack, der mit einem mitternachtsdunklen Riff, zurückhaltenden Drums und Keyboards aus dem „Halo – Universum“ angezündet wird. Die dann in die schleppende Ouvertüre einsetzenden Growls haben eher choralen Charakter, und sobald die Leadgitarre das Ruder übernimmt, spinnt sich ein klassisches Netz aus hohen Tönen, unglaublich gut gespielten Solis, tränentriefender Melancholie, durch das bluttriefende Gewebe aus satten Riffs und Doppelfußmaschinenfeuer. Endlose Verwöhnpackungen für die oberen Saiten, wirbelnd, harmonisch, melodiös, häufig mehrere übereinander. Wenn das Stück durch ist, wird keiner mehr wissen, wann der Schlachtenrufer eigentlich aufgehört hat, sein sonores Gegrummel einzustellen. Das Erstaunlichste an dieser Art, Songs anzugehen (denn im Grund funktionieren alle ähnlich) ist die Tatsache, dass das Gefiedel nie auf die Eier geht, der Bogen zu keinem Zeitpunkt überspannt wird. Gleichsam wichtig ist nämlich, den Druck im Kessel hoch zu halten, das Spiel der Basis nicht abreißen zu lassen. Da zeigt sich nicht zum ersten Mal, was Dominanz bedeutet, und wie trotzdem Gleichberechtigung funktioniert. Ein Widerspruch, der sich von Natur aus ergibt, und dessen Lösung BEYOND MORTAL DREAMS  scheinbar ohne Probleme gelungen ist. Am Größten ist zugegeben wirklich der Einfluss von Nile, die Andersartigkeit von Death Metal, die Verknüpfung von Technik, filigranem Know-how, klassischen Element und andersweltlicher Mystik. Nur so kann der Drummer bis zum Oberschenkelkrampf trampeln, während die Leads zwischen Erdbebenriffs und schleppendem Totschlag hin und her pendeln. Nur deshalb funktioniert auch das Keyboard, das allein dafür da ist, dem Himmel das letzte Licht zu rauben. Selten ist mir im Death Metal so überzeugendes Independentaudikino ins Trommelfell gesplittert. http://www.facebook.com/beyondmortaldreams 
9/10

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